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Zwist mit Zwei- und Vierbeinern

Der beste Freund des Menschen kann nicht nur Freude bereiten. Hat man Hunde nicht im Griff, kann das Hund und Halter schaden. Tatjana Flammer zeigt in ihrer Maturaarbeit, wie das vermieden werden kann.
Marco Cappellari
Hündin Nischa und Tatjana Flammer sind ein Herz und eine Seele – seit der Maturaarbeit noch mehr als vorher. Bild: Marco Cappellari

Hündin Nischa und Tatjana Flammer sind ein Herz und eine Seele – seit der Maturaarbeit noch mehr als vorher. Bild: Marco Cappellari

Vor rund einem Jahr kam es im Naherholungsgebiet Sömmeri/Weid in Wil zu mehreren Zwischenfällen mit einer Hundehalterin, die angeblich ihre zwei Hunde nicht im Griff hatte. Die Folge waren verletzte Hunde und Hundehalter, tiefe Zerwürfnisse und schliesslich auch mehrere Anzeigen. Die Streitigkeiten dauern bis heute und es besteht wenig Hoffnung, dass die Beteiligten ohne Hilfe Aussenstehender einen Konsens finden werden.
Wenn Hunde und Menschen aufeinander treffen, besteht oft Konfliktpotenzial. «Ein häufiger Grund ist, dass sich Hund und Hundehalter nicht richtig verstehen», sagt Tatjana Flammer. Die 21-jährige Maturandin hat selbst einen Hund – den Schäfer/Sennenhund-Mischling Nischa – und machte die Problematik zu Thema ihrer Maturaarbeit. Unter dem Titel «Kommunikation zwischen Hund und Mensch» untersuchte sie, wie diese Kommunikation funktioniert und testete ihre Erkenntnisse in einem praktischen Teil. Anschliessend visualisierte sie die Erkenntnisse ihrer Arbeit in einem Video. «Zu Beginn meiner Arbeit wurde mir bewusst, dass ich meinen Hund gar nicht richtig verstehe», sagt Tatjana Flammer. Dies wollte sie ändern. «Viele Hundehalter verstehen wenig von Kommunikation mit ihrem Hund», fährt die Maturandin fort.
Die domestizierten Hunde stammen vom Wolf ab. Zwischen den beiden bestehen grosse Ähnlichkeiten, aber auch Unterschiede, wie Flammer in ihrer Arbeit darlegt. Durch die symbiotische Lebensweise mit den Menschen haben sich das Verhalten und die Kommunikation der Hunde verändert. «Hunde kommunizieren über Gerüche, Laute, Berührungen und visuell – was Mimik und Körperhaltung umfasst», erklärt Flammer.
Da der Mensch seine eigene Körpersprache oft nicht richtig verstehe, entstünden Missverständnisse und Fehlsignale für den Hund. Es sei für die Kommunikation essenziell, dass der Hundehalter lerne, die Körpersprache des Hundes zu verstehen und seine eigne Körpersprache dem Hund anzupassen. Erkenne ein Hundehalter zum Beispiel, dass sein Hund gegenüber einem Passanten oder einem anderen Hund eine drohende Haltung einnehme, könne der Halter darauf reagieren und den Hund beruhigen, bevor dieser zu einem Angriff übergehe. Eine drohende Haltung erkenne man daran, dass der Hund steifbeinig stehe, sein Gewicht nach vorne verlagere, die Ohren nach vorne richte und die Zähne fletsche.

Maturaarbeit hat sich gelohnt

Genauso wichtig sei es aber, als Mensch eine nicht bedrohliche Körperhaltung einzunehmen. Dazu achte man darauf, die Arme nicht zu verschränken und den Bauch – die verletzlichste Stelle – offen zu zeigen, um dem Hund zu signalisieren, dass man keine Gefahr für ihn darstellt. Kenne man also die Signale und reagiere darauf, könnten Konflikte vermieden werden. Durch die Maturaarbeit hat sich das Verhältnis zwischen Tatjana Flammer und Nischa erheblich verbessert. «Ich habe durch diese Arbeit einiges gelernt, sowohl über Hunde als auch über mich selbst.» Ihr sei bewusst geworden, dass Nischa bisher immer unterfordert und unverstanden gewesen sei. Durch die Arbeit habe sie gelernt, die Körpersprache der Hündin besser zu deuten und mit ihrem eigenen Verhalten der Hündin zu zeigen, was sie möchte. «Unsere Bindung hat sich stark gefestigt. Wir verstehen uns nun beide besser.»

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