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Zwischen Vergangenheit und Zukunft: Woodstock ist am Wolfensberg

Genau 50 Jahre nach dem legendären Woodstock-Festival liessen Kindeskinder der Woodstock-Generation die Stimmung wieder aufleben.
Michael Hug
Bunt und schräg: Ein stilechter Auftritt am Woolfstock. (BIlder: Michael Hug)

Bunt und schräg: Ein stilechter Auftritt am Woolfstock. (BIlder: Michael Hug)

Wo es zart nach Pflänzchen riecht, die da gar nicht natürlich vorkommen, wenn Gitarren durch die Nacht jaulen und satte Bässe die Hosenstösse flattern lassen, wenn Gestalten in seltsamen Secondhand-Kleidern durchs Gelände huschen – dann ist meistens ein Open Air im Gang.

Für Junge, Junggebliebene und Alte

Open Air, das ist eine Sache für junge Leute und jung gebliebene Alte, würde man meinen. Doch ein Open Air, das den Geist und die Musik der späten 60er-Jahre wieder aufleben lassen möchte, ist das auch etwas für Junge? Noch dazu, wenn diese Jungen so jung sind, dass zwischen heute und damals mindestens eine Generation dazwischen liegt und das erste und damals grösste Open Air nur vom Hörensagen kennen?

Drei Bands und viele Besucher in themengerechtem Outfit in freier Natur: Das war das Woolfstock Open Air in Degersheim – ein «Woodstock» im Kleinformat.

Drei Bands und viele Besucher in themengerechtem Outfit in freier Natur: Das war das Woolfstock Open Air in Degersheim – ein «Woodstock» im Kleinformat.

Als die Hippiebewegung Mainstream war

Gut erzogen – mag die Flower-Power-Generation von 1969 ihre Enkel loben. Schön, wenn die heutigen Jungen sich dem Musik- und Lebensstil ihrer Gross- und Eltern erinnern. Noch besser, wenn sie sich Tat und Arbeit aufhalsen, um ebendiese Stimmung nochmals aufleben zu lassen, wenn auch nur für einen Tag, respektive für eine Nacht. So schritt also eine Handvoll junger Leute aus Degersheim zur Tat und stellte am Samstagabend ein Open Air auf die Beine, das jene Zeiten im August 1969 im ländlichen Bethel, 70 Kilometer südlich der Stadt Woodstock in den USA, erinnern sollte. Damals war die Hippiebewegung keine solche mehr, sondern Mainstream, also jede und jeder war ein Hippie und mindestens eine halbe Million von ihnen war am «Woodstock».

Sozusagen das einzige Open Air mit Dresscode

Etwa 5000 Mal weniger dürften es am Samstagabend am «Woolfstock» im Damenluftbad oberhalb Degersheim gewesen sein, das die Veranstaltergruppe liebevoll so genannt hat, weil der nächste Hügel «Wolfensberg» und das etwas weiter weg gelegene Woodstock die Namensgebung erleichtert haben. Es war wohl das erste Open Air landesweit, das eine Kleiderordnung ausgibt: Man solle möglichst in themengerechtem Outfit erscheinen, «gepflegte Woodstock-Klamotten» heisst es auf der Website. Der Gang ins Brockenhaus war also schiere Pflicht, bevor man sich auf den Weg ins Damenluftbad machte, wo selbstverständlich auch Herren willkommen waren.

Freier Eintritt für Hippie-Ikonen

Drei junge Bands – «The Autocrats», «Kolours» und «Elio Ricca» – gab es zu hören und zu sehen, dazu vier Stunden «Classic Woodstock»-Songs und Evergreens vom weltberühmt gewordenen Festival mit den drei Tagen «Peace & Music». Eintritt kostete der Event für ausgeflippte Hippie-Klone und andere keinen – dafür gab es fassweise Tegerscher Bier, natürlich nicht gratis, denn irgendwie muss sich so ein Festival ja finanzieren. Völlig kostenfrei gab es in der Nacht einen feuchten Gruss vom Himmel, aber das war ja in Woodstock 1969 auch nicht anders. Gestört hat es hier wie dort kaum jemanden.

Tobias Hoch, OK-Chef des «Woolfstock» in Degersheim.

Tobias Hoch, OK-Chef des «Woolfstock» in Degersheim.

«Die Musik ist uns von unseren Eltern vererbt»

Warum ein Woodstock-Abklatsch-Open-Air?

Tobias Hoch: Wir sind ein paar Freunde und wir lieben Classic Rock. Wir machen schon länger kleine, aber private Anlässe zu diesem Thema. Vor zwei Jahren haben wir uns gedacht: Warum sollten wir nicht auch mal die Öffentlichkeit einladen?

Ist Woodstock der Inbegriff für die Musik der 70er-Jahre?

Ja für uns ist die Musik der Woodstock-Generation der Inbegriff für Classic Rock, aber nicht nur die Musik, auch der Lebensstil. Für uns war das ein wenig das Vorbild.

Aber die Organisatoren sind weit weg von der Woodstock-Generation.

Ja, mag sein, aber die Musik ist uns von unseren Eltern vererbt worden, sie hatten einen grossen Einfluss. Doch das Woolfstock ist für alle, Alte und Junge, für alle, die Lust auf diese Musik haben und einen etwas aussergewöhnlichen Abend erleben wollen.

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