Zwischen Hoffnung und Realität

Der FC-Wil-Trainer Axel Thoma machte an der gestrigen Pressekonferenz dem FC Henau vorgängig zum Spiel ein von Achtung geprägtes, wahrscheinlich ungewolltes Kompliment: «Der Bär muss immer zuerst erlegt werden, bevor sein Fell verkauft werden kann.» Der nötige Respekt ist also vorhanden.

Urs Nobel
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Der FC Henau hat an diversen Orten in der Region ein attraktives Werbeplakat postiert. (Bild: pd)

Der FC Henau hat an diversen Orten in der Region ein attraktives Werbeplakat postiert. (Bild: pd)

FUSSBALL. Die Spannung steigt, die Vorfreude wird immer spürbarer: Am Samstag um 18 Uhr kommt es zum Cup-Lokalderby zwischen dem FC Henau (2. Liga) und dem FC Wil (Challenge League). Beide Mannschaften haben die erste Cup-Hauptrunde überstanden und sind einander zugelost worden. FC-Henau-Präsident Rico Gerschwiler spricht von einer einmaligen Angelegenheit, obwohl sein Team schon vor vier Jahren mit dem FC Wohlen ein Challenge- League-Team zugeteilt bekam. «Dieses Mal stehen wir jedoch in der zweiten Hauptrunde, und die Mannschaft spielt unterdessen in der zweiten Liga.»

Nicht der FC St. Gallen

Der an der Pressekonferenz zusammen mit Captain Sandro Lombardi und Dario Koller beigezogene Axel Thoma bestätigte vor den anwesenden Journalisten, dass der FC Henau ein Wunschgegner, ja sogar ein Traumlos für den FC Wil sei. «Wir müssen unsere Spielvorbereitung nicht ändern, haben einen kurzen Anfahrtsweg zum Spiel, und unsere Anhänger können auch dabei sein.» Der FC Wil sei zwar nicht der FC St. Gallen, aber ebenfalls ein attraktiver Gegner für den FC Henau.

Ganz in Schwarz

«Wir können zwar keine Sitzplätze auf der Rüti anbieten», bedauerte FC-Henau-Präsident Rico Gerschwiler, «dafür – wenn uns das Wetter keinen Streich spielt – genügend Parkplätze direkt vor dem Sportplatz.» Keine Frage, dass auch eine leistungsfähige Festwirtschaft an diversen Standorten geführt wird. Weil es sich bei diesem Spiel um kein Risikospiel handelt, rechnet Gerschwiler damit, dass auch viele Familien kommen und ein Fussballfest, von dem man noch lange reden soll, miterleben wollen. «Etwas Aggressivität auf dem Platz soll aber trotz aller Freundschaft zum FC Wil doch spürbar werden», schmunzelt der Präsident. «Unsere Mannschaft wird nämlich in Schwarz antreten.»

Cupsieger 2014

Axel Thoma musste mehrmals betonen, dass seine Mannschaft dieses Spiel ernst nehmen werde. «Immerhin wollen wir im Cup so lange wie nur möglich dabei sein.» Diese Aussage veranlasste Gerschwiler zu folgendem Kommentar: «Wenn Wil auch sechsmal im Cup gewinnt wie der FC Henau in der Qualifikation, wird er Cupsieger 2014.»

Der für den FC Henau anwesende Trainer Bekim Marku sowie seine beiden Spieler Yannic Nagel und Jonas Brühwiler sassen während der Fragerunde fast unbeteiligt da und hörten aufmerksam zu. Wahrscheinlich dachten sie, es sei besser, an der Pressekonferenz nichts zu sagen, dafür am Samstag zuzuschlagen. Hoffnung dafür besitzt Spieler Yannic Nagel: «Immerhin stehen bei uns im Kader acht ehemalige FC-Wil-Nachwuchsspieler, die auch schon unter Axel Thoma trainiert und gespielt haben.»

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