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Zwischen Hexenprozess
und Minarett-Streit

Nicole Knuth und Olga Tucek begeisterten am Freitag im Wiler Chällertheater vor vollem Haus mit einem bitterbösen Wiler Programm, bei dem auch die Tagesaktualität nicht ausgespart wurde.
Christof Lampart
Nicole Knuth und Olga Tucek boten einen erzählerischen «Hexenritt» durch die Wiler Geschichte. (Bild: Christof Lampart)

Nicole Knuth und Olga Tucek boten einen erzählerischen «Hexenritt» durch die Wiler Geschichte. (Bild: Christof Lampart)

Plattes Blödeln ist ihnen fremd. Vielmehr gibt sich das Duo hochpolitisch. Dabei kann man aber die Aussagen in den allermeisten Fällen keiner politischer Couleur zuordnen, denn Knuth und Tucek stehen den unterschiedlichsten Ideologien gleichermassen kritisch gegenüber. Genau genommen orientieren sie sich nur am gesunden Menschenverstand – und bezweifeln gleichzeitig, dass grosse Teile der Gesellschaft noch über diesen verfügen.

Normal touren Kabarettisten mit einem fixen Programm durchs Land und bauen die eine oder andere deftige Zote mit Lokalbezug am jeweiligen Spielort ein. Nicht so Knuth und Tucek. Die beiden Zürcherinnen haben zwar ein ebenso festes wie hochtheatralisches und -musikalisches Programm namens «Hexe!» im Köcher, doch sind grosse Teile, wenn auch auswechselbar, ganz speziell in Bezug auf Wil recherchiert: der Minarett-Streit, der «asoziale» Tambourenwettkampf, die Namen diverser Restaurants, der Wiler Turm, Abt Ulrich Rösch und der Hexenprozess der Adelheid Silberlin aus dem Jahr 1495 sind nicht einfach etwas schnell daher Gesagtes.

Die historischen Begebenheiten bilden für die absolut böse kommentierenden Sängerinnen den Rahmen für eine Geschichte, die final in der Erkenntnis mündet, dass Ausgrenzung und Zurückweisung von Andersdenkenden und Fremden keine Dinge aus ferner Vergangenheit sind. Da reicht es, wenn man als Zürcherin mal mit wachem Blick durch die Wiler Gassen geht und dabei von Blicken der Einheimischen verfolgt wird. Oder, dass man so wild singt und tanzt und tut, wie Knuth und Tucek das im Wiler Gemäuer, taten, welches sich im Mittelalter, wenn es damals schon gestanden hätte, wohl ganz prächtig als Folterkeller geeignet hätte…

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