Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Zwischen Fotografie und Gemälde: Der Uzwiler Künstler Ruben Brogna hat eine einzigartige Technik entwickelt

Ruben D. Brogna verschmelzt zwei Kunstgattungen miteinander. Am Samstag präsentiert er seine Werke in der «Galerie am Gleis».
Tobias Söldi
Noch am Einrichten: Ruben D. Brogna in der «Galerie am Gleis», wo er nächsten Samstag seine Ausstellung Experience eröffnen wird. (Bild: Tobias Söldi)

Noch am Einrichten: Ruben D. Brogna in der «Galerie am Gleis», wo er nächsten Samstag seine Ausstellung Experience eröffnen wird. (Bild: Tobias Söldi)

Peking, Barcelona, Los Angeles – und nun Uzwil. Ruben D. Brogna hat seine Bilder schon auf der ganzen Welt ausgestellt. Am Samstag ist seine Heimat dran: Dann eröffnet der Uzwiler als erster Künstler die neue «Galerie am Gleis», die ehemalige «Galerie zur alten Bank». Der 47-Jährige mit italienischen Wurzeln sagt:

«Ich freue mich darauf, den Leuten zeigen zu können, wie sich meine Arbeit entwickelt hat.»

Denn schon einmal, 2014, hat Brogna im Ort ausgestellt. Es war der zweite öffentliche Auftritt nach einer längeren künstlerischen Pause. Was damals noch in den Kinderschuhen steckte, hat der Künstler mittlerweile zur Perfektion gebracht: die Technik der «Sketched Photographs». Selbst entwickelt und wohl einmalig in der Kunstwelt – zumindest ist Brogna niemand bekannt, der auf diese Weise arbeitet.

Mehr, als der erste Blick verrät

Ein Skater im gewagten Sprung, eine Strassenbahn in einer steilen Gasse Portos, eine befahrene Kreuzung in London: Hinter den oftmals ganz alltäglichen Szenen aus Städten aller Welt steckt mehr, als man auf den ersten Blick sieht. Grundlage der «Sketched Photographs» ist ein selbst geschossenes Foto. Brogna zeichnet es ab, scannt die Skizze ein, legt das Foto und die Skizze am Computer übereinander und druckt es auf eine PVC-Leinwand aus. Diese bearbeitet er schliesslich mit Ölfarben. Bis zu 30 Stunden investiert er im Durchschnitt in ein solches Werk.

(Bilder: PD)(Bilder: PD)
5 Bilder

Ruben D. Brogna

«Mich fasziniert die Verbindung von modernen und ursprünglichen Techniken», sagt Brogna, der hauptberuflich als Messestand- und Interieur-Designer arbeitet. «Ich mag zum Beispiel den Geruch von Ölfarben.» Gleichzeitig schwärmt er aber von den Möglichkeiten der sozialen Medien, mit Künstlern aus der ganzen Welt in Kontakt zu treten, vom Internet als Ort der Inspiration, von der Kamera des Smartphones.

Auf Streifzügen abseits der Touristenströme

Inspiration für seine künstlerische Arbeit findet Brogna oftmals auf Reisen. Vor allem Barcelona hat es ihm angetan. «Das Meer, die Kunst, die Wärme, die Lebensfreude. Ich habe mich richtiggehend in Barcelona verliebt», sagt Brogna. Immer wieder zieht es ihn in die spanische Stadt, und jedes Mal entdeckt er etwas Neues, das er künstlerisch verarbeitet. «Abseits der Touristenströme erlebt man am meisten», ist er überzeugt. Auf langen Spaziergängen – mit dem ÖV ist er in den Städten selten unterwegs – hält er die Augen offen für vermeintlich Banales: überraschende Alltagssituationen, faszinierende Blickwinkel, untypische Quartiere. «Mir sind die Details lieber als die touristischen Attraktionen», sagt er.

Während die «Sketched Photographs» sich der Realität verpflichten, lässt Brogna in kleineren, freihändigen Zeichnungen seiner Fantasie freien Lauf. Abstrakte Formen, geometrische Muster, sich wiederholende Strukturen: Es sind surreale Bilder, die dann entstehen. Einige davon werden auch in der «Galerie am Gleis» zu sehen sein. «Dieses Jahr habe ich öfters solche Skizzen gemacht als gemalt», sagt Brogna.

Nächstes Projekt: Fotos weiterzeichnen

Am Ende ist Brogna mit seinen «Sketched Photographs» aber noch längst nicht angelangt. Im Gegenteil, bereits denkt er an einer neuen Idee herum: die Technik der «Sketched Photographs» und seine Leidenschaft fürs freie Skizzieren ineinander übergehen zu lassen. Er zeigt eine ausgedruckte Fotografie aus Valencia, ein Gebäude des spanisch-schweizerischen Architekten Santiago Calatrava. Brogna hat auf die Architekturteile im Stil seiner Skizzen weitergezeichnet, Mauern, Dächer und Wege verzweigen sich in abstrakte Formen. «In die Fantasiewelt ausreissen» nennt Brogna diesen Vorgang.

Und wer weiss, vielleicht wiederholt sich die Geschichte, und Brogna beginnt hier etwas, das in einigen Jahren zur vollen Entfaltung gelangt – und das er wieder in Uzwil präsentieren kann.

Hinweis: Vernissage ist am Samstag, 7. September, um 16 Uhr in der Galerie am Gleis an der Bahnhofstrasse 77 in Uzwil. Die Ausstellung läuft bis Sonntag, 29. September.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.