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Zwischen Erotik und Untergang: Beim «Ball im Savoy» geht die Post ab

Die Operette «Ball im Savoy» feiert am Samstag Premiere. Die Inszenierung besticht mit viel Sex-Appeal, Musikalität und Angriffigkeit. Die zweite Emanzipationsoperette nach «Der Bettelstudent» entführt in eine Welt zwischen Blüte und Welke.
Hans Suter
Madeleine geizt nicht mit Reizen und verdreht nicht nur ihrem Ehemann den Kopf.

Madeleine geizt nicht mit Reizen und verdreht nicht nur ihrem Ehemann den Kopf.

Montagabend, erste Gesamtprobe in den Aufführungskostümen: Das Orchester wirkt etwas verunsichert, nicht alle Übergänge klappen reibungslos, auf der Bühne stehen nicht alle zum richtigen Zeitpunkt am exakt richtigen Ort, auch die Schlussszenerie zum Applaus erfährt die eine und andere Änderung. Ein bisschen Nervosität darf sein. Alle wissen es insgeheim: Orchester, Chor und Solisten haben in den vorangegangenen Proben ein so hohes Niveau erreicht, dass die Probe heute Mittwoch ausfällt. «Man kann auch überproben», sagt Regisseur Leopold Huber. Nun haben alle nur noch ein Datum im Kopf: Samstag, 12. Januar, – die Premiere.

Genau zur richtigen Zeit

Die Operette «Ball im Savoy» von Paul Abraham ist die 22. Operette und die 29. Produktion überhaupt in der bald hundertjährigen Geschichte der Operette Sirnach. Vom Zeitpunkt her ist sie unübersehbar ideal gewählt. In Zeiten, in denen Populisten und selbstverliebte Machtmenschen an der Regierungsspitze von Ländern wie Ungarn, Polen, Türkei, Venezuela, Italien oder den USA stehen, wird so manche Erinnerung an dunkle Zeiten wach.

Ungewohnte Disharmonien für eine Operette

Subtil oder provokativ eingesetzte Elemente wie die Nazi-Armbinde erinnern an jene Zeit, in der das Stück spielt. (Bild: Hans Suter)

Subtil oder provokativ eingesetzte Elemente wie die Nazi-Armbinde erinnern an jene Zeit, in der das Stück spielt. (Bild: Hans Suter)

«Ball im Savoy» spielt in der Nazizeit; Uraufführung war 1932. Drei Monate nach der erfolgreichen Premiere wurde das Stück verboten und sowohl Komponist Paul Abraham als auch Librettist Alfred Grünwald mussten wegen ihrer jüdischen Zugehörigkeit bald fliehen. Regisseur Leopold Huber glaubt, dass Abraham und Grünewald spürten, was auf die Gesellschaft zukommt: «Man spürt aus dem Stück heraus, dass sich da etwas zusammenbraut, dass dunkle Zeiten heranbrechen und es vielleicht der letzte Tanz sein wird.» Davon zeugen opulente Freizügigkeit, subtiler Humor, kritische Speerspitzen und für Operetten ungewohnte Disharmonien. Die Sirnacher Inszenierung ist modern ausgestaltet und wird mit aktuellen humoresken Seitenstichen ergänzt. Die wunderbare Musikalität der Operette wird von den Solisten sowohl gesanglich als auch schauspielerisch mit Leben erfüllt und durch das kreative Bühnenbild mit raffinierten Wechselspielen mit Licht, Farben und szenischen Filmelementen zu einem eindrücklichen Gesamterlebnis gestaltet.

Vorverkauf läuft gut

Die Operette «Ball im Savoy» zählt zu den kulturellen Höhepunkten 2019 in der Ostschweiz. Die Inszenierung besticht durch subtilen Humor, grossartige Musikalität und viele kreative Elemente. (Bilder: Franco Baumgartner)

Die Operette «Ball im Savoy» zählt zu den kulturellen Höhepunkten 2019 in der Ostschweiz. Die Inszenierung besticht durch subtilen Humor, grossartige Musikalität und viele kreative Elemente. (Bilder: Franco Baumgartner)

Otto Noger, Präsident des Vereins Operette Sirnach, ist begeistert, sowohl vom Stück als auch von der Inszenierung. Ebenso von den bereits abgesetzten Tickets: «Der Vorverkauf ist sehr gut angelaufen. Was will man mehr?» Er ist zuversichtlich, die 11500 Besucherinnen und Besucher von 2016 zu toppen und strebt optimistisch 12000 an.


Hinweis
Weitere Informationen und Buchung unter www.operette-sirnach.ch.

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