Zwischen drohenden Gewitterwolken

Am Freitag rief der Kulturpunkt Degersheim zu seinem dritten Open Air auf dem Fuchsacker. Es ging zwischen vormittäglichem und mitternächtlichem Gewitter regenverschont über die Freiluftbühne.

Michael Hug
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DEGERSHEIM. Es war ein Hangen und Bangen am Nachmittag: Sollte die Bühne wirklich draussen auf der Terrasse oder besser gleich drinnen im Saal aufgebaut werden? Veranstalter und Wirtin entschieden einvernehmlich: Draussen. Die Wettervorhersage verhiess eine Trockenperiode während des Abends. Regnen würde es erst in der Nacht – oder auch nicht. Was nach Konzertschluss wettermässig passieren würde, interessierte niemanden wirklich. Und so fanden also knapp 100 Musik-, Tanz- und Open-Air-Begeisterte den Weg zu Fuss oder motorisiert zum Restaurant Fuchsacker hinauf.

Pop, Rock und etwas Blues

Von nicht sehr weit her, aber von sehr viel weiter unten, kam die Band, die man zur musikalischen Unterhaltung geladen hatte. Die «Nicnikas» aus St. Gallen verhiessen viel Pop, Rock und etwas Blues, bekanntes und unbekanntes Material zum Tanzen und Geniessen. Die Band, die oft auch an Hochzeiten und Pfarreifesten auftritt, lässt sich stilistisch nicht exakt einordnen. Was aber auch nicht nötig ist, denn nach Stilen fragt bei solchen Gelegenheiten niemand, Hauptsache, es «fäget». «Zwei Frauenstimmen unterstützt von vier zartbesaiteten Männerhänden», lautet die Selbstdeklaration. Man durfte also gespannt sein. Von den «Nicnikas» hatte wohl noch keiner der Anwesenden je etwas gehört, Zeit also, das zu ändern. Die Überraschung, wie lüpfig Musik aus der Hauptstadt tönen kann, war dann gross und von angenehmer Art. Manchmal säuselten diese beiden Frauenstimmen tatsächlich derart lieblich, dass die Männer (im Publikum) weiche Beine bekamen. Aber manchmal konnten auch die zarten Männerfinger (auf der Bühne) ganz schön wild sein, kratzen wie eine Katze oder schreien wie ein Motorsäge. Ziemlich mutig wagten sich die zwei singenden Damen und die zarten Männer an Gitarre und Bass sowie der Schlagzeuger an Klassiker wie «Use somebody» (Kings of Leon) oder «Piece of my Heart» (Janis Joplin). Da war für jede Altersgruppe etwas drin, lag für jede junge Tänzerin oder junggebliebenen Tänzer etwas auf dem Parkett, beziehungsweise auf dem Vorplatz der beliebten Ausflugsbeiz. Auf dem es nicht nur musikalische Leckerbissen zu geniessen gab.

Im Freien bis zum bitteren Ende

Wie üblich wird das Kulturpunkt-Open-Air auf dem Fuchsacker von den Besuchenden auch gerne mit einem Grillznacht verbunden. Dem wird seitens der Wirtefamilie Behrendt und ihrem Helferteam mit einem Salatbuffet und Schweinesteaks vom Grill stets gerne entsprochen. Und weil das Wetter eben auch geniessbar wurde, genoss man den Abend, wie es sich gehört an einem Open Air, im Freien. Niemand wollte drinnen sitzen, und als es kühl wurde, wurden Decken verteilt.