Zwischen den Filmszenen lesen

In Büchern lässt es sich zwischen den Zeilen lesen. Dies funktioniert auch bei Filmen. Wie, das zeigte Thomas Binotto in der Gemeindebibliothek auf.

Drucken
Teilen
Der 49jährige Schaffhauser Thomas Binotto arbeitet unter anderem auch als Filmkritiker für die NZZ, das Filmbulletin und den Filmdienst. (Bild: Eliane Locher)

Der 49jährige Schaffhauser Thomas Binotto arbeitet unter anderem auch als Filmkritiker für die NZZ, das Filmbulletin und den Filmdienst. (Bild: Eliane Locher)

DEGERSHEIM. Was ist eigentlich eine Filmlesung? Diese Frage stellte sich auch das Degersheimer Bibliotheksteam vor dem Anlass mit Thomas Binotto. Der Filmleser aus Schaffhausen bezeichnet sich selber als «geschichtensüchtig». Heldengeschichten sind keine neuzeitliche Erfindung, solche erzählt man sich seit Menschengedenken. Wie man in Büchern zwischen Zeilen lesen könne, erklärte er, so sei es auch möglich, in einem Film zwischen den Bildern verschiedenste Nuancen, auch Muster, zu entdecken. Mit Filmausschnitten verschiedener Helden erklärte der Referent, wie dieses Filmgenre gestrickt ist.

Meist sind die Superhelden normale Erdenbürger, denen ein Ereignis (bei Spiderman der Spinnenbiss) Superkräfte verliehen hat. Stets hat der Superheld auch verwundbare Stellen, z. B. Achilles an der Ferse. Und oft sind die Helden einsam, kommen in Gewissenskonflikte (Gut gegen Böse, individuelle Wünsche gegen Allgemeinwohl). Dem Helden steht ein Mentor zur Seite. Das richtige Wort zur rechten Zeit oder die nötige Zuwendung helfen ihm in seiner persönlichen Entwicklung. Seine Heldentaten sind meist realitätsfremd, Action dagegen ein Muss.

Thomas Binotto begeisterte als Autor und Filmkritiker mit seiner Leidenschaft für Geschichten tagsüber die Klassen im Schulhaus Steinegg bei einer Autorenlesung und am Abend die Besucher der Filmlesung in der Bibliothek. Beim Apéro blieb Zeit für Gespräche über Superhelden und anderes. (pd)

Aktuelle Nachrichten