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Zwischen Camouflage und Generalsmützen: Der Direktverkauf von Armeematerial in Zuzwil hat begonnen

Zum vierten Mal findet in Zuzwil die Liquidation von Armeematerial statt. In der Halle von Top CC finden sich allerlei Militärprodukte – von alltäglichen bis zu ungewöhnlichen. Der Besucheraufmarsch ist enorm.
Nicola Ryser
Ganz viel Camouflage: Nebst zahlreichen Kleiderstücken finden sich an der Liquidation in Zuzwil auch viele andere Armeematerialien. (Bilder: Nicola Ryser)
Von Generalsmützen...
...über grosse und kleine Messer...
...bis zu überdimensionalen Suppenlöffeln: Die Auswahl ist gross.
4 Bilder

Messer, Generalsmützen und Suppenlöffel

An der Aussenfassade der Top CC und in den Räumen der Halle dominiert Camouflage. Zahlreiche Leute mäandrieren zwischen aneinandergereihten Kisten, jede gefüllt mit anderen Materialen. Mal sind es Batterien, mal Bürsten in unterschiedlichen Grössen, dann Fussbälle und Volleybälle oder am Ende des Ganges Socken.

Doch neben alltäglichen Utensilien finden sich auch besondere und ungewöhnliche Stücke: Generalsmützen mit einem goldigen Emblem oben drauf, Suppenlöffel so gross wie eine normale Suppenschale, Äxte und Beile oder alte Feldflaschen. Die Armeeliquidation in Zuzwil, weltweit der grösste Direktverkauf von Militärgütern an private Kunden, wartet zum vierten Mal mit einem breiten Angebot an Armeematerial auf. Die Messe ist äusserst populär, besucht wird sie durchschnittlich von bis zu 30000 Interessierten, die Utensilien aus dem Militär ergattern wollen.

Qualität und Preis sind wichtige Faktoren

Fritz Dick, Organisator und Geschäftsführer vom Dicks Army Shop aus dem bernischen Lyss, kennt die Gründe für die grosse Nachfrage: «Es hat mit der Qualität der Ware zu tun. Im Militär muss man das Material stets pflegen, zudem waren wir noch nie in einem Krieg.» Ausserdem könnten sie als Aussteller mit den Preisen variieren: «Läuft etwas weniger gut, senken wir den Preis, das macht enorm viel aus.»

Schliesslich hätten viele Kunden einen Bezug zur Schweizer Armee, teilweise sogar nostalgische Erinnerungen, und interessierten sich für das aussergewöhnliche Angebot: «Bei uns entdeckt man neben sehr nützlichen Utensilien auch Gegenstände, die man nicht in einem Grosswarenhändler um die Ecke findet. Das kann ein Lederriemli oder ein Brotsack von 1896 sein.» Waffen wiederum befinden sich keine im Sortiment, dies habe mit der anvisierten Kundschaft, mehrheitlich Familien, zu tun.

Auch Materialien von ausländischen Armeen

Angefangen hat Fritz Dick mit dem Direktverkauf vor 29 Jahren. Ursprünglich in der Exportberatung tätig, fand er Anfang der Neunziger den Weg zum Verkauf von Armeematerial. «Als in dieser Zeit der Armeebestand von 800000 Männern um über einen Drittel gesenkt wurde, gab es riesige Mengen an Ausrüstung, die auf den Markt gekommen sind.» Zu Beginn hat er das Material teilweise auf den Exportmarkt gebracht, dann startete er jedoch im Kleinverkauf einen Versuch – mit überraschendem Erfolg. «Die privaten Käufer waren begeistert. Und das sind sie immer noch.»

Stand zu Beginn ausschliesslich Schweizer Armeematerial im Angebot, sind heute auch Produkte von ausländischen Armeen dazugekommen; aus Deutschland, Frankreich, Italien, Tschechien, Bulgarien und teilweise auch aus den USA. Nebst dem Angebot ist auch die Ausstellung gewachsen. In diesem Jahr fand sie schweizweit, nebst Zuzwil, an fünf weiteren Standorten statt.

Nach zwei Stunden raucht der Kopf

Auffallend sei, dass der Kern und Charakter der Kundschaft sich verändere, sagt Dick. «Heute kommen viele junge Leute, die Gegenstände suchen, die eher cool statt nützlich sind.» Der Zukunft der Armeeliquidation sieht Dick positiv entgegen – auch wenn die Ausstellung kaum mehr grösser werden kann, davon ist er überzeugt. «Schon jetzt ist der Kunde mit unserem riesigen Angebot ein bisschen überfordert. Kommt man zu uns, ist man schnell bis zu zwei Stunden in der Halle beschäftigt. Danach raucht der Kopf.» Es gebe darum regelmässig Kunden, die mehrmals vorbeikommen. «Es ist halt ein Prozess, ein Event.»

Liquidation von Armeematerial

Der Verkauf in Zuzwil dauert noch bis am Mittwoch, 10. Dezember, und ist jeweils die ganze Woche hindurch geöffnet. Weitere Infos sind auf www.dicks-armyshop.ch zu finden.

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