Zweiter Flawiler Schulrat sucht den Wechsel:
Marco Lüchinger will Gemeinderat werden

Die SP Flawil hat Vize-Schulratspräsident Marco Lüchinger als Nachfolger von Gemeinderat Eddie Frei nominiert. Den Sozialdemokraten ist es bisher nicht gelungen, einen Kandidaten oder eine Kandidatin für den dadurch frei werdenden Schulratssitz zu gewinnen.

Andrea Häusler
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Der bisherige Flawiler Schulrat Marco Lüchinger will Gemeinderat werden. Bild: Andrea Häusler

Der bisherige Flawiler Schulrat Marco Lüchinger will Gemeinderat werden. Bild: Andrea Häusler

(ahi) Für einmal tut es die SP der FDP gleich. Nachdem die Freisinnigen im April ihre Schulrätin, Nadja Heuberger, als Ersatz für die zurücktretende Gemeinderätin Erika Schiltknecht (FDP) nominiert hatten, setzen nun auch die Sozialdemokraten auf ein bekanntes Gesicht. Die Mitgliederversammlung entschied am Mittwoch einstimmig, Schulrat Marco Lüchinger als Nachfolger für SP-Gemeinderat Eddie Frei vorzuschlagen. Damit zeichnet sich zumindest vorerst keine Kampfwahl ab, zumal die Gemeinderäte Markus Lichtensteiger (FDP) und Pascal Bossart (CVP) neuerlich kandidieren und sich auch Gemeindepräsident Elmar Metzger (CVP) für eine weitere Amtsdauer zur Verfügung stellt. Allerdings läuft die Eingabefrist für Kandidaturen noch bis zum 30. Juni.

(Noch) keine Kandidatur für den Schulrat

Lüchinger ist nach Nadja Heuberger, Tanja Diem und Daniel Meier (beide parteilos), der vierte Schulrat, der aus dem siebenköpfigen Gremium ausscheidet. Es verbleiben Johanna Bulic (CVP), René Harzenmoser (FDP) sowie Schulratspräsident Christoph Ackermann (parteilos). Während die FDP mit Beat Ziegler einen Ersatz für Heuberger zur Wahl in den Schulrat stellt, ist die SP bisher noch nicht fündig geworden. Die Mitglieder erteilten der Geschäftsleitung allerdings den Auftrag, nach einer geeigneten Person Ausschau zu halten und diese in eigener Kompetenz nachzunominieren.

Keine Parteiansprüche auf weitere Schulratssitze

Marco Lüchinger sitzt seit 2013 im Schulrat und ist somit – neben Johanna Bulic – das amtsälteste Mitglied. Wobei er seine Ambitionen und das Interesse an Veränderungen nie verhehlt hatte. 2014 hatte er als Schulratspräsident kandidiert, war jedoch an Christoph Ackermann gescheitert. Der 45-Jährige hat auf Grund seiner Ausbildung und seines privaten Umfelds von jeher einen starken Bezug zur Bildung. Aber nicht nur, wie er sagt. Ihn reize das breite Spektrum an politischen Herausforderungen, welches das Amt des Gemeinderats bringe, sagt er. Sein Entscheid habe nichts mit der im vergangenen Herbst lancierte Diskussion, um eine neue Führungsstruktur der Schule Flawil zu tun, welche eine Abschaffung des Schulrats bringen könnte. Der diesbezügliche Handlungsbedarf hatte sich aus der Erkenntnis ergeben, dass der Schulrat mit der Einführung der Einheitsgemeinde vor zehn Jahren Kompetenzen verloren und einen grossen Teil der operativen Aufgaben an die Schulleitungen abgetreten hatte.

Die Flawiler Ortsparteien haben für die Kommunalwahlen vom 27. September nominiert. Noch fehlen Kandidierende für drei Schulratssitze. Ob parteiunabhängige Kandidaturen eingegangen sind, will die Gemeinde vor Ablauf der Eingabefrist nicht kommunizieren.

Unterschriftensammlung vor den Wahlen

Einen weiteren Schwerpunkt der SP-Hauptversammlung bildete die Erweiterung der Geschäftsleitung auf neun Mitglieder. Neu nehmen Eva-Maria Froidevaux und Cécile Casado-Schneider im Gremium Einsitz.

Die Coronapandemie hatte die Unterschriftensammlung für die Volksmotion verhindert, mit der die SP die Gemeinde zu grösserem Engagement in Bezug auf die Kinderbetreuung verpflichten will. Die Unterschriftensammlung soll vor den Wahlen im Herbst durchgeführt werden. Gleichzeitig will die Partei Alternativen zu einer allenfalls neuerlich zur Diskussion stehenden Steuerfusssenkung für 2021 prüfen. Als Variante wurde eine Reduktion der TBW-Grundgebühren genannt, welche finanzielle Erleichterungen für alle Bürgerinnen und Bürger brächte.