Zweite Bestimmung für alte Instrumente: Wie eine plattgewalzte Tuba im Auge nachklingt

In der Uzwiler Galerie am Gleis werden Bruno Reuters aussergewöhnliche Instrumentenbilder ausgestellt.

Kathrin Meier-Gross
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Instrumente für Auge und Ohr: Bruno Reuter (rechts) spielt Hang, Sohn Leo Cajon.

Instrumente für Auge und Ohr: Bruno Reuter (rechts) spielt Hang, Sohn Leo Cajon.

Bild: Kathrin Meier-Gross

Manch einer mag zu Hause ein Instrument haben, das tontechnisch nicht mehr zu gebrauchen ist, bringt es aber nicht übers Herz, das gute Stück zu entsorgen. Bruno Reuter wüsste wahrscheinlich eine Lösung. Er hat die Begabung, Objekte einer unerwarteten neuen Bestimmung zuzuführen. Die Ausstellung in der Galerie am Gleis überrascht und begeistert.

Querflöten auf Keramik

Zwei silberne Querflöten auf einer dunklen Keramikplatte, auf der drei filigrane Notenlinien aufgedruckt sind – ein elegantes Bild. Oder das Schlagzeugbecken mit Essbesteck und kupferner Serviette. Die plattgewalzte Tuba, die den Bilderrahmen sprengt. Die auf den Rücken einer Bratsche geschriebene Lobpreisung. Ganze, in Metall gestanzte Städte, Menschen oder Sternenhimmel – was Bruno Reuter zu Hause in seinem Keller hämmert, fräst, bohrt oder malt, ist einzigartig. Zu seinem Bedauern habe er als junger Mann keine Ausbildung im Kunstsektor absolvieren dürfen, erwähnte er an der Vernissage. Vielleicht hat ihn gerade diese Unvoreingenommenheit ermutigt, seine Ideen umzusetzen und sich immer wieder auf neue Bereiche einzulassen.

«Positives ausstrahlen und Freude bereiten»

«Kunst, Kitsch oder Deko – das ist dem Betrachter überlassen. Meine Bilder sollen einfach nur Positives ausstrahlen und Freude machen», sagte Reuter. Wie sein Kunststil war auch die Musik während der Vernissage ungewöhnlich: Reuter spielte auf dem Hang, begleitet von Sohn Leo, der auf dem Cajon den Takt klopfte. Dem Galerieteam mit Simone Egloff, Nadine Dintheer und Zinta Oklé sprach der vierfache Vater ein dickes Lob aus für die sorgfältige Umsetzung der Coronaschutzvorgaben und die sympathische Organisation dieser Ausstellung, mit welcher die Galeriesaison eröffnet worden ist.

Öffnungszeiten: Freitag 16–19 Uhr, Samstag 11–15 Uhr, Sonntag 14–17 Uhr. Die Ausstellung dauert bis am 27. September.