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Interview

Zwei junge Sportler greifen mit der Faustball-Gemeinschaft Rickenbach-Wilen an

Für die Schweiz an der EM: Die Geschwister Bettina und Markus Burtscher spielen beide im Schweizer Nachwuchs-Nationalkader.
Interview: Marco Enzler
Die Faustball-Nachwuchstalente Bettina und Markus Burtscher. (Bild: Marco Enzler)

Die Faustball-Nachwuchstalente Bettina und Markus Burtscher. (Bild: Marco Enzler)

Kürzlich ging die Faustball-Weltmeisterschaft in Winterthur zu Ende. Auch wenn durch das internationale Turnier vermehrt über das Faustball gesprochen wurde, bleibt es eine Randsportart. Die Geschwister Bettina (17) und Markus (19) Burtscher aus Wilen spielen beide bei der Faustball-Gemeinschaft Rickenbach-Wilen (FG RiWi). Im Juli dieses Jahres durften sie für die Jugendnationalauswahlen zudem die EM bestreiten.

Sie spielen beide bei der FG RiWi. Wie sind Sie zum Faustball gekommen?

Markus Burtscher: Als ich vor über zehn Jahren zu spielen begonnen habe, war Faustball bei uns in Wilen sehr populär. Es hiess: Entweder Faustball oder Fussball beim FC Wil. Aktuell spiele ich in der zweiten Mannschaft in der NLB.

Bettina Burtscher: Bei mir war es so, dass ich durch meinen Bruder vor neun Jahren zum Faustball gefunden habe. Das ist häufig: Spielt erst mal ein Kind im Verein, kommen die Geschwister auch. Da es kein Frauenteam mehr gibt, spiele ich in der 2. Liga bei den Herren mit.

Spielen Sie jeweils auf einer festen Position?

Markus Burtscher: Üblicherweise spezialisiert man sich – im Gegensatz zum Volleyball – entweder auf die Defensive oder die Offensive. Zusätzlich gibt es noch den Mittelmann, der die Pässe zuspielt. Normalerweise spiele ich in der Defensive, manchmal aber auch als Mittelmann.

Bettina Burtscher: Ich spiele hauptsächlich auf der Position des Mittelspielers.

Was fasziniert Sie denn am Faustball besonders?

Markus Burtscher: Faustball ist ein familiärer Sport, bei dem Fairplay gelebt wird. Wir sind nur während des Spiels Gegner. Zudem sind Ballgefühl und Technik nicht leicht zu erlernen. Dies macht den Sport zwar schwierig – aber auch spannend.

Bettina Burtscher: Ich habe viele Freunde im Verein. Als Team zu kämpfen und zusammen etwas zu erreichen, steht für mich im Vordergrund.

Wie gross ist denn die Faustballszene in der Schweiz?

Markus Burtscher: Es gibt insgesamt sieben Ligen, bei denen die Gruppengrössen variieren. Bei uns, also in der NLB, spielen neun Teams.

Gibt es denn genügend Vereine für so viele Ligen?

Markus Burtscher: Ja und Nein. Oft stellen die gleichen Vereine viele Mannschaften. Bei der FG RiWi spielen beispielsweise acht Aktiven-Teams. So sind die meisten Vereine in fast jeder Liga vertreten. Zurzeit gibt es aber nur wenige Vereine, die auf Top-Niveau spielen. Diese machen den Meistertitel jeweils unter sich aus.

Viele Sportvereine beklagen Nachwuchsprobleme. Wie steht es um die Faustballerjugend?

Bettina Burtscher: Nachwuchs gäbe es genug. Bei den Jugendequipen gibt es ausreichend Spieler. Je älter die Kinder jedoch werden, desto weniger werden es. Viele meiner ehemaligen Mitspielerinnen haben aufgehört, als sie in die Lehre kamen. Tagsüber zu arbeiten und abends noch ins Training zu kommen, ist für viele wohl schlicht nicht mehr machbar.

Und wie sieht es auf der finanziellen Seite aus?

Markus Burtscher: Man kann vom Sport nicht leben. Es kommt zwar vor, dass ausländische Spieler in der NLA eingesetzt werden. Diesen wird aber nur Kost und Logis bezahlt.

Bettina Burtscher: Auf Vereinsebene gibt es einige lokale Sponsoren. Ansonsten organisieren wir verschiedene Events. Wenn wir Anlässe wie die Schweizer Meisterschaft organisieren können, spült das viel Geld in die Vereinskasse.

Sie sind beide bereits im Nationalkader.

Bettina Burtscher: Genau. Ich konnte bei den Schweizer Frauen U18 in Hohenlockstedt – in der Nähe von Hamburg – an der EM spielen.

Markus Burtscher: Und ich durfte an der EM für die Schweizer Männer U21 in Lázně Bohdaneč, nahe bei Prag, auflaufen.

Wie haben Sie diesen Anlass erlebt?

Bettina Burtscher: Das war ein tolles Erlebnis. Wir sind als jüngstes Team angereist. Trotzdem waren wir nicht so sehr auf verlorenem Posten wie ursprünglich gedacht. Wir spielten gut mit und konnten gegen Österreich sogar einen Satz gewinnen. Die Stimmung während des Turniers war einfach super.

Markus Burtscher: Auch für mich war es eine gute Erfahrung. Ärgerlich war jedoch, dass wir im Halbfinal gegen die Österreicher verloren, während wir diese in der Gruppenphase noch besiegt hatten.

Sie sind ja nun schon fast an der Weltspitze angelangt. Wo liegen die Ziele für die Zukunft?

Markus Burtscher: Das Ziel wäre, an den kommenden Turnieren etwas erfolgreicher mitzuspielen. Der EM-Titel soll in die Schweiz geholt werden.

Bettina Burtscher: Ich strebe ein erneutes Aufgebot für das U18 Kader der Frauen an – verbunden mit der Teilnahme an der WM im kommenden Jahr.

Waren Sie denn wenigstens als Zuschauer an der WM in Winterthur?

Markus Burtscher: Selbstverständlich. Das war sehr motivierend, weil ich weiss, dass ich irgendwann selbst um den Titel mitkämpfen möchte.

Bettina Burtscher: Es war für uns sehr interessant, weil wir viele Spieler auch persönlich kennen.

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