«Zwei Jahre lang fast zu 50 Prozent»

Nachgefragt

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René Oettli hat vergangene Woche das Präsidentenamt des FC Wil 1900 an den 29-jährigen Faton Ramadani weitergegeben. Oettle war vier Jahre Chef des Wiler Breitensports.

René Oettli, warum sind Sie nach vier Jahren vom Präsidentenamt zurückgetreten?

Ich war einfach nicht mehr in der Lage, die zeitliche Belastung zu bewältigen. Zudem hat sich meine berufliche Situation verändert, sodass ich diesen Schritt vollziehen musste.

Was war Ihre Hauptarbeit beim FC Wil 1900?

Ich habe sehr viel in die Arbeit investiert, Strukturen zu erarbeiten, die helfen sollen, den Verein zu führen. Wir verfügten über keine Stellenbeschriebe, vieles ist einfach so nebenbeiher gelaufen.

Und jetzt? Existieren besagte Strukturen?

Es hat sich diesbezüglich vieles verbessert, aber es gäbe noch ­einiges zu tun. Ich war zwei Jahre lang zu fast 50 Prozent meiner Arbeit mit dieser Hauptaufgabe beschäftigt.

Sie konnten Ihr Amt einem Nachfolger übergeben, der mit 29 Jahren noch sehr jung und Familienvater ist. Denken Sie, er kann die Erwartungen erfüllen?

Das kann er, sofern er genügend Unterstützung vom Vorstand, aber auch von den anderen Vereinsmitgliedern erfährt. Ich traf mich bereits mit Faton Ramadani und habe ihm meine Philosophie der Vereinsführung mitgeteilt. Es liegt jetzt an ihm, etwas daraus zu machen.

Sind Sie auch aus Enttäuschung wegen mangelnder Unterstützung zurück­getreten?

Ja, zum Teil schon. Der Vorstand eines Vereins von dieser Grösse (über 400 Mitglieder, inklusive Nachwuchs und 25 Mannschaften) benötigt unbedingt auch die Unterstützung seiner Mitglieder. Und in diesem Bereich harzt es noch immer.

Eine arbeitsintensive Amtstätigkeit ist nun zu Ende. Bleiben Ihnen auch schöne Erinnerungen?

Unbedingt. Schön und unvergessen bleiben die vielen schönen Stunden auf dem Bergholz, wenn die Kleinen unbeschwert Fussball spielten respektive dem Ball nachrannten. Das gab mir jeweils Kraft für meine Tätigkeit und entschädigte mich für den grossen Aufwand. (uno)