Zwei fliegende Klassenzimmer

Anstelle von Schülern trifft man in diesen Tagen Bauarbeiter in der Schule Enzenbühl. Das Schulhaus wird beinahe komplett saniert. Gestern wurden zwei provisorische Klassenzimmer aufgebaut. Vor Weihnachten sind sie wieder weg.

Samantha Zaugg
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Die beiden provisorischen Schulzimmer wurden mit einem Baukran auf dem Pausenplatz abgeladen. (Bild: Samantha Zaugg)

Die beiden provisorischen Schulzimmer wurden mit einem Baukran auf dem Pausenplatz abgeladen. (Bild: Samantha Zaugg)

FLAWIL. Das Primarschulhaus Enzenbühl in Flawil ist eine Baustelle. Es wird geschweisst, gefräst und verputzt. Die Sanierung ist in vollem Gange. Bauarbeiten, welche Staub-und Lärmemissionen verursachen, werden jetzt in den Herbstferien durchgeführt. Danach wird parallel zum Unterricht gearbeitet. Um den Schulalltag aufrechtzuerhalten, wurden gestern zwei Container aufgestellt. Sie dienen nach den Herbstferien als Ersatzschulzimmer.

Schwerpunkte bewusst gesetzt

Im alten Schulhaus (siehe Kasten) fallen diverse grosse Arbeiten an. Ziele der Sanierung sind unter anderen ein effizienterer Umgang mit Energie und eine bessere Schalldämmung der einzelnen Schulzimmer (die Wiler Zeitung berichtete).

Dazu werden sämtliche Schulzimmer mit einem schallisolierenden Bodenbelag ausgestattet und die Heizung wird erneuert. An der bisherigen Ölheizung wird zwar weiter festgehalten, es werden aber neue Radiatoren und Leitungen eingebaut. Damit die neue Heizung auch nur das Schulhaus und nicht die gesamte Umgebung wärmt, wird zudem der Dachstock isoliert. Zu diesen grösseren Arbeiten kommt weiter ein frischer Anstrich für Flure und Schulzimmer, die Erneuerung von Elektrizität und Beleuchtung, ein neuer Lift und diverse Detailarbeiten.

Budget bewilligt

Der älteste Teil des Schulhauses wird dieses Jahr bereits hundert Jahre alt. Es ist offensichtlich, dass eine gross angelegte Sanierung nötig ist. Die erforderlichen Arbeiten werden insgesamt Kosten von etwa 1,4 Millionen Franken verursachen Die Gemeinde legte Ende November 2012 den Flawiler Stimmbürgern den Antrag für den Baukredit zur Abstimmung vor. Dieser wurde schliesslich von der Bürgerversammlung angenommen.

Container als Provisorium

Trotz der baulichen Massnahmen könne der Schulalltag nach den Herbstferien fast wie gewohnt weitergehen, erklärt Bauleiter Peter Wittenwiler: «Um den Schulbetrieb ohne Einschränkungen zu gewährleisten, haben wir uns entschlossen, zwei Container als Übergangslösung aufzustellen.» Die Container bestehen aus mehreren Elementen und wurden gestern mit einem Baukran auf den Pausenplatz gestellt. So entstehen zwei provisorische Klassenzimmer. Auch die Musikschule wird dort vorübergehend untergebracht.

Ein ganzes Stockwerk zügelt

Die Nutzung der Container verursacht einen gewissen logistischen Aufwand. Bei der Sanierung wird nach Stockwerk vorgegangen. Heisst: Die Klassen, welche gemeinsam auf einem Stock unterrichtet werden, zügeln für etwa drei Wochen ins provisorische Schulzimmer. Sobald das Stockwerk fertig renoviert ist, wird das Mobiliar wieder ins Haus zurücktransportiert und der nächste Stock zieht in den Container ein.

Zweite Etappe hat begonnen

Die Bauarbeiten sollen zügig vorangehen: «Noch vor Weihnachten werden die Container wieder abgebaut.», sagt Peter Wittenwiler. Klar wäre es praktisch gewesen, wenn man alle Sanierungsmassnahmen in den Sommerferien hätte erledigen können. Laut Wittenwiler war dies aber nur beschränkt möglich: «Im Sommer haben viele Unternehmen Betriebsferien.» Ausserdem gebe es für einzelne Bauteile lange Lieferfristen. Man sei schon froh, dass es möglich war, die Fenster und Storen im Sommer zu montieren.

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