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«Zwei bis drei Jahre dauert es»

Ende Monat eröffnen Francesco Diomaiuta und Bigi Amstutz in der Altstadt die Café Bar La Moka. Ihre neuen Nachbarn freuen sich, wissen aber auch um die Schwierigkeiten am Ort. Davon kann auch Gino Bettiga ein Lied singen.
Chris Gilb
Blick auf die Wiler Marktgasse: An den Fenstern des zweiten Hauses von links, der Marktgasse 12, prangt schon das Logo der Café Bar La Moka. (Bild: Chris Gilb)

Blick auf die Wiler Marktgasse: An den Fenstern des zweiten Hauses von links, der Marktgasse 12, prangt schon das Logo der Café Bar La Moka. (Bild: Chris Gilb)

WIL. Lediglich zwei Jahre hat Barbara Gutmann das «Pickfein» betrieben, ihre Nachfolger an der Marktgasse 12 in Wil, Francesco Diomaiuta und Bigi Amstutz, bauen das ehemalige Delikatessengeschäft gerade zu einem Café im italienischen Stil um. Gutmann hat während dieser zwei Jahre viel über die Schwierigkeiten des Standorts «Wiler Altstadt» gelernt. «In der Altstadt existiert so gut wie keine Laufkundschaft. Die Konsequenz sind regelmässige tote Zeiten», sagt Gutmann. Selbst am Dienstagabend, wenn in Wil jeweils Abendverkauf ist, habe die Frequenz nicht merklich zugenommen. «Oft war es richtig anstrengend, trotz fehlender Kundschaft bis acht Uhr durchzuhalten.» Gutmann weisst aber daraufhin, dass die fehlende Frequenz in ihrem Fall nicht nur durch den Standort bedingt war, sondern auch wegen ihres Angebotes: «Immer mehr grosse Ladenketten führen inzwischen eigene Delikatessen-Linien. So lässt sich dieser Einkauf gleich im Supermarkt erledigen.»

Taten statt schöner Worte

Der beste Tag für Gutmanns Geschäft war jeweils der Samstag. Dann habe sie auch vom gemeinsamen Café auf dem Bärenplatz mit Späti Wohnkultur profitiert. «Aber auch diese Mehreinnahmen haben keinen grossen Unterschied gemacht, schliesslich musste ich auch Löhne bezahlen. Wären alle, die mir gesagt haben, wie sehr sie dieses Angebot in der Altstadt schätzen, auch regelmässig vorbeigekommen, hätte ich genügend Kundschaft gehabt», sagt Gutmann.

Angebotslücke schnell gefüllt

Simon Lumpert, Präsident der Altstadtvereinigung Wil, freut sich auf die Café Bar La Moka. «Ich bin froh, dass die Angebotslücke nach der Schliessung von <Pickfein> so schnell wieder gefüllt wird», sagt Lumpert. Der Vorteil, der beiden Betreiber des neuen Cafés sei ihr Bekanntheitsgrad in der Stadt. Vor allem, wenn sie, wie angekündigt, am Wochenende am Abend öffnen. «Es ist wichtig, dass dieser Bereich am Eingang der Altstadt belebt wird, um Besucher anzulocken.» Ob die Altstadt frequentiert werde oder nicht, sei von einer Kombination von Faktoren abhängig. «Auch eine Poststelle kann zu wichtiger Laufkundschaft beitragen, dies muss man sich bewusst sein, wenn man über eine Schliessung der Altstadt-Post nachdenkt», sagt Lumpert.

Altstadtplätze besser nutzen

Zwei bis drei Jahre, so lange habe es etwa gedauert, bis sein Kunstcafé gelaufen sei, sagt Gino Pettiga, Inhaber von Gino's Kunstcafé an der Marktgasse 43. «Ich bin sehr von meiner Stammkundschaft abhängig, deshalb biete ich ihr auch ein abwechslungsreiches kulturelles Angebot», sagt Pettiga. Insbesondere in der Altstadt sei es solcher Mehrwert, der Menschen anziehe. Das sieht auch Armin Pfister so, Inhaber von Späti Wohnkultur an der Kirchgasse 5. «Vor allem die persönliche Beratung wird in einer Zeit, in der von der heimischen Couch aus online eingekauft werden kann, immer wichtiger», sagt Pfister. Er freut sich, dass ein typischer Begegnungsort, wie ein Café eröffnet. So gehe auch das Sommer-Café auf dem Bärenplatz weiter. Pfister hält es für wichtig, das bestehende Potenzial wie die vielen Plätze in der Altstadt kreativer zu nutzen, statt über die Auflösung von Parkplätzen zu diskutieren. «Ich bin gespannt auf das überarbeitete Leitbild und inwiefern sich anschliessend etwas verändert», sagt Pfister.

Simon Lumpert Präsident der Altstadtvereinigung Wil (Bild: pd)

Simon Lumpert Präsident der Altstadtvereinigung Wil (Bild: pd)

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