Zwei Beschwerden eingereicht

Nachdem der Schulrat Jonschwil-Schwarzenbach geschlossen zurückgetreten ist, bleibt die Lage angespannt. Der Gemeinderat nimmt weiterhin keine Stellung. Beim Kanton sind zudem zwei private Beschwerden gegen den Schulrat hängig.

Mario Fuchs
Drucken
Wie es mit der Sanierung und Erweiterung des Primarschulhauses in Schwarzenbach weitergehen soll, bleibt unbeantwortet. (Bild: mf.)

Wie es mit der Sanierung und Erweiterung des Primarschulhauses in Schwarzenbach weitergehen soll, bleibt unbeantwortet. (Bild: mf.)

Jonschwil/Schwarzenbach. Jetzt sind Schulferien. Gespenstisch still ist es in so manchem Schulhaus. In Jonschwil und Schwarzenbach aber ist diese Ruhe trügerisch. Hinter den Kulissen brodelt's – nicht erst seit gestern, als alle sieben amtierenden Schulräte ihren Rücktritt per Ende Jahr bekannt gaben (Wiler Zeitung vom 19. April).

Faktisch ist die Demission allerdings noch nicht Tatsache. Wie Schulratspräsident Markus Häne auf Anfrage erklärt, werde man die Rücktrittsgesuche gesammelt nach Ostern bei der Kantonsregierung einreichen. Beim zuständigen Amt für Gemeinden konnte gestern niemand darüber Auskunft geben, wie ein solcher Fall, in seiner Brisanz nicht gerade alltäglich, behandelt werde. Auch hier machen sich die Schulferien bemerkbar.

Offen für eine Aussprache

Wie es nun weitergehen soll – insbesondere mit der Sanierung und Erweiterung des Primarschulhauses Schwarzenbach – blieb gestern auch unbeantwortet. Markus Häne betont, dass der Schulrat offen sei für eine allfällige Aussprache mit dem Gemeinderat. «Doch sind wir in dieser Sachfrage wahrscheinlich nicht mehr die Richtigen», lässt Häne durchblicken. Trotzdem habe man den Zeitpunkt des Rücktritts bewusst auf Ende Jahr und nicht auf einen früheren Zeitpunkt gelegt, um einen Übergang in geordneten Bahnen sicherzustellen.

Weiter dementierte Markus Häne, dass der Gemeinderat am Dienstag nicht informiert worden sei, wie dies Gemeindepräsident Stefan Frei gegenüber der Wiler Zeitung am Tag zuvor betont hatte. «Wir haben die Information der Politischen Gemeinde, den Parteien, der Elternmitwirkung und den Medien gleichzeitig zukommen lassen.» Einzig das Personal in der Verwaltung der Schulgemeinde sowie die Lehrerschaft habe man kurz zuvor orientiert.

Gemeinderat schweigt weiter

Der Jonschwiler Gemeindepräsident Stefan Frei äussert sich weiterhin nicht zum Rücktritt des Gesamtschulrats. «In der nächsten Woche werden wir diesen an unserer Gemeinderatssitzung thematisieren», erklärt Frei und lässt offen, ob der Gemeinderat danach eine Stellungnahme abgeben werde. Grundsätzlich liege es nicht am Gemeinderat, die Situation zu kommentieren.

Bürger fordert Transparenz

Wie gestern bekannt wurde, sind beim Rechtsdienst des Kantonalen Departements des Innern zwei Beschwerden gegen den Gesamtschulrat eingegangen. Der Wiler Zeitung liegt ein Schreiben des Departements an den Beschwerdeführer Jakob Trümpy aus Schwarzenbach vor, in dem der Eingang bestätigt wird. Trümpy verlangt in einer ersten Beschwerde detaillierte Auskunft über die Verwendung der rund 500 000 Franken, die gemäss seinen Angaben bislang in das Projekt Sanierung und Erweiterung der Primarschule Schwarzenbach geflossen sind. Mehrmals habe er bei der Schulbehörde um Einsicht in die entsprechenden Unterlagen gebeten – diese sei ihm teils erst nach wiederholtem Nachfragen, teils gar nicht gewährt worden. Mit der zweiten eingereichten Beschwerde möchte Trümpy erwirken, dass das Protokoll der Schulbürgerversammlung vom 28. März nachträglich geändert wird. «Einzelne Voten darin sind nicht ausgeführt, obwohl Tonaufnahmen gemacht wurden», kritisiert er.