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ZUZWIL: Streit geht in die nächste Runde

Bei der Katholischen Kirchgemeinde Zuzwil-Züberwangen ist ein Jahr nach dem Eclat um Pfarrer Simon Niederer erst teilweise Ruhe eingekehrt. Die entlassene Pfarreisekretärin Sandra Monsorno hat Klage eingereicht.
Simon Dudle
Um die katholischen Kirchen von Zuzwil (links) und Züberwangen haben sich die Emotionen etwas gelegt. Ein Rechtsstreit könnte aber noch lange dauern. (Bilder: Simon Dudle)

Um die katholischen Kirchen von Zuzwil (links) und Züberwangen haben sich die Emotionen etwas gelegt. Ein Rechtsstreit könnte aber noch lange dauern. (Bilder: Simon Dudle)

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch

Ein «Jahr des Neuanfangs» ist 2017 für Kirchenverwaltungsrats-Präsident Marcel Alder gewesen. Es waren aber auch 365 Tage, in welchen ein grosser Scherbenhaufen zusammengekehrt werden musste. Nachdem im Jahr zuvor ein Streit die Kirchgemeinde entzweit hatte, es zu Vertragsauflösungen mit Pfarrer Simon Niederer sowie Sekretärin Sandra Monsorno und dem geschlossenen Rücktritt des Pfarreirates gekommen war, mussten diverse Personalien geregelt werden.

Der Arbeitsvertrag mit San-dra Monsorno war per Ende 2016 gekündigt worden. Doch der Streit ist bis heute nicht beigelegt. Mit der Beendigung des Arbeitsverhältnisses hatte Monsorno eine Klage beim Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen wegen «ungerechtfertigter Kündigung» eingereicht. Diese zog sie zwar später zurück, weil sich ergeben hatte, dass der Klageweg zuerst über ein Schlichtungsverfahren ging. An der entsprechenden Verhandlung ergab sich aber keine Einigung. Dies führte dazu, dass Monsorno Ende September nun definitiv die Klage beim Verwaltungsgericht St. Gallen wegen ungerechtfertigter Kündigung eingereicht hat. «Das Verfahren hat begonnen, weshalb über den Ausgang noch keine Angaben gemacht werden können», schreibt Marcel Alder im Jahresbericht.

Sechs Monatslöhne als Entschädigung gefordert

Mehr Angaben macht auf Anfrage Rechtsanwalt Heiner Graf, der Monsorno vertritt. «Verschiedene Vorwürfe haben zur Kündigung geführt. Keiner ist wahr», sagt Graf. Details nennt er nicht.

Vier Punkte werden eingeklagt. Wegen einer ungerechtfertigten Kündigung werden sechs Monatsgehälter als Entschädigung gefordert. Dazu sollen Nachzahlungen wegen «Nicht-gewährens des Stufenanstiegs» für die Jahre 2012 bis 2016 kommen. Ferner werden zusätzlich geleistete Arbeitsstunden Sandra Monsornos in Rechnung gestellt. Als letzter Punkt wird eine Entschädigung eingeklagt, weil die Arbeitgeberin die Sorgfalts- und Fürsorgepflicht gegenüber der Arbeitnehmerin verletzt haben soll. Über die geforderten Beträge macht Graf keine Angaben.

Derzeit läuft ein Schriftenwechsel zwischen den Parteien. Wann ein rechtskräftiger Entscheid vorliegt, ist kaum vorhersehbar. Durchaus möglich ist, dass sich der Fall noch Monate oder gar Jahre in die Länge zieht.

Im Pfarreisekretariat startete im Mai 2017 Uschi Keller mit einem 50-Prozent-Pensum als Nachfolgerin von Monsorno. Mit der Schaffung des Zweckverbands «Seelsorgeeinheit Mittleres Fürstenland» per 2018 wurden die Pfarreisekretariate zusammengelegt.

Erledigt hat sich im vergangenen Jahr ein aufsichtsrechtliches Verfahren, welches die «IG Transparenz und Menschlichkeit» sowie weitere Personen aus der Kirchgemeinde im November 2016 gegen den Kirchenverwaltungsrat eingereicht hatten. Eine Untersuchung hat laut Kirchenverwaltungsratspräsident Alder ergeben, dass beim Kündigungsverfahren keine Rechtsverletzungen begangen worden sind.

Der Wiler Stadtpfarrer hilft weiter aus

In diesem Kirchenverwaltungsrat hätte ein personeller Wechsel beinahe zu einer ausserordentlichen Kirchbürgerversammlung geführt. Nach dem Rücktritt von Elisabeth Jud an der letztjährigen Versammlung war der Verwaltungsrat nicht mehr vollständig besetzt. Die Arbeiten wurden ab dem 1. April extern an Helen Karrer aus Zuzwil übertragen. Die Gemeindeordnung verlangt eine Ersatzwahl innerhalb von sechs Monaten. Der Kirchenverwaltungsrat bat jedoch beim katholischen Administrationsrat um eine Verschiebung dieser Ersatzwahl auf die ordentliche Versammlung in diesem Monat. Dem Antrag wurde stattgegeben. Nun stellt sich Karrer zur Wahl. Sie gehört bereits seit Mai des Vorjahres dem Gremium in beratender Form an, hat aber noch kein Stimmrecht. An der diesjährigen Versammlung gibt mit Yvonne Hutter ein nächstes Mitglied des Kirchenverwaltungsrates seinen Rücktritt – nach sechs Jahren im Amt. Als Nachfolgerin stellt sich Lydia Thoma zur Wahl.

Noch keine definitive Lösung besteht beim Pfarrer. Interimsmässig steht seit Mai 2017 der Wiler Stadtpfarrer Roman Giger im Einsatz. Er hat für den Moment die administrative Leitung der Kirchgemeinde Zuzwil-Züberwangen inne, bis das Bistum eine definitive Lösung gefunden hat. Ein neuer Pfarreirat ist noch nicht aufgebaut worden.

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