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Zuzwil lehnt Gerinneausbau knapp ab – keine Chance für Stollenvariante

Die Stimmberechtigten Zuzwils wollen vorderhand keinen Hochwasserschutz. Beide Dorfbach-Projekte wurden an der Urne verworfen.
Andrea Häusler
Der Zuzwiler Dorfbach wird vorläufig weiter in seinem bestehenden Gerinne fliessen. Wann der Hochwasserschutz erneut angegangen wird, ist offen.Bild: Andrea Häusler

Der Zuzwiler Dorfbach wird vorläufig weiter in seinem bestehenden Gerinne fliessen. Wann der Hochwasserschutz erneut angegangen wird, ist offen.Bild: Andrea Häusler

55,9 Prozent der Stimmberechtigten haben entschieden. Und sie sagen zweimal Nein. Wobei das Ergebnis beim Gerinneausbau (Variante A) kaum knapper, bei der Variante B, dem Bau eines Entlastungsstollens durch den Kirchhügel, nicht deutlicher hätte sein können. Von den eingegangenen 1895 in Betracht fallenden Stimmzetteln enthielten 930 ein Ja zum Ausbau des Bachgerinnes, 957 (50,7 Prozent) ein Nein. Für die Stollenvariante sprachen sich lediglich 75 Stimmbürgerinnen und -bürger oder 4,2 Prozent aus. 1717 verwarfen die alternative Bachsanierungsvariante.

Zufriedenheit beim Ad-hoc-Komitee

Zufrieden mit dem Ausgang der Abstimmung ist das Ad-hoc-Komitee (AHK) zur Rettung des Dorfbachs, welches sich im Vorfeld mit Plakatkampagnen und Flyeraktionen für eine Ablehnung beider Hochwasserschutzprojekte starkgemacht hatte. Wobei Peter Link einräumt: «Wir sind weit weg von Triumphgeheul.» Nur: «Mit zweifachem Nein ist der Weg frei für eine sachgerechte und ortsbildverträgliche Planung.»

Explizit betont Link, dass das doppelte Nein an der Urne nicht gleichzusetzen sei mit einer Absage an den dringend notwendigen Hochwasserschutz. Die Meinung darüber, wie dieser umzusetzen ist, haben die elf Mitglieder des Ad-Hoc-Komitees nicht geändert. Dessen Exponenten wollen sich weiterhin für eine Stollenlösung einsetzen. Überzeugt, dass die deutliche Ablehnung dieser Variante an der Urne nicht in der Idee, sondern in der Art der vorgeschlagenen Umsetzung begründet ist. «Ein Ausbau nach der Machbarkeitsstudie Amberg haben ja selbst wir abgelehnt», sagt Peter Link.

Kein Cadillac - ein VW Golf genügt

Nach wie vor ist das AHK überzeugt, dass sich mit einem redimensionierten Stollen ein ortsverträgliches, finanzierbares und zeitnah realisierbares Hochwasserschutzprojekt umsetzen lässt: «Wir brauchen keinen Cadillac, ein VW Golf genügt», sagt Link.

Die Grundlagen für einen Neustart seien bereits im Zuge der Vorarbeiten zu den Abstimmungsvarianten erarbeitet worden. Es sei nun von zentraler Bedeutung, dass der Gemeinderat nicht alleine weiter mache. «Es ist wichtig, dass ein Gremium die Neuplanung begleitet. Ein Gremium, das auch aus Vertretern von Bachanstössern und anderen kompetenten Bürgern bestehe. Ein Vorgehen, das auch die Ortsparteien in ihren Stellungnahmen zur Abstimmung gewünscht hätten.

Manchmal braucht es zwei Anläufe

Nüchtern kommentiert Gemeindepräsident Roland Hardegger das Abstimmungsresultat. «Wir nehmen das so zur Kenntnis und werden an der nächsten Gemeinderatssitzung über das weitere Vorgehen befinden,» sagt er. Wann mit dem neuen Anlauf in gleicher Sache zu rechnen ist, lässt Hardegger offen. Genauso wie die Frage, ob die Stollenvariante nach dem vernichtenden Abstimmungsergebnis überhaupt noch eine Alternative sein kann.

«Bevor eine Neuauflage ins Auge gefasst werden kann, brauchen wir ohnehin einen Planungskredit», macht er klar. Zum Abstimmungsresultat sagt er: «Ich bedaure, dass es nicht gelungen ist, die Bevölkerung zu überzeugen und dadurch der Hochwasserschutz weiter verschoben werden muss.» Allerdings sei das Thema per se emotional und öfter brauche es – das zeige auch der Blick auf andere Gemeinden – für die Umsetzung von Hochwasserschutzmassnahmen zwei Anläufe.

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