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ZUZWIL: «Jetzt sind sie ein Team»

Die besten Zuzwiler Fussballer spielen zwar «nur» in der drittuntersten Liga der Schweiz. Die Leibchen des Ostschweizer FCZ werden aber selbst in Angola stolz getragen. Und zwar in einem Internat auf 1800 Meter Höhe.
Simon Dudle
Ein Stück Zuzwil in Angola: Die «Equipa de Futebol da Missão de Ocola» zählt nun zu den best aussehendsten Teams der Region. (Bild: PD)

Ein Stück Zuzwil in Angola: Die «Equipa de Futebol da Missão de Ocola» zählt nun zu den best aussehendsten Teams der Region. (Bild: PD)

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch

«Als die Leibchen ankamen, wurde getanzt, gesprungen und geklatscht. Es herrschte eine Stimmung fast wie in einem Fussballstadion.» Das sagt Annamarie Rüegg aus Zuzwil, die mit ihrem Mann Willi im November jungen Fussballern aus Angola ein spezielles Geschenk aus der Schweiz überreicht hat: einen Satz Leibchen des FC Zuzwil, der hierzulande nicht mehr gebraucht wird.

Die Idee kam von Fabio Vitto, Präsident des FC Zuzwil. Statt die blauweissen Leibchen, Hosen und Stulpen zu entsorgen, wurden sie der «Equipa de Futebol da Missão de Ocola» vermacht. Dabei handelt es sich um Internatschüler, die in «einfachsten Verhältnissen» leben, wie Rüegg es formuliert. Sie ergänzt: «Die Schule liegt auf über 1800 Meter Seehöhe. Gäbe es sie nicht, müssten die Jugendlichen auf Bildung verzichten, da der Schulweg zu weit wäre.» Zum Teil leben die Menschen in jener Region in Lehmhütten mit Strohdächern und ohne fliessendes Wasser.

Aktion soll wiederholt werden

Rund sieben bis acht Monate im Jahr verbringt das Ehepaar Rüegg seit der Pensionierung 2013 in Angola, um Entwicklungshilfe zu betreiben. Das tat es bereits, bis 1975 der Krieg ausbrach. Dieser war zwar 2002 zu Ende, die Folgen sind aber noch heute spürbar: 60 Prozent der Menschen leben laut Annamarie Rüegg unter der Armutsgrenze. Und dies in einem Land, das reich ist an Ölen und Diamanten – aber eben auch an Korruption.

Als die Leibchen ankamen, war die Freude auch bei Rüeggs gross. «Jetzt sind sie eine Mannschaft. Und dann erst noch die best aussehendste der Region. Die Jungs sind viel stärker mit einem gemeinsamen Tenü», sagt Annamarie Rüegg. Bis diese aber im Südwesten Angolas waren, hat es gedauert. Geplant war die Übergabe bereits 2016. Jedoch wurde es mit der Verzollung zu kompliziert. Dieses Jahr stand nun ein Container zur Verfügung, in welchem die Tenüs verschifft werden konnten. Im August verliessen sie die Schweiz, im Oktober waren sie in Angola. Für die letzten 400 Kilometer innerhalb des Landes hinauf in die Berge wurden noch einmal vier Wochen benötigt. Trainer Padre Jorge Bacia und die Spieler bedankten sich, in dem sie Bilder in die Schweiz übermittelten.

FC-Zuzwil-Präsident Fabio Vitto kündigt bereits an, wieder einmal so etwas zu machen. Er stösst auf offene Ohren. «Wir könnten massenhaft solcher Leibchen gebrauchen. Die Kinder haben sonst kaum Abwechslung im Leben», sagt Rüegg.

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