Zuzwil

Hochwasserschutz am Dorfbach: Die Gemeinde vergibt den Auftrag für die Vorstudie einem Berner Ingenieurunternehmen

Um ein neues, breit abgestütztes Hochwasserschutzprojekt für den Dorfbach zu erarbeiten, hat der Zuzwiler Gemeinderat die Projektgruppe HWS Dorfbach installiert. Diese hat dem Gemeinderat empfohlen, den Auftrag für die Vorstudie an das Berner Ingenieurunternehmen IUB Engineering AG zu vergeben.

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Nicht immer ist der Zuzwiler Dorfbach so friedlich. Deswegen sucht die Gemeinde eine Lösung für den Hochwasserschutz.

Nicht immer ist der Zuzwiler Dorfbach so friedlich. Deswegen sucht die Gemeinde eine Lösung für den Hochwasserschutz.

Bild: Andrea Häusler

(pd/dh) Die Erhöhung der Hochwassersicherheit am Dorfbach in Zuzwil ist eines der herausforderndsten Projekte in der am 1. Januar 2021 beginnenden Legislaturperiode 2021–2024. Um ein mehrheitsfähiges Projekt zu erarbeiten, fanden in den vergangenen Monaten diverse Gespräche mit Vertretern der Parteien, des Ad-hoc-Komitees, des Perimeterunternehmens und des Kantons St. Gallen statt. Dies schreibt die Gemeinde im aktuellen Gemeindeblatt.

Projektgruppe und Begleitgruppe gewünscht

Am runden Tisch wurde der Antrag an den Gemeinderat formuliert, dass für die Erarbeitung eines neuen Projektvorschlags eine Projektgruppe ins Leben gerufen werden soll. Zudem wurde beantragt, eine Begleitgruppe zu gründen, welche die Lösungsansätze bereits in einer frühen Phase beurteilt und spiegelt. Der Gemeinderat hat diesem Vorgehen inzwischen zugestimmt und die Mitglieder der Projektgruppe HWS Dorfbach gemäss dem Vorschlag des runden Tischs gewählt. Der Projektgruppe gehören folgende Personen an: Christoph Ammann, Andreas Christel, Urs Gschwend, Roland Hardegger (Gemeindepräsident), Manfred Hollenstein, Urs Honold, Christian Keller, Marco Länzlinger, Peter Link, Raffael Sarbach und Bernhard Wick. Das Protokoll führt Ratsschreiberin Sandra Hollenstein und die Projektgruppe wird vom Kommunikationsfachmann Ralph Dietsche moderiert.

Partner für Vorstudie definiert

Die Projektgruppe HWS Dorfbach ist mit dem Auftrag gestartet, den Hochwasserschutz des Dorfbachs Zuzwil von einem «weissen Blatt Papier» aus zu denken. Sprich alle Informationen von Grund auf zu beschaffen und nicht auf den bereits vorhandenen Daten aufzubauen. Entsprechend wurde dem Gemeinderat vorgeschlagen, zwei Wasserbau-Fachbüros für eine Präsentation und Offertstellung nach Zuzwil einzuladen.

Diese Büros sollten möglichst unbefangen sein und in der Folge nicht aus dem Kanton St. Gallen stammen. Bei einem Treffen stellten sich die beiden Büros vor und beantworteten Fragen. Schliesslich einigten sich die Mitglieder der Projektgruppe auf die IUB Engineering AG aus Bern. Das Büro verfüge über ausgewiesene Referenzen mit vergleichbaren Aufgabenstellungen im Wasserbau, wie sie in Zuzwil gefordert sein werden. Diesem Vorschlag hat der Gemeinderat zugestimmt und den Auftrag entsprechend vergeben.

Grundlagen werden erarbeitet

Das Büro IUB Engineering wird nun die Grundlagen beschaffen und erheben. Zudem wird es die Projektziele, Anspruchsgruppen, Zwangspunkte und möglichen Konfliktpotenziale zusammen mit der Projektgruppe «HWS Dorfbach bestimmen. Ausserdem soll die Gerinnekapazität des heutigen Dorfbachs hydraulisch überprüft werden. So will die Projektgruppe das Vertrauen in die Richtigkeit der Zahlen erhöhen.

Ebenfalls in der Vorstudie stattfinden wird ein Variantenstudium mit dem Ziel, mindestens zwei Varianten tiefer zu prüfen sowie die Vor- und Nachteile der Lösungsvorschläge gegenüberzustellen. Sobald erste Ergebnisse vorliegen, will die Projektgruppe diese mit der Begleitgruppe diskutieren.

Breit abgestützte Begleitgruppe

Die Gemeinde kündigt an, in den nächsten Tagen im Auftrag der Projektgruppe HWS Dorfbach verschiedene Vereine und Organisationen anschreiben. Diese erhielten die Möglichkeit, bis zu zwei Delegierte in die Begleitgruppe zu entsenden. Mit welchen Vertretern die angeschriebenen Organisationen in der Begleitgruppe Einsitz nehmen wollen, können diese bis Ende März 2021 der Gemeinderatskanzlei melden. Die Bevölkerung soll ebenfalls einbezogen werden. Bis es so weit ist, werde es aber noch ein einige Monate dauern.

Die Projektgruppe HWS Dorfbach ist überzeugt, mit diesem stufenweisen Vorgehen ein mehrheitsfähiges und umsetzbares Hochwasserschutzprojekt erarbeiten zu können. Mit dem frühen Einbezug möglichst aller Interessengruppen will man Herausforderungen frühzeitig erkennen, um zielgerichtet ein Projekt zu erhalten, hinter dem die Mehrheit der Dorfbevölkerung steht. Nur so könne der dringend notwendige Hochwasserschutz realisiert und langfristig gewährleistet werden.