ZUZWIL: Hausarzt gefunden — Gynäkologe gesucht

Der neue Arzt im Zuzwiler Ärztezentrum heisst Christoph Gorka. Der Allgemeinmediziner aus Deutschland tritt seine Stelle am 1. Oktober an und ersetzt Helmut Wehr, der nach Degersheim gewechselt hat.

Andrea Häusler
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Mitglieder des Photoklubs Hinterthurgau präsentieren ihre digitalen Tableaus in der Stiftung Sonnenhalde Münchwilen anlässlich des 60-Jahr-Jubiläums des Vereins. (Bild: PD)

Mitglieder des Photoklubs Hinterthurgau präsentieren ihre digitalen Tableaus in der Stiftung Sonnenhalde Münchwilen anlässlich des 60-Jahr-Jubiläums des Vereins. (Bild: PD)

Andrea Häusler

andrea.haeusler@wilerzeitung.ch

Christoph Gorka praktizierte bisher im niedersächsischen Goslar. Erfolgreich, wenn man den Kommentaren auf den verschiedenen Online-Bewertungsportalen für Ärzte in Deutschland Glauben schenkt. Am 1. Oktober wird er nun seine Stelle bei der Ärztezentren Deutschschweiz AG antreten und sich im Ärztezentrum Zuzwil der ambulanten medizinischen Versorgung der Patientinnen und Patienten annehmen. Damit ersetzt er Helmut Wehr, der Zuzwil per 1. August in Richtung Degersheim verlassen hat und dort als formaler Leiter, jedoch als gleichberechtigter Partner der beiden Ärztinnen Brigitte Graf und Ariana Crottogini in dem im November 2014 eröffneten Ärztezen­trum arbeitet.

Gynäkologenstelle ausgeschrieben

Seit der Neuorientierung von Helmut Wehr nach nur einem Jahr werden die Räume im «Agenda»-Haus an der Zuzwiler Ringstrasse 1 einzig von Allgemeinärztin Tatiana Rieb und dem MPA-Team genutzt.

Dabei könnten auf der verfügbaren Fläche und mit der vorhandenen Infrastruktur vier Ärzte parallel praktizieren. «Personelle Ausbaupläne sind auch vorhanden», sagt Per-Erik Diethelm, Geschäftsführer der Ärztezentren Deutschschweiz AG, auf Anfrage. Gesucht würden derzeit eine Gynäkologin mit 50-Prozent-Pensum sowie eine Kinderärztin beziehungsweise ein Kinderarzt mit 50- bis 100-Prozent-Pensum. Das Einzugsgebiet östlich von Wil und westlich des Grossraums St. Gallen/Gossau sei mit Gynäkologinnen und Gynäkologen eher unterversorgt, ist Diethelm überzeugt.

Um die Lücke zu schliessen, befinde man sich auch auf gutem Weg. Per-Erik Diethelm schwebt in diesem Bereich eine Kooperation mit dem Spital Wil vor. Gespräche seien bereits geführt, verbindliche Entscheide jedoch noch nicht getroffen worden. Nichtsdestotrotz ist er zuversichtlich, den Frauen im Raum Wil-Fürstenland-Untertoggenburg voraussichtlich im kommenden Jahr gynäkologische Sprechstunden in nächster Umgebung anbieten zu können.

Suche nach der Nadel im Heuhaufen

Schwieriger gestalte sich die Ausgangslage bei der pädiatrischen Grundversorgung. Die Suche nach Kinderärztinnen und -ärzten ähnle jener nach der Nadel im Heuhaufen, sagt Diethelm. Ein Mangel an Fachärzten für Kinder und Jugendliche bestehe nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Deutschland. Wobei das Bedürfnis gerade im Raum Zuzwil ausgewiesen sei. Erst recht nach der Schliessung der Praxis von Christoph Francke in Uzwil im Herbst vergangenen Jahres. Laut Per-Erik Diethelm wäre die Ärztezentren Deutschschweiz AG für den Aufbau einer Kinderarztpraxis auch zu Investitionen bereit: «Denn für die ärztliche Versorgung von Kindern wären mit Sicherheit bauliche Anpassungen nötig - insbesondere auch im Bereich des Schallschutzes.»

Den Patientinnen und Patienten von und um Zuzwil werden also ab dem 1. Oktober dieses Jahres wieder drei Allgemeinmediziner beziehungsweise Hausärzte zur Verfügung stehen: Erich Ammann mit seiner Praxis an der Hinterdorfstrasse sowie Tatiana Rieb und Christoph Gorka im Ärztehaus an der Ringstrasse.