Zuzwil
Einsatz zu Gunsten der Biodiversität: Naturschutzverein pflanzt eine Hecke im Zuzwiler Riet

Vor kurzem leistete der Naturschutz Niederhelfenschwil-Zuzwil im östlichen Bereich des Zuzwiler Riets einen wertvollen Einsatz für die Erhaltung und Förderung der Tier- und Pflanzenwelt.

Ernst Inauen
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An den mit Pfählen markierten Stellen gruben die Naturschützer die Pflanzlöcher aus und setzten die Jungpflanzen ein.

An den mit Pfählen markierten Stellen gruben die Naturschützer die Pflanzlöcher aus und setzten die Jungpflanzen ein.

Bild: Ernst Inauen

Der 1995 gegründete Naturschutzverein Niederhelfenschwil-Zuzwil beteiligt sich seit etlichen Jahren an den nachhaltigen Pflegemassnahmen im Zuzwiler Riet, das als ein national bedeutendes Flachmoor und Amphibienlaichgebiet gilt. Vor kurzem organisierte Peter Siegrist, Heckenmeister des Naturschutzvereins Niederhelfenschwil-Zuzwil, eine Pflanzaktion, bei der im südöstlichen Teil des Ostriets mit einer neuen Hecke eine nachhaltige Entwicklung ermöglicht und gefördert werden soll.

Der Agrarwissenschafter und Ökologe André Matjaz, Geschäftsführer der GeSo GmbH leitete und begleitete die Aktion. Er stellte ein vielfältiges Sortiment von 15 geeigneten Straucharten zusammen und beschaffte die entsprechenden Jungpflanzen. Insgesamt wurden über 120 Sträucher und Strauchpflanzen sowie einige Weidenstecklinge und eine junge Eiche ausgesucht und angeliefert.

Sanierter Weiher hilft zahlreichen Tier- und Pflanzenarten

Mehr als ein Dutzend Helferinnen und Helfer traten zur Heckenpflanzaktion im östlichen Riet an. André Matjaz führte sie um die bereits sanierten oder neu angelegten Weiher und erklärte deren Bedeutung für zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten. Damit würden auch die Amphibienvorkommen gefördert und die Wasserhaushaltsituation verbessert. Im Vorfeld wurden verschiedene Strauchgruppe gelichtet und das unpassende Pappelwäldchen am Rande des Moores abgeholzt, um der drohenden Verlandung entgegenzuwirken.

Der Ökologe André Matjaz legte den Pflanzplan bereits vor dem Eintreffen des Helferteams fest. Er steckte an den vorgesehenen Pflanzstellen Holzstäbe ein, die er mit Namenszettel der geplanten Sträucher versah. So konnten die Trupps die entsprechenden Jungpflanzen aussuchen und einsetzen. Neben Rosengewächsen kamen auch dornige, blumige oder Beeren tragende Sträucher zum Einsatz.

Aufwertungsprojekt zeigte schnell Erfolge

Das aktuelle Aufwertungs- und Pflegeprojekt, welches von der Degersheimer Firma GeOs GmbH entwickelt wurde, erstreckt sich über einen Zeitraum von vier Jahren (2019–2023). Es umfasst drei Hauptziele: die Erhaltung des Lungenenzians und des seltenen Lungenenzian-Ameisenbläulings, die Förderung der Amphibienvorkommen, speziell des Laubfroschs, und die Erhaltung der Moorvegetation. Die Kosten werden zu 90 Prozent vom Kanton und zu 10 Prozent von der Gemeinde Zuzwil getragen. Schon 2008 nahmen freiwillige Helferinnen und Helfer des Naturschutzvereins neue Heckenpflanzungen vor. Ein Jahr später machten sich rund 50 Naturschützer im Rietgelände auf die Suche nach dem Lungenenzian, der als Wirtspflanze des vom Aussterben bedrohten Kleinen Moorbläulings gilt. Die entdeckten Standorte wurden mit GPS erfasst und kartografiert. In den folgenden Jahren wurde die Erfassung und Standortbestimmung wiederholt und aktualisiert. (ei)