ZUZWIL: Ein Ja ohne Strahlkraft

Mitten in Zuzwil wird für gut zehn Millionen Franken eine neue Dreifachturnhalle gebaut. An der gestrigen Urnenabstimmung resultierte bei einer hohen Stimmbeteiligung ein Ja-Anteil von knapp 57 Prozent. Auch wird eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach erstellt.

Simon Dudle
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So soll die neue Dreifachturnhalle innen aussehen, welche die rund 30-jährige Halle 2 und 3 ersetzen wird. (Bild: Visualisierung: PD)

So soll die neue Dreifachturnhalle innen aussehen, welche die rund 30-jährige Halle 2 und 3 ersetzen wird. (Bild: Visualisierung: PD)

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch

Ein überzeugendes Ja sieht anders aus. Von den 1464 gültigen Stimmen legten 829 ein Ja in die Urne. Die entspricht einer Zustimmung von 56,6 Prozent. Überzeugend war nur die Stimmbeteiligung von 43,4 Prozent.

Somit kann die Dreifachturnhalle bei der Primarschule Wiesengrund gebaut werden. Mit dem Ja genehmigte der Souverän einen Kredit von 10,13 Millionen Franken. Zusammen mit den 450000 Franken, die über die Vorfinanzierung bereits zuvor gesprochen worden waren, ergibt das ein Betrag von 10,58 Millionen, welche der Bau der neuen Sporthalle verschlingen wird.

Da knapp 200 Personen mehr Ja als Nein gestimmt haben, ist es letztlich doch ein klares Votum. Den Gemeinderat wird es aber nicht zufriedenstellen. Obwohl alle vier Zuzwiler Ortsparteien die Ja-Parole gefasst hatten und auch Vereine für die Halle warben, hat das Ergebnis keine Strahlkraft. Dazu ist es zu wenig deutlich. Denn 635 Personen haben Nein gestimmt. «Man hat in der Schweiz schneller Nein als Ja gesagt. Ich freue mich über die Zustimmung und die hohe Wahlbeteiligung. Der Blick ist nach vorne gerichtet. Am Mittwoch werden die Visiere aufgestellt und ab Freitag liegt das Baugesucht auf», sagt Gemeindepräsident Roland Hardegger.

Wünsche trieben den Preis nach oben

Neben viel Zustimmung hatte es im Vorfeld auch kritische Stimmen gegeben. Unter Federführung von George Flammer formierte sich ein Anti-Komitee gegen den Bau der Halle. In einem Flugblatt waren der Gemeinde unter anderem «Irreführung, unfaires Vorgehen und Manipulation» vorgeworfen worden. Auch von «Salamitaktik» war die Rede, weil das Projekt ursprünglich nach dem Erstellen einer Machbarkeitsstudie mit 8,8 Millionen Franken veranschlagt war, nun aber gut 10,5 Millionen kostet. Hardegger weist die Vorwürfe zurück. Zur Salamitaktik sagt er: «Nach der Machbarkeitsstudie kam der Wunsch, dass jede Garderobe eigene Duschen hat. Es kam der Wunsch, dass jede Turnhalle eigene Geräte hat. Es kam der Wunsch nach einer grossen Küche. Und es kam vom Turnverein der Wunsch nach einem grösseren Geräteraum. Zudem ist eine Machbarkeitsstudie rudimentär.» Ebenfalls Fragen aufgeworfen hatte die Tatsache, dass die Erneuerung der Heizung nicht Teil des Turnhallenbaus ist.

Baubeginn im nächsten Sommer geplant

Auf dem Dach der neuen Halle soll eine Fotovoltaikanlage installiert werden, die 340000 Franken kostet. Auch darüber hatten die Zuzwiler gestern zu befinden. Zu dieser Anlage sagten sie deutlicher Ja als zur Turnhalle: 943 Personen stimmten dafür, 499 waren dagegen.

Der Baubeginn ist Anfang Juli 2018 geplant, womit die Turnhalle ab dem Schuljahr 2019/2020 benutzt werden könnte. Voraussetzung ist, dass bis nächsten Sommer eine rechtskräftige Baubewilligung vorliegt. Während der 14-tägigen Auflagefrist ab dem 1. Dezember sind Einsprachen möglich, die in der Folge bis vor Bundesgericht weitergezogen werden könnten, womit das Projekt eine lange Verzögerung erführe. «Wir haben im Vorfeld der Abstimmung mit den engsten Nachbarn bereits Kontakt aufgenommen», sagt Hardegger.