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ZUZWIL: Den Stollen bachab geschickt: Zuzwiler Gemeinderat erteilt Idee von Ad-Hoc-Gruppe eine Abfuhr

Ein Ad-Hoc-Komitee fordert zum Hochwasserschutz einen Entlastungsstollen unter dem Kirchhügel. Der Gemeinderat will das Projekt nach einer ersten Prüfung nun aber nicht weiterverfolgen. Die Kosten sind deutlich höher als bei der angedachten Bachsanierung.

Über 10 Millionen Franken würde ein Entlastungsstollen in Zuzwil kosten. Er wäre somit rund doppelt so teuer, wie wenn man den Dorfbach auf dem aktuell verlaufenden Abschnitt sanierte. Dies war die markanteste Aussage, welche Zuzwils Gemeindepräsident Roland Hardegger am Dienstagabend in der Aula der Primarschule Züberwangen im Rahmen der Vorgemeinde zur am kommenden Mittwoch stattfindenden Gemeindeversammlung kundtat.

Realisierbar, aber zu teuer

Nachdem eine Ad-Hoc-Gruppe von Zuzwiler Bürgern vor knapp einem Monat publik gemacht hatte, dass ein Entlastungsstollen unter dem Kirchhügel dem geplanten Sanierungsprojekt vorzuziehen sei, holte der Gemeinderat für 15000 Franken zwei Offerten ein. Knackpunkte des Stollens sind die Realisierbarkeit und die Kosten.

Das Resultat: Technisch ist ein Stollen realisierbar. Es wird davon ausgegangen, dass sich unter dem Kirchhügel Lockergestein und kein Fels befindet. Allerdings würde sich der Kanton finanziell nicht an einer Variante beteiligen, die teurer wäre als die Sanierung. Die beiden Studien, welche unabhängig voneinander erstellt wurden und nahezu die gleichen Ergebnisse geliefert haben, gehen davon aus, dass ein Stollen 10,4 Millionen Franken kosten würde. Die geplante Sanierung ist auf dem entsprechenden Abschnitt mit 4,8 Millionen Franken veranschlagt. Die Kostenschätzung beim Stollen beinhaltet eine mögliche Abweichung von 30 Prozent, jene bei der Sanierung von 20 Prozent. Um für den Stollen ein Vorprojekt zu erarbeiten, wären 335000 Franken nötig.

Ad-Hoc-Gruppe hält sich bedeckt

Der Zuzwiler Gemeinderat hat am Montagabend entschieden, den Stollen nicht weiterzuverfolgen. Womöglich spielten bei dieser Entscheidung auch die Entwicklungen in der Nachbargemeinde Uzwil eine Rolle. Dort wurde vor einigen Jahren ein gut 1,5 Kilometer langer Stollen zur Entlastung der Uze gebaut. Der ursprünglich veranschlagte Betrag von 9 Millionen Franken hat damals aber bei weitem nicht ausgereicht.

Die Reaktionen auf den Zuzwiler Gemeinderats-Entscheid waren teilweise emotional. So wurde der Behörde vorgeworfen, das Projekt voreilig zu versenken. «Wir wollen nichts versenken, sondern etwas fürs Dorf machen», entgegnete Hardegger. Seitens der Ad-Hoc-Gruppe blieb es bei einem knappen Hinweis, man wolle sich nun Zeit nehmen, um über die Zukunft des «Jahrhundert-Projekts» zu befinden. Die Gruppe war erst wenige Stunden vor der Versammlung über den Gemeinderatsbeschluss informiert worden. Man darf gespannt sein, ob und wie das Komitee an der Gemeindeversammlung von kommendem Mittwoch reagieren wird.

Initiative will Perimeter-Beitrag verhindern

Gemäss aktueller Lage deutet nun einiges darauf hin, dass statt eines Stollens wie ursprünglich angedacht eine Sanierung des Bachs erfolgt. Doch dabei sind Verzögerungen so gut wie sicher.
Vor allem die Finanzierung sorgt in der Gemeinde bereits jetzt für rege Diskussionen. Dabei hat der Gemeinderat noch nicht einmal kommuniziert, mit welchem Anteil sich die privaten Bachanstösser beteiligen müssen. Um dies mitzusteuern, hat Walter Kerschbaumer von der SVP Zuzwil eine Initiative lanciert. Diese sieht vor, dass sich private Grundeigentümer mit Bachanstoss nicht an den Sanierungskosten beteiligen müssen. Der Perimeterbeitrag würde also entfallen.

Der Gemeinderat Zuzwil prüft derzeit, ob diese Initiative überhaupt rechtens ist. Fest steht, dass die Gesamtsanierung des Dorfbachs rund 8 Millionen Franken kosten wird und sich Bund sowie Kanton mit bis zu 60 Prozent an den Kosten beteiligen würden. In Zuzwil haben sich die Anstösser mittels Perimeterbeitrag zu beteiligen. Die Behörde könnte diesen aber auch bei lediglich einen symbolischen Franken pro Anstösser festlegen.

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