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ZUZWIL: Bach geht tiefere und breitere Wege

Der Dorfbach soll künftig einem 100-jährlichen Hochwasser standhalten können. Dazu ist eine Sanierung notwendig. Die Kosten belaufen sich auf 8 Millionen Franken. Am Dienstagabend wurde ein Vorprojekt präsentiert.
Ursula Ammann
Die aufgehängten Pläne stiessen auf Interesse. (Bild: Ursula Ammann)

Die aufgehängten Pläne stiessen auf Interesse. (Bild: Ursula Ammann)

Ursula Ammann

ursula.ammann@wilerzeitung.ch

Durch das starke Gewitter im Juni 2015 trat der Zuzwiler Dorfbach an verschiedenen Stellen über die Ufer und flutete Strassen und Keller. Mit Bildern des Hochwassers eröffnete Gemeindepräsident Roland Hardegger am Dienstagabend die Informationsveranstaltung im gut gefüllten Triangel-Saal. «Der Gemeinderat und die Perimeterunternehmung Dorfbach haben sich aber schon vor diesem Ereignis mit dem Ausbau des Dorfbachs beschäftigt», so Hardegger. Die Naturgefahrenkarte des Kantons hatte nämlich gezeigt, dass das Element «Wasser» für Zuzwil die grösste Gefährdung darstellt. Der Bach ist nicht in der Lage, die Wassermengen bei einem Hochwasser schadlos abzuleiten. Im Oktober 2014 wurde die Brühwiler AG Bauingenieure und Planer, Goss­au, beauftragt, gemeinsam mit den kantonalen Fachstellen ein Vorprojekt zu erstellen für die ­Sanierung des Dorfbachs. Dieses wurde der Bevölkerung nun zusammen mit dem Baulinienplan vorgestellt. Von Interesse war die Veranstaltung vor allem für Anstösser, und davon gibt es nicht wenige, verläuft der Bach doch durchs Siedlungsgebiet.

50 bis 60 Prozent zahlen Kanton und Bund

Welche Massnahmen notwendig sind, um künftig Schäden wie jene im Juni 2015 zu vermeiden, erklärte Jasmine Lude von der Brühwiler AG. Abschnitt für ­Abschnitt erläuterte sie, welche Arbeiten vorgesehen sind. Praktisch über die gesamte Ausbaulänge muss der Dorfbach verbreitert und «tiefer gelegt» werden. Im Bereich der Ausserdorfstrasse ist etwa eine Absenkung der Bachsohle von 1,7 Meter vorgesehen. Als mögliche Variante hat das Planerbüro auch die «Ausleitung Mettlen» ausgearbeitet. Dabei wurde untersucht, ob und wie viel Wasser aus dem Dorfbach ins Gebiet «Mettlen» nordwestlich der Kantonsstrasse ausgeleitet werden kann. Im Rahmen dieser Ausleitung würde eine Kurve weg von den Häusern hinaus ins Landwirtschaftsland gelegt, wo das Wasser rausschiessen könnte. Das hätte unter anderem den Vorteil eines geringeren Ausbaus.

Im Zuge der Sanierung müssen sämtliche Übergänge erneuert werden. Unter dem Grossteil der Brücken sei der Abfluss selbst für ein 30-jährliches Hochwasser zu klein, sagte Jasmine Lude.

Im Siedlungsgebiet soll der Bach künftig einem 100-jährlichen Hochwasser standhalten können, beziehungsweise in der Lage sein, die entsprechenden Wassermengen schadlos abzuleiten. Die Kosten für die Sanierungsarbeiten belaufen sich auf rund acht Millionen Franken. Ursprünglich ausgegangen ist man von zehn Millionen Franken. Das Projekt kommt also günstiger als gedacht.

Von den acht Millionen Franken fliessen 50 bis 60 Prozent als Beiträge von Bund und Kantonen. Die Restkosten tragen Gemeinde und Perimeterunternehmung. Letztere existiert in Zuzwil seit gut 40 Jahren. Die Grundeigentümer haben dabei jährlich kleinere Beiträge einbezahlt. Im Fond befinden sich derzeit 50000 bis 70000 Franken.

Bei der anschliessenden Diskussionsrunde waren die Fragen eher technischer als finanzieller Natur. Hermann Fässler, ehe­maliger Gemeindepräsident ­Zuzwils, wollte wissen, ob ein ­Retentionsbecken oberhalb des Siedlungsgebiets kein Thema gewesen sei, um die Wassermengen zu drosseln, die ins Dorf kämen. Markus Brühwiler von der Brühwiler AG entgegnete, dass man diese Massnahme geprüft aber wieder verworfen habe. Bezüglich dem Kosten-Nutzen-Wirkung-Verhältnis sei eine Ausleitung sinnvoller. Ausserdem sei eine Retentionsanlage oberhalb des Siedlungsgebiets auch ein ­Risiko. «Wenn sie versagt, ist es für Zuzwil nicht mehr lustig», so Brühwiler. Auf die Frage eines ­anderen Anwesenden, ob man auch den Bau eines Hochwasserstollens unter dem Kirchhügel in Erwägung gezogen habe, sagte Brühwiler, dass ein solcher schlicht zu teuer wäre.

Für individuelle Fragen zu einzelnen Grundstücken wurden die Anstösser gebeten, eigens dafür vorgesehene Sprechstunden zu nutzen.

Die Sprechstunden finden am Montag, 11. September, von 11 bis 13.30 Uhr und am Dienstag, 12. September, von 17 bis 19.30 Uhr im Gemeindehaus statt.

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