ZUSTIMMUNG: Überraschend viel Einigkeit

An der Rickenbacher Gemeindeversammlung standen am Mittwochabend gleich vier Kredite auf der Traktandenliste, welche im Vorfeld für Diskussionen gesorgt hatten. Alle Anträge des Gemeinderats wurden gutgeheissen – drei sogar einstimmig.

Simon Dudle
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Gutgeheissen: Was heute mehr Sicht- als Lärmschutz ist, wird schon bald einer Lärmschutzwand weichen. (Bild: Hans Suter)

Gutgeheissen: Was heute mehr Sicht- als Lärmschutz ist, wird schon bald einer Lärmschutzwand weichen. (Bild: Hans Suter)

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch

Es ging alles in allem um knapp zwei Millionen Franken, über welche die Stimmbürger Rickenbachs zu befinden hatten. Am meisten zu diskutieren gab die Frage, ob gemeinsam mit der Gemeinde Wilen ein Jugendraum in Wilen errichtet werden soll. 160000 Franken sind für einen dreijährigen Pilotversuch veranschlagt. Nicht bei allen kamen die Pläne aber gut an. Dagegen war zum Beispiel Daniel Stieger, der gemäss eigenen Angaben einen Jugendverein leitet. Er sagte: «Viele Jugendliche gehen in der Freizeit nicht an einen Ort, wo sie betreut werden. Ein Jugendtreff ist nicht mehr zeitgemäss.» Zudem wurde, nicht von Stieger, kritisiert, dass die Jugendarbeiter von der Gemeinde Wilen angestellt würden und Rickenbach diesbezüglich zu wenig Mitbestimmungsrecht habe.

Schliesslich überwog die Zustimmung deutlich. Nachdem ein Antrag von Harry Stehrenberger auf geheime Abstimmung chancenlos geblieben war, setzte es in der eigentlichen Abstimmung ein deutliches Ergebnis ab. Das Ja war so klar, dass Gemeindepräsident Ivan Knobel nicht einmal nachzählen liess.

Damit ist der Jugendtreff, der nach den Sommerferien in der ehemaligen Abwartwohnung der Sekundarschule Ägelsee öffnen soll, aber noch nicht Tatsache. Auch die Stimmbürger Wilens müssen an ihrer Gemeindeversammlung am 27. März zustimmen. Sagen sie Ja, wird nach dem dreijährigen Pilotversuch in beiden Dörfern über die definitive Inbetriebnahme abgestimmt.

Lärmschutzwand einstimmig gutgeheissen

Ein Kredit in fast gleicher Höhe (155000 Franken) war für die Errichtung einer 70 Meter langen Lärmschutzwand beim Autobahnzubringer zu sprechen. Das Viadukt Mühle und die Umfahrungsstrasse bis zum Kreisel Richtung Umfahrung Bazenheid werden für 13,7 Millionen Franken saniert. Lärmschutzmassnahmen sind von Gesetzes wegen zwingend. Bisher hat die Statik der Brücke aber keine Wand zugelassen, und eine simple Holzverbauung schützte die Anwohner vor dem Lärm. Obwohl anstelle der Lärmschutzwand auch günstigere, weniger wirksame Lärmfenster hätten installiert werden können, resultierte ein einstimmiges Ja für die Wand.

Zwei Strassen können dieses Jahr saniert werden

Ganze 1,355 Millionen Franken müssen aufgewendet werden, um die 430 Meter lange Hochbühlstrasse zu sanieren und mit neuen Werksleitungen zu versehen. Im Vorfeld hatte es bei der öffentlichen Planauflage sechs Einsprachen gegeben, was geringfügige Änderungen am Projekt zur Folge hatte. Es kam an der Versammlung zu Anmerkungen, aber zu keiner ausufernden Diskussion, und die Abstimmung ergab ein einstimmiges Ja.

Interessant dürfte sein, welches Ingenieurbüro den Zuschlag bekommt. Als vor Jahresfrist die in der Nähe gelegene Oberdorfstrasse saniert werden musste, trug die Firma Bhateam aus Sirnach dafür die Verantwortung. Allerdings gab es wiederholt Kritik von den Anwohnern, weil die Kommunikation nicht passte und zu wenig Leute auf der Baustelle waren. «Es ist effektiv bei weitem nicht alles gut gegangen. Wir wollen es dieses Mal besser machen», sagte Knobel. Die Arbeiten sollen zwischen April und Mitte September stattfinden.

Für keine Emotionen sorgte der Kredit zur Sanierung der Breitestrasse zwischen dem Einkaufszentrum Breite und dem Coop Bau+Hobby. Der Kredit von 312000 Franken wurde einstimmig gutgeheissen.