ZUSAMMENARBEIT: Gemeinsam zu alter Stärke

Die Handballer von St. Otmar und Fides haben eine Vereinbarung zur Kooperation im Leistungs- und Nachwuchsbereich abgeschlossen.

Fritz Bischoff
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Simon Bamert (hier im Dress von Fides) profitiert bereits von der Zusammenarbeit zwischen St. Otmar und Fides. (Bild: Coralie Wenger)

Simon Bamert (hier im Dress von Fides) profitiert bereits von der Zusammenarbeit zwischen St. Otmar und Fides. (Bild: Coralie Wenger)

Fritz Bischoff

sport@tagblatt.ch

St. Otmar in der Abstiegsrunde der NLA. Der SV Fides in der Finalrunde der 1. Liga ohne Aussichten auf einen Aufstieg in die NLB. Der St. Galler Handball hat schon erfolgreichere Jahre erlebt. Die Zeiten mit umkämpften Derbys, vollen Hallen und zwei oder gar drei Teams aus der Stadt St. Gallen in der NLA sind längst Geschichte.

Nun sollen künftig die Grabenkämpfe, Anfeindungen und übertriebenen Rivalitäten zwischen den St. Galler Vereinen Geschichte sein. Seit der EM 2006 organisiert die IG Handball St. Gallen, ein Zusammenschluss der Vereine von St. Otmar, Fides, Bruggen, BTV St. Gallen und dem LC Brühl, alljährlich Länderspiele in St. Gallen. Nun soll endlich auch im Leistungs- und Nachwuchsbereich erfolgreich zusammengearbeitet werden. Nicht in erster Linie der Not gehorchend, sondern viel eher der Vernunft folgend, haben sich die Verantwortlichen von St. Otmar und Fides über eine Kooperation in den Bereichen Leistungssport der Männer und Junioren ab der Stufe U13 geeinigt.

Einigkeit unter den Clubpräsidenten

«Das Ganze muss ein Geben und Nehmen zwischen unseren Vereinen sein. In der Vergangenheit war es zu oft ein Geben unsererseits», meint der Präsident des SV Fides, Patrick Keller. «Dies soll künftig nicht mehr so sein. Uns ist die gegenseitige Kooperation wichtig», sagt St. Otmars Präsident, Hans Wey. Mit dem eigenen Nachwuchs alleine könne man die Kader der Elite-Teams nicht füllen. «Wir sind auf die Zusammenarbeit mit andern Vereinen angewiesen», so Wey weiter.

Dass Kooperation möglich ist, hat in der laufenden Saison zum Einen der Einsatz der Nachwuchsspieler Simon Bamert und Lukas Linde bei St. Otmar in der NLA und bei Fides in der 1. Liga gezeigt. Zum Anderen ist die Zusammenarbeit mit den regionalen Vereinen von Arbon und Goldach-Rorschach Beweis dafür. Ein grundlegendes Anliegen der Kooperation unter den Handballvereinen ist die Ausbildung der Junioren. «Alle talentierten Nachwuchsspieler der Region sollen in unseren Elite-Teams gefördert werden», sagt Wey. Ihr Ziel müsse es sein, einmal in der NLA bei St. Otmar zu spielen. «Dies werden aber nur die Besten schaffen. Wichtig ist, dass jene, die es nicht schaffen, wieder zu ihren Stammvereinen zurückkehren», erklärt Wey. Er will für die unterklassigen Vereine kein Konkurrent, sondern ein Partner sein.

Aus diesem Grunde wird in der aktuellen Saison auch auf einen möglichen Aufstieg des Nachwuchsteams St. Otmars in die 1. Liga verzichtet. Das ist ganz im Sinne von Keller, denn künftig soll sein Fides-1.-Liga-Team vor allem auch ein Entwicklungsgefäss für ambitionierte Junioren sein. Zusätzlich ist in der 2. Liga eine Spielgemeinschaft St. Otmar/SV Fides Espoirs vorgesehen. «Wir als SV Fides bekennen uns zum Breiten- und nicht zum absoluten Spitzensport», sagt der Präsident von Fides.

Anschluss an die nationale Spitze wieder finden

Die 1. Liga oder vielleicht einmal die NLB würden den Ambitionen von Fides entsprechen. Vor allem wolle man von der 4. bis zur 1. Liga alle Stufen anbieten, sagt Keller. Um die angedachte Kooperation längerfristig zu einem Erfolgsmodell gedeihen zu lassen, wollen sich die Vereinsverantwortlichen in regelmässigen Zusammenkünften untereinander austauschen. Dabei will man auch die Karriereplanung einzelner Spieler angehen. Damit soll der Handball in St. Gallen wieder den Anschluss an die nationale Spitze schaffen und wenn möglich sogar wieder internationales Niveau erreichen.