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Zurück zu altem Glanz gefunden: Der Wiler Madonna wird ein eigener Kunstführer gewidmet

Nachdem die Wiler Madonna vor einem Jahr in der Marienkapelle einen würdigen Ort gefunden hat, ist ein Kunstführer über das Denkmal erschienen. Dies markiert den Höhepunkt einer ereignisreichen Geschichte.
Gianni Amstutz
Die Wiler Madonna in der eigens für sie renovierten Marienkapelle der Kirche St. Nikolaus. (Bild: PD)

Die Wiler Madonna in der eigens für sie renovierten Marienkapelle der Kirche
St. Nikolaus. (Bild: PD)

Die Wiler Madonna hat eine bewegte Geschichte. Heute zählt sie zu den wichtigsten Kulturgütern der Stadt. Deshalb wurde ihr nun ein Kunstführer der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK) gewidmet. In diesem wird die Vergangenheit der Madonna beleuchtet sowie ihr Weg an ihren heutigen Standort im eigens für sie renovierten Raum, der Marienkapelle der Kirche St. Nikolaus, aufgezeigt. Der Kunstführer sei durch seine Darstellung etwas Besonderes geworden, da nicht nur die Figur gezeigt werde, sondern auch welche Rolle sie im Lauf der Zeit gespielt habe, bemerkt GSK-Redaktor Markus Schneider. «Für uns von der GSK ist der Kunstführer über die Wiler Madonna ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk.»

Die Erstellung des Kunstführers über die Figur der Muttergottes bildet den vorläufigen Höhepunkt in einer Geschichte voller Ruhm, Verehrung und Kult. Über den Ursprung und den Schöpfer der Wiler Madonna ist kaum etwas bekannt. Einzig das Alter lässt sich bestimmen. Die Skulptur wurde zwischen 1160 und 1180 geschaffen, ist also mehr als 800 Jahre alt.

Den Wert der Madonna verkannt

Jahrhundertelang wurde die Figur verehrt und lockte zahlreiche Pilger nach Wil. Gar Wunder und Heilungen wurden der Muttergottes zugeschrieben. Doch irgendwann – wann genau weiss niemand – verschwand das Gnadenbild. Historiker vermuten, dass die Figur durch eine gefälligere, zeitgemässere Darstellung ersetzt wurde.

Dass sie nicht komplett entsorgt wurde, geschah wohl ausschliesslich aus Pietätsgründen. Stattdessen verschwand sie in einer Nische der Liebfrauenkapelle, wo sie bei der Renovation derselben 1879 wiederentdeckt wurde. Ihre kunsthistorische Bedeutung wurde aber noch lange verkannt. Mit dem heutigen Abbild der Muttergottes hatte die Madonna allerdings auch nur wenig zu tun.

Ihr Zustand war desolat, ja sie war geradezu verstümmelt. Unsachgemässe Übermalungen und der Zahn der Zeit hatten auch vor dem wunderwirkenden Andachtsbild nicht haltgemacht. So wurde sie 1964 im Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft in Zürich renoviert, wodurch sie wieder nahe an den Originalzustand heran kam.

Dem Kult zurückgegeben

An ihrem heutigen Standort in der eigens dafür renovierten Marienkapelle der Kirche St. Nikolaus steht die Wiler Madonna erst seit einem Jahr. «Wir wollten für die Figur einen Ort, der ihr gerecht wird», sagt Stadtpfarrer Roman Giger. Dabei hätten sie Wert darauf gelegt, die Madonna nicht museal auszustellen, sondern sie ihrem ursprünglichen Zweck entsprechend dem Kult zurückzugeben. Denn die Muttergottes soll nicht als liebliches und schönes Kunstwerk bewundert werden. «Sie ist innere Schönheit, die auf höhere Zusammenhänge hinweist», schreibt Benno Ruckstuhl, der sich intensiv mit der Geschichte der Figur auseinandergesetzt hat und massgeblich daran beteiligt war, ihr zu einem würdigen Platz zu verhelfen.

«Täglich pilgern Menschen zur Madonna, um einen Moment der Stille oder des Dankes zu erleben, ein Anliegen vorzutragen oder ihr Herz auszuschütten.» Dadurch lebe die Wiler Madonna wieder. Ähnliche Worte wählte Jürg Grämiger, Präsident des Kirchenverwaltungsrats. Auch er sprach von einer Wiedergeburt «eines unserer wertvollsten Schätze», die den Menschen zurückgegeben worden sei.

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