Zum zweiten Mal die beste U18-Tennisspielerin: Die Wilenerin Alina Granwehr holt ihren fünften Schweizer Meistertitel bei den Juniorinnen

Die 17-jährige Alina Granwehr ist für ihre Gegnerinnen auch nach der langen Coronapause eine Nummer zu gross: Am Samstag gewann sie den Meistertitel in der höchsten Nachwuchskategorie. Granwehr sagt, wie sie die Coronazeit gemeistert hat und wie es für sie nun weitergeht.

Marie-Theres Brühwiler
Drucken
Teilen
Alina Granwehr sichert sich mit einem souveränen 6:2, 6:2-Sieg gegen Sophie Lüscher ihren fünften Schweizer Meistertitel bei den Juniorinnen.

Alina Granwehr sichert sich mit einem souveränen 6:2, 6:2-Sieg gegen Sophie Lüscher ihren fünften Schweizer Meistertitel bei den Juniorinnen.

Bilder: PD

Alina Granwehr bleibt bei den Schweizer Tennisjuniorinnen das Mass aller Dinge. Obwohl die Genferin Sebastianna Scilipoti an den Nachwuchsmeisterschaften in Bern die Topgesetzte war, lag die Favoritenrolle auf den Schultern der Wilenerin. Und einmal mehr wurde Granwehr dieser auf eindrückliche Art gerecht.

Am Samstag, zwei Tage vor ihrem 17. Geburtstag, besiegte Granwehr im Final wie schon bei den Hallentitelkämpfen die Aargauerin Sophie Lüscher, die zuvor die an Nummer eins gesetzte Scilipoti bezwungen hatte. Die Swiss-Tennis-Kaderjuniorin spielte gewohnt offensiv mit Cleverness und gewann mit 6:2, 6:2.

Ihre fünfte Goldmedaille durfte Alina Granwehr (rechts) von Severin Lüthi, dem Coach von Roger Federer, entgegennehmen.

Ihre fünfte Goldmedaille durfte Alina Granwehr (rechts) von Severin Lüthi, dem Coach von Roger Federer, entgegennehmen.

Die Gegnerinnen in den Runden zuvor hatten gegen Granwehr noch weniger Chancen. Titel Nummer fünf war deshalb nie in Gefahr. «Es war eines meiner Ziele, im gleichen Jahr zweimal Schweizer Meisterin in der höchsten Juniorenkategorie U18 zu werden», sagt die nationale Nummer 2 des Jahrgangs 2003 und Nummer 20 der Schweizer Tennisrangliste.

Abrupte Abreise aus Malaysia, nur ab und zu in der Quartierstrasse Tennis gespielt

Granwehr, die die Klubfarben des TC Sirnach und TC Wil vertritt, bestritt ihr letztes internationales Turnier in Sarawak (Malaysia). Nach dem abrupten Turnierabbruch trat sie Mitte März Hals über Kopf, mit einem mulmigen Gefühl zusammen mit ihrem Trainer Kai Stentenbach die Heimreise mit Hindernissen an. Dazu Granwehr:

«Obwohl am damaligen Turnierort das Coronavirus kaum ein Thema war, wurde mir der Ernst der Lage sehr schnell klar.»

Ihre Trainingsstätte bei Swiss Tennis in Biel war bei ihrer Ankunft in der Schweiz bereits geschlossen. «Ich habe von Mitte März bis im Mai ausschliesslich zu Hause an meiner Kondition gefeilt. Tennis gespielt habe ich nur ab und zu in unserer Quartierstrasse, die als Sackgasse kaum befahren ist», sagt die Nummer 131 der Juniorenweltrangliste mit einem Lächeln. Die Motivation habe sie dabei aber nie verloren. «Das für uns ausgearbeitete Konditionsprogramm war sehr abwechslungsreich.»

Frauenturnier in Trimbach gewonnen

Alina Granwehr macht jedoch keinen Hehl daraus, dass ihr die Tenniscourts gefehlt haben. «Ich geniesse es deshalb umso mehr, dass ich jetzt wieder voll trainieren und zumindest in der Schweiz Turniere spielen kann», sagt sie. Selbstvertrauen konnte sie bereits bei ihrem ersten Turniereinsatz nach rund drei Monaten tanken. «Dass ich das Frauenturnier in Trimbach gleich gewinnen konnte, war wichtig», sagt sie.

Alina Granwehr war an den Schweizer Meisterschaften einmal mehr die Stärkste.

Alina Granwehr war an den Schweizer Meisterschaften einmal mehr die Stärkste.

Ende Juli wird die heute 17-jährig gewordene Tennisspielerin mit dem TC Zofingen im NLA-Interclub um Punkte kämpfen. Wann die fünffache Schweizermeisterin der Juniorinnen wieder internationale Turniere bestreiten kann, ist unklar. Anders als WTA und ATP hat die für die Juniorenturniere verantwortliche ITF noch kein Datum für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs festgelegt. «Ich hoffe sehr, dass die eigentlich im Juli geplanten Europameisterschaften der U18-Junioren in Klosters im September doch noch ausgetragen werden können. Denn darauf freue ich mich schon sehr lange», sagt Granwehr.