Zum Tod von Rolf Kellenberger

Mit Rolf Kellenberger ist ein in der ganzen Schweiz bekannter und geschätzter Gespannfahrer gestorben. Er wurde 67 Jahre alt und hinterlässt eine grosse Lücke.

Christian Jud
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Rolf Kellenberger (Bild: chj.)

Rolf Kellenberger (Bild: chj.)

SCHWARZENBACH. Rolf Kellenberger war einer der profiliertesten Gespannfahrer der Schweiz. Wie er sich zum internationalen Gespannfahrer entwickelte, ist die Geschichte eines jungen Mannes, der sich abseits des üblichen Umfeldes oder militärischer Vorgaben mit dieser in der Nachkriegszeit auch in der Schweiz aufkommenden Sportart befasste.

Jüngster in der Equipe

Rolf Kellenberger war seinerzeit das jüngste Mitglied in der Schweizer Equipe und zeitlebens auf Eigenständigkeit bedacht. Sein Weg war alles andere als leicht. Der Aufwand musste allein getragen werden, und auch die finanzielle Seite war immer wieder ein schmaler Grat. Sportlich indes lohnte sich der Aufwand und der sich zum Spitzensportler emporgearbeitet habende Gespannfahrer durfte in seiner Karriere so manchen Erfolg feiern.

Rolf Kellenberger war mit seinem Vierspänner mehrfacher Schweizer Meister. Zudem startete er für die Schweiz fünfmal an Weltmeisterschaften. Und an vielen nationalen und internationalen Turnieren legte er für den Fahrsport Ehre ein.

Die Zeit in Schwarzenbach

Bis zum Abbruch der Scheune mit der Remise an der Säntisstrasse in Schwarzenbach im Jahr 2009 gehörte der während 20 Jahren hier eingemietete Rolf Kellenberger und lebenslang begeisterte Pferdesportler zum Dorfbild. Kinder, die diesen Weg zur nahen Schule gingen, bekamen einen einmaligen Einblick in den Alltag eines Pferdefuhrhalters. Er liess seine Pferde auf den rund 50 Aren hinter der Scheune weiden, seinen Wagenpark auf dem Vorplatz aufrüsten und brachte an der Scheunenwand die Fuhrgeschirre auf Hochglanz.

«Pferde sind herrliche Tiere»

Unzählige Interessierte lernten in dieser Zeit von Rolf Kellenberger den fachgerechten Umgang mit dem Fuhrwerk und den Pferden, von denen der Verstorbene sagte: «Wer sich dem Fahrsport verschreibt, sollte sich eingehend mit dem faszinierenden Wesen Pferd auf dessen Rücken, als Reiterin oder Reiter, aber auch mit dessen Bedürfnissen in der Fütterung und der Pflege beschäftigen. Pferde sind herrliche Tiere, aber sensibel. Wer sich dem Fahrsport verschreibt, muss vollumfänglich auf die Tiere eingehen.»