Zum Glück spielte er eine Nebenrolle

Beim gestrigen 1:0-Auswärtssieg des FC Wil in Aarau waren die Augen auch auf Schiedsrichter Sébastien Pache gerichtet, da er sich zuvor in einem Spiel mit Wiler Beteiligung einen groben Fehler geleistet hatte.

Simon Dudle
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Konterte die Kritik mit einer guten Leistung: Schiedsrichter Sébastien Pache, hier im Gespräch mit Wils Murat Akin. (Bild: Emotionfocus)

Konterte die Kritik mit einer guten Leistung: Schiedsrichter Sébastien Pache, hier im Gespräch mit Wils Murat Akin. (Bild: Emotionfocus)

Es war keine einfache Aufgabe für den 41jährigen Super-League-Schiedsrichter Sébastien Pache. Im Hinterkopf hatte er gewiss noch die Vorkommnisse des Spiels zwischen Chiasso und Wil drei Wochen zuvor, als er die Nummern von zwei Tessiner Spielern verwechselte und darum einen Akteur mit der gelbroten Karte vorzeitig vom Feld schickte, der noch nicht verwarnt war. Obwohl er seien Fauxpas rechtzeitig bemerkte und den entsprechenden Spieler vor Wiederaufnahme der Partie aus der Garderobe zurückholte, legte Chiasso noch während der Partie Protest ein. Dieser ist noch immer hängig. Ein Wiederholungsspiel würde allerdings überraschen.

Dazu kam, dass Pache auch beim letzten Spiel zwischen Aarau und Wil im März dieses Jahres im Mittelpunkt des Interesses gestanden war. Der entscheidende Penalty, der den Aargauern einen 2:1-Sieg eintrug, hatte erst nach minutenlangen Diskussionen getreten werden können.

Nachdem der Schweizerische Fussballverband Pache eine dreiwöchige Pause verordnet hatte, kehrte er gestern aufs Feld zurück. Zwar blieben die Türen der Schiedsrichter-Garderobe nach dem Spiel lange zu, was allerdings nicht auf eine Krisensitzung hindeuten muss. Denn diese längere Unterredung ist Standard, wenn ein Schiedsrichter-Inspizient zugegen ist, was gestern der Fall war. Dem Spielleiter war ein positives Zeugnis auszustellen. Er war jederzeit Herr der Lage, auch wenn es auf beiden Seiten heisse Szenen gab. Wils Nduka Ozokwo wurde nach knapp einer Stunde im Aarauer Strafraum an der Grenze der Legalität angegangen. Die Pfeife blieb aber genauso stumm wie zuvor auf der Gegenseite, als die Aarauer Penalty reklamiert hatten. Die Entscheidungen waren jederzeit klar, so dass hinterher weder auf der einen noch auf der anderen Seite über den Schiedsrichter lamentiert wurde. Pache hatte im Spitzenspiel eine Nebenrolle, die ihm mehr als nur recht gewesen sein dürfte.