Zukunft gehört der Qualität

Vor zehn Monaten übernahm Nicolas Härtsch die Führung der Flawa AG. Er verzichtete auf die Auslagerung der Produktion von Flawil nach Polen und setzt auf Swissness und Innovation.

Hans Suter
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Nicolas Härtsch leitet die Flawa AG seit zehn Monaten. Hinter den Qualitätsprodukten steht er mit Leib und Seele. (Bild: Hans Suter)

Nicolas Härtsch leitet die Flawa AG seit zehn Monaten. Hinter den Qualitätsprodukten steht er mit Leib und Seele. (Bild: Hans Suter)

FLAWIL. Dass er das Flawiler Traditionsunternehmen just zum 100-Jahr-Jubiläum übernehmen würde, hätte der 30jährige Rechtsanwalt Nicolas Härtsch vor wenigen Jahren nicht für realistisch gehalten. Seit dem 1. Januar diesen Jahres ist es Realität. Mit einem Paukenschlag stieg der neue Mehrheitsaktionär und Delegierte des Verwaltungsrats in die operative Tätigkeit ein: Härtsch sagte die geplante Verlagerung der Produktion mit rund 100 Arbeitsplätzen nach Polen ab und setzt auf Swissness, Qualität und Innovation.

Trennung von Stilleinlagen

Die Flawa AG ist in den Geschäftsbereichen Watteprodukte, Hygienesohlen, Stilleinlagen und Medizinprodukte tätig. Aus der Herstellung von Stilleinlagen wird sich die Flawa AG noch in diesem Jahr zurückziehen. «Trotz hohem Automatisierungsgrad sind wir in diesem umkämpften Markt längerfristig nicht konkurrenzfähig. Deshalb werden wir uns bei den Stilleinlagen künftig auf die Handelstätigkeit beschränken und die freiwerdenden Ressourcen in die Entwicklung neuer Produkte investieren.» Der Entscheid hat wenig Einfluss auf den Mitarbeiterbestand. «Wir müssen zum Glück nur wenige Kündigungen aussprechen», sagt Nicolas Härtsch.

Neue Produkte

Der Mitarbeiterbestand sinkt per Ende Jahr von 145 auf circa 140. «Es ist nicht unsere Absicht, kleiner zu werden», schränkt Härtsch ein. «Manchmal muss man aber devestieren, um die Marktchancen zu verbessern.» Diese sieht er insbesondere in Swissness, Qualität und Innovation. «Wir werden nächstes Jahr zwei bis drei neue Produkte auf den Markt bringen», verrät der Unternehmer, ohne Details zu nennen. «Wir arbeiten stetig an der Entwicklung neuer Produkte und halten Ausschau nach interessanten Handelsprodukten, die zu uns passen.» Etwa drei Prozent des Umsatzes fliessen allein in die Entwicklung. «Generell lässt sich sagen: Was wir verdienen, wird wieder investiert.»

Blick in die Zukunft

Den Schritt vom Rechtsanwalt hin zum Unternehmer hat er noch keine Minute bereut. «Es ist mein Naturell, nach vorne statt zurück zu blicken und Aufgaben anzupacken.» So ist er ein Sponsoring-Engagement mit dem FC St. Gallen eingegangen, das insbesondere die Sparten Medizinprodukte und Hygienesohlen ideal zur Geltung bringe und entsprechend viel Echo ausgelöst habe. Die Megatrends sieht er in Produkten, die bei einfacher Handhabung einen maximalen Nutzen bieten.

Verdienst der Mitarbeitenden

Am Standort Flawil möchte Härtsch festhalten, wenngleich mehr als 60 Prozent der Produktion in den Export gehen. Dass die Flawa nach 100 Jahren noch existiert, wertet Nicolas Härtsch als Verdienst der Mitarbeitenden. «Auf sie sind wir stolz. Sie sind das Humankapital und die Familie der Flawa zugleich.» Als Dank richtete die Flawa gestern ein grosses Mitarbeiterfest aus, welchem auch Gemeindepräsident Elmar Metzger beiwohnte.

Gestern feierte die Flawa AG ihr 100jähriges Bestehen mit einem grossen Fest. Die Mitarbeitenden mit ihren Familien und die Pensionierten waren dazu eingeladen. (Bild: pd)

Gestern feierte die Flawa AG ihr 100jähriges Bestehen mit einem grossen Fest. Die Mitarbeitenden mit ihren Familien und die Pensionierten waren dazu eingeladen. (Bild: pd)

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