Zukunft des Bergrennens ungewiss

Der Verein Bergrennen Hemberg kämpft ums finanzielle Überleben. Dies, nachdem die diesjährige Rechnung des Grossanlasses mit einem Verlust von 50 000 bis 70 000 Franken abschliesst.

Jesko Calderara
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HEMBERG. Knapp sechs Wochen sind seit der Zweitauflage des Bergrennens Hemberg vergangen. Zeit, in der die Verantwortlichen die gewonnenen Erfahrungen analysiert und am Rechnungsabschluss gearbeitet haben. Dabei bestätigten sich erste Befürchtungen. «Der Anlass im September hat ein erhebliches Loch in die Kasse des Vereins gerissen», sagt OK-Präsident Christian Schmid. Obschon die Erfolgsrechnung noch nicht vorliegt, beziffert er das Defizit auf 50 000 bis 70 000 Franken.

Die Hälfte weniger Zuschauer

Der Einbruch bei den Zuschauerzahlen sei drastischer ausgefallen als erwartet, sagt Christian Schmid. Während der Erstausgabe des Bergrennens 12 000 bis 14 000 Zuschauer beiwohnten, fanden dieses Jahr an beiden Tagen zusammengerechnet nur noch rund 7000 Besucher den Weg nach Hemberg. «Abzüglich der Gratiseintritte und Kinder unter zwölf Jahren zählten wir so ungefähr 5000 Eintritte», erläutert der OK-Präsident rückblickend. Dass die Probleme bei der Bewältigung des Verkehrs sowie die langen Wartezeiten vor den Verpflegungsständen 2012 nicht ohne Auswirkungen bleiben würden, sei ihnen bewusst gewesen.

Laut Christian Schmid hätten sie dieser Tatsache sowie dem allgemein grösseren Interesse bei einer Neuauflage Rechnung getragen und für dieses Jahr mit einem Drittel weniger Besucher kalkuliert. Doch nicht einmal diese Vorgaben sind erreicht worden.

Forderungen werden beglichen

Die Organisatoren haben bereits verschiedene Anstrengungen unternommen, um die Finanzen wieder ins Lot zu bringen. So soll eine Spendenaktion zugunsten des Trägervereins die benötigten Mittel einbringen. Trotz den Schwierigkeiten sind die Verantwortlichen noch immer voller Tatendrang. Von der wirtschaftlichen Seite abgesehen fällt ihre Bilanz positiv aus. Sie hätten ihre Hausaufgaben gemacht und das geänderte Konzept habe sich in der Praxis bewährt, sagt Schmid. Ein Grossanlass benötige aber drei Jahre, bis er fest etabliert sei. «Die Austragung solcher Events ist zum Hochrisikogeschäft geworden.» «Die ganzen Unwägbarkeiten zu meistern ist stets eine Gratwanderung, zumal unser Budget über 600 000 Franken beträgt.»

Kostensenkung um 20 Prozent

Geplant sind noch zwei weitere Massnahmen, mit denen die finanzielle Basis des Vereins gesichert werden soll. «Wir müssen mehr Sponsorengelder generieren, um Reserven zu bilden», sagt Schmid. Ansetzen will er darüber hinaus auf der Kostenseite und den Aufwand um 20 bis 25 Prozent reduzieren. «Dabei passen wir die Infrastruktur den Bedürfnissen an und fahren das Angebot bei Überkapazitäten, etwa im Bereich der Verpflegungsstände, wieder herunter.» Ob das Bergrennen Hemberg im Jahr 2014 eine Fortsetzung finden wird, ist ungewiss.