ZUKUNFT: Der Neuanfang hat einen Namen

Der Konflikt in Katholisch-Zuzwil beschäftigt die ganze Seelsorgeeinheit. Das zeigte sich einmal mehr an der Kirchbürgerversammlung in Niederhelfenschwil. Grund zur Freude gab aber die Präsenz eines neuen Mitarbeiters.

Ursula Ammann
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Rolf Tihanyi wird Pfarreibeauftragter und Gemeindeseelsorger in ZuzwilZüberwangen. Er tritt seine Stelle am 1. August an. (Bilder: Ursula Ammann)

Rolf Tihanyi wird Pfarreibeauftragter und Gemeindeseelsorger in ZuzwilZüberwangen. Er tritt seine Stelle am 1. August an. (Bilder: Ursula Ammann)

Ursula Ammann

ursula.ammann@wilerzeitung.ch

Ein Blitz hatte 2015 in den Turm der Johanneskirche eingeschlagen und das Glockenwerk lahmgelegt. Einen Blitzschlag der «etwas anderen Art» habe man im letzten Jahr erlebt, sagte Michael Okle. Der Präsident der Katholischen Kirchgemeinde Niederhelfenschwil sprach damit an der ordentlichen Kirchbürgerversammlung von Montagabend den Streit in der benachbarten Kirchgemeinde Zuzwil an. Im Herbst kam es dort zum grossen Knall zwischen Pfarrer Simon Niederer und dem Kirchenverwaltungsrat.

Vom Bischof empfohlen, von den Räten gewählt

«Dieser Konflikt hat unsere Amtstätigkeit dominiert, auch wenn wir nicht direkt involviert waren», sagte Okle. Die Kirchgemeinden sind durch die Seelsorgeeinheit Mittleres Fürstenland miteinander verbunden. Simon Niederer ist damit auch Pfarrer in Niederhelfenschwil, Lenggenwil und Zuckenriet. Die Räte letzterer drei Gemeinden haben sich hinter den Enscheid des Kirchenverwaltungsrats Zuzwil-Züberwangen gestellt, Pfarrer Simon Niederer zu kündigen. «Wir kamen zum Schluss, dass der Vertrauensverlust zu gross ist und es einen Neuanfang braucht», erklärte Okle. Die Einigung zwischen Simon Niederer und dem KVR Zuzwil kurz vor Weihnachten bezeichnete er aber als «vernünftigen Kompromiss».

Simon Niederer, welcher der Versammlung am Montagabend beiwohnte, wird ab Mai nicht mehr zur Verfügung stehen. Dazu kommt, dass die Katechetin Karin Jud eine neue Stelle angetreten hat und Pfarrer Erwin Keller pensioniert wird. Es sei noch nicht ganz klar, wie es auf priesterlicher Seite weitergehe, so Okle. «In den Gottesdiensten werden wir vermehrt mit Aushilfen arbeiten müssen und es wird eine Anpassung der Gottesdienstordnung geben.»

Einen neuen Mitarbeiter konnte Michael Okle aber bereits präsentieren: Rolf Tihanyi, derzeit in der Seelsorgeeinheit Oberbüren-Niederbüren-Niederwil tätig. Er tritt am 1. August die Stelle als Pfarreibeauftragter von Zuzwil-Züberwangen an. Er werde seinen Wohnsitz nach Zuzwil verlegen, sagte Tihanyi im Rahmen einer kurzen Vorstellung. Durch das Ressortsystem habe er aber auch mit Niederhelfenschwil zu tun. «An diese Gemeinde habe ich gute Erinnerungen», so Tihanyi. «Hier habe ich meine erste Trauung gemacht.»

Als Pfarreibeauftragter und Gemeindeseelsorger von Zuzwil-Züberwangen wird Rolf Tihanyi zahlreiche Aufgaben von Pfarrer Niederer übernehmen: Sei es Religionsunterricht, Liturgie oder Firmungen. Weiter wird er besorgt sein um die Koordination innerhalb der Seelsorgeeinheit. Rolf Tihanyi ist den Kirchen­verwaltungsräten vom Bistum St. Gallen zur Wahl empfohlen worden. Er wird sich am Montag auch an der Kirchbürgerversammlung in Zuzwil vorstellen.

Zweckverband als staatsrechtliches Pendant

Der Niederhelfenschwiler Kirchenverwaltungsratspräsident Michael Okle informierte weiter über die Pläne der Kreisräte der Seelsorgeeinheit Mittleres Fürstenland, einen Zweckverband zu gründen. Ziel ist es, der pastoralen Seite der Seelsorgeeinheit ein staatskirchenrechtliches Pendant gegenüberzustellen. Ein solcher Zweckverband würde unter anderem den Vorteil bringen, dass das Personal nicht mehr von den einzelnen Kirchgemeinden, sondern über den Zweckverband angestellt werden könnte, dem Vertreter aus allen Kirchgemeinden angehören. Ende Jahr soll der Zweckverband stehen.