Zuhause für demente Menschen

ROSSRÜTI. Die Thurvita AG plant ein «Haus für Demenz». Nun ist der Standort bekannt. Das Gebäude soll hinter dem Alters- und Pflegeheim Rosengarten in Rossrüti zu stehen kommen. Die Kosten betragen 31 Millionen Franken.

Philipp Haag
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Das «Haus für Demenz» soll auf dem Grundstück hinter dem Alters- und Pflegeheim Rosengarten zu stehen kommen.

Das «Haus für Demenz» soll auf dem Grundstück hinter dem Alters- und Pflegeheim Rosengarten zu stehen kommen.

Es soll ein Vorzeigemodell für die Ostschweiz werden. Die Thurvita AG plant ein «Haus für Demenz», das nach neuesten Erkenntnissen gebaut werden soll. Nun ist bekannt, wo das Gebäude erstellt werden soll: Hinter dem Alters- und Pflegeheim Rosengarten in Rossrüti. Dies sagt Thurvita-Geschäftsleiter Alard du Bois-Reymond auf Anfrage. Das Grundstück von der Konstanzerstrasse bis zum Krebsbach hat eine Grösse von 14 000 Quadratmetern. 12 000 Quadratmeter sind im Besitz der Stadt, 2000 Quadratmeter gehören der Thurvita im Baurecht. Mit dem Stadtrat hätten bereits Gespräche stattgefunden, sagt du Boys-Reymond. «Er ist grundsätzlich bereit, die Parzelle abzugeben.» Der auf dem Gelände stehende Werkhof und das alte Feuerwehrdepot werden abgerissen. Sie müssen der Zufahrt und dem Parkplatz weichen.

Gespräche mit den Nachbarn

Das «Haus für Demenz» ist auf 100 Plätze ausgelegt. Eine Machbarkeitsstudie hat ergeben, dass das vorgesehene Grundstück genügend gross ist für ein Gebäude dieser Dimension. Nun nimmt die Thurvita die weitere Planung an die Hand. Mit den Nachbarn werden erste Gespräch geführt. «Ausserdem überarbeiten wir das Raumprogramm für das Gebäude», sagt du Bois-Reymond. Er möchte nicht starr an den 100 Plätzen festhalten, sondern das Konzept einer modularen Bauweise mit eine Bandbreite von 80 bis 140 Plätzen anwenden. Bei der Überarbeitung des Raumprogramms wirken nationale und internationale Experten mit, wie du Bois-Reymond sagt. Architektonisch soll das Gebäude einem fortschrittlichen Standard entsprechen. Hindernisse oder Gebäudeteile, die bei dementen Personen Ängste auslösen können wie Treppen oder lange Flure, sollen möglichst vermieden oder in einer Form realisiert werden, die den Bedürfnissen der dementen Menschen entsprechen. «Alles, was dem Wohlbefinden von dementen Personen nicht förderlich ist, wird kritisch hinterfragt», sagt du Bois-Reymond. Er möchte mit dem «Haus für Demenz» in Rossrüti ein «vorbildliches Projekt» verwirklichen, das dementen Personen bestmögliche Lebensbedingungen bietet. Bis Ende nächsten Jahres sollten die Vorarbeiten so weit abgeschlossen sein, dass der Wettbewerb ausgeschrieben werden kann. Die geschätzten Baukosten beziffert du Bois-Reymond auf rund 31 Millionen Franken, inklusive Ausstattung, aber ohne Land. Gemäss dem Zeitplan der Thurvita soll im Jahr 2020 mit den Bauarbeiten gestartet werden.

Demenzabteilung zieht um

Gegenwärtig sind die dementen Personen im Pflegezentrum Fürstenau sowie im Alterszentrum Sonnenhof untergebracht. Die Demenzabteilung des Sonnenhofs wird im nächsten Februar in die Pflegewohnung Bergholz verlegt. Durch den Umzug ergibt sich eine Erhöhung der Kapazität auf 40 bis 50 Plätze. Bereits in sieben Jahren reichen die Plätze nicht mehr aus. Du Bois-Reymond geht bei einer Zunahme von jährlich drei Prozent von 60 dementen Menschen im Jahr 2022 aus. In zehn Jahren sind es gar 80 Plätze, die benötigt werden. Dabei handelt es sich um Personen aus den Vertragsgemeinden Wil, Niederhelfenschwil, Rickenbach und Wilen. Du Bois-Reymond ist überzeugt, dass das Angebot auch ausserhalb der Thurvita-Gemeinden auf Interesse stösst. Aus diesem Grund geht die Thurvita in der Planung von einer Richtgrösse von 100 Personen aus. Das «Haus für Demenz» ist neben dem Spitex-Quartierstützpunkt in Bronschhofen das zweite Grossprojekt, das die Thurvita in den nächsten Jahren angeht, und gehört zu den drei Pfeilern der neuen Strategie (siehe Kasten).

Der Werkhof und das alte Feuerwehrdepot neben dem Alters- und Pflegeheim Rosengarten sollen der Zufahrt zum «Haus für Demenz» weichen. (Bilder: Philipp Haag)

Der Werkhof und das alte Feuerwehrdepot neben dem Alters- und Pflegeheim Rosengarten sollen der Zufahrt zum «Haus für Demenz» weichen. (Bilder: Philipp Haag)

Alard du Bois-Reymond CEO Thurvita AG

Alard du Bois-Reymond CEO Thurvita AG