Zugehört und Tränen getrocknet

Der Verein Chinderhus Rägeboge bedankte sich mit einem Galaabend voller Herzlichkeit und kabarettistischem Charme bei jenen, welche die Kindertagesstätte in den vergangenen 20 Jahren in irgendeiner Form unterstützt hatten.

Kathrin Meier Gross
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«Für einmal sollen Daniela Eilinger (links) und Judith Suter (rechts) im Mittelpunkt stehen», sagte Vereinspräsidentin Cornelia Sidler. (Bild: Kathrin Meier Gross)

«Für einmal sollen Daniela Eilinger (links) und Judith Suter (rechts) im Mittelpunkt stehen», sagte Vereinspräsidentin Cornelia Sidler. (Bild: Kathrin Meier Gross)

NIEDERUZWIL. «Sie haben viele Tränen getrocknet und unzählige Windeln gewechselt. Sie haben die Kinder weitergebracht, junge Menschen ausgebildet und mit ihrer Arbeit einen Dienst an der Gesellschaft geleistet. An diesem Abend sollen sie nun selber einmal im Mittelpunkt stehen», sagte Cornelia Sidler, Präsidentin des Vereins, und überreichte Daniela Eilinger und Judith Suter Blumen.

Viel Wohlwollen erfahren

Was vor zwanzig Jahren in einer kleinen Wohnung an der Wiesentalstrasse mit 13 Kindern begonnen hatte, ist zu einer geschätzten Kindertagesstätte gewachsen. Das Chinderhus Rägebogä bietet aktuell 46 Plätze sowie Ausbildungs- und Arbeitsstellen. Cornelia Sidler erinnerte daran, dass die Unternehmensgründung von den Initiantinnen Mut und Engagement gefordert hatte. Sie hätten dabei oft auf wohlwollende Leute zählen können. Und viele dieser Frauen und Männer, welche die Kita unterstützt haben, waren der Einladung zum Galaabend ins Pfarreizentrum gefolgt: ehemalige und aktive Gemeinderats- und Vorstandsmitglieder – der Verein war 2003 gegründet worden –, Vertreter der Arbeitgebervereinigung und der Firma Bühler, Pfarreiangehörige, Handwerker, Gewerbetreibende und Privatpersonen.

Kinder ein Stück begleiten

Grosser Dank gebühre ihren Eltern und jenen von Daniela Eilinger, fügte Judith Suter bewegt an. Es gäbe viele Anekdoten zu erzählen. Beispielsweise von der ehemaligen Bäckersfrau, die ihnen immer gratis Brot aufs Fenstersims gelegt habe. Oder von der Grossmutter, die hin und wieder einen Batzen für den Rägeboge spendet, und von einem Vater, der dafür sorgt, dass immer Holz vorhanden ist. Das Chinderhus Rägeboge sei für sie wie eine erweiterte Familie gewesen, erinnerte sich Barbara Da Re. Sie habe geweint, als sie ihre Tochter am ersten Tag in der Kita abgegeben habe. Als sie gesehen habe, wie sich das Kind dort wohl gefühlt habe, sei das eine riesige Erleichterung gewesen. Als alleinerziehende Mutter habe ihr die Kita ermöglicht, für ihr Einkommen zu sorgen und im Beruf weiterzukommen. Darum habe sie sich gerne an der Vereinsgründung beteiligt und im Vorstand mitgearbeitet. Sie habe gelernt loszulassen, sagte Daniela Eilinger. Das Kita-Team würde die Kinder ein Stück auf ihrem Lebensweg begleiten und müsste sie dann wieder ziehen lassen. Ein Lernprozess, den alle Mitarbeitenden durchmachen müssten. Dank gebühre auch den eigenen vier Kindern. Diese müssten oft hinten anstehen, fügte Daniela Eilinger an. Das Duo Knuth und Tucek bereicherte den Galaabend mit stimmgewaltigen und emanzipatorisch-witzigen Liedern.