Zufriedenheit hat grösseren Mehrwert

Die Uzwiler Gemeindeangestellten werden auch in Zukunft Überstunden leisten, so wie sie das schon vor der angeordneten Arbeitszeitverlängerung getan haben.

Urs Bänziger
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Die Uzwiler Gemeindeangestellten werden auch in Zukunft Überstunden leisten, so wie sie das schon vor der angeordneten Arbeitszeitverlängerung getan haben. Der Gemeinderat wollte ein Zeichen setzen und zeigen, dass auch eine Gemeindeverwaltung auf härtere wirtschaftliche Bedingungen reagieren kann. Die Solidarität mit den exportorientierten Betrieben war gut gemeint, aber nicht zu Ende gedacht. Die Gemeindeverwaltung muss in erster Linie Dienstleistungen gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern erbringen. Den wirtschaftlichen Druck bekommt sie zwar auch zu spüren, aber deswegen kurzfristig die Arbeitszeit des Personals zu erhöhen, war unnötig und übertrieben.

Die Angestellten standen nicht hinter der Aktion des Gemeinderates. Sie haben die Arbeitszeitverlängerung zähneknirschend hingenommen. Dass sich niemand der Betroffenen zur Wehr setzte, ist Ausdruck von Verunsicherung und Verängstigung. Der Gemeinderat hat sich mit seinem eigenen Personal nicht solidarisch gezeigt. Er hat die Mitarbeitenden zu dieser Aktion gezwungen statt sie davon zu überzeugen.

Der Gemeinderat gesteht zwar ein, die Reaktionen auf seinen Entscheid unterschätzt zu haben. Aber anstatt über die Kritik der Gewerkschaften und Medien zu wettern, wäre Selbstkritik angebracht. Zufriedene Mitarbeitende haben einen grösseren Mehrwert als 2000 befohlene Überstunden.

Jetzt zur Tagesordnung überzugehen, wäre falsch. Der Gemeinderat muss den Verdruss und Unmut seines Personals besänftigen und verlorenes Vertrauen zurückgewinnen – und dafür nötigenfalls auch Überstunden leisten.

urs.baenziger@wilerzeitung.ch