Zuerst wird politisiert, dann gefeiert: Thurgauer CVP feiert ihren Grossratspräsidenten mit Verspätung

Peter Bühler, CVP-Kantonsrat aus Ettenhausen, wirft einen Blick auf die Sitzung des Grossen Rates des Kantons Thurgau von morgen Mittwoch.

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Peter Bühler, Kantonsrat, Etttenhausen.

Peter Bühler, Kantonsrat, Etttenhausen.

Bild: PD

«Eine besondere Halbtagessitzung erwartet uns am Mittwochmorgen in der Rüegerholzhalle in Frauenfeld. So sind nicht nur verschiedene emotionale Traktanden auf der Einladungsliste, sondern am Nachmittag stehen auch die im Frühling aufgrund von Corona verschobenen Fraktionsausflüge auf dem Tagesprogramm. Am Abend wird dann in einem einfacheren Rahmen als üblich in Romanshorn der Grossratspräsident, Norbert Senn, der unserer CVP angehört, in einem würdigen Rahmen mit vier Monaten Verspätung gefeiert.

Am Morgen wird zuerst aber politisiert. Dem Antrag von Maja Bodenmann, CVP Diessenhofen, einen «Bericht betreffend Demografie-Strategie im Kanton Thurgau» zu verfassen, werde ich zustimmen. Auch wenn die Regierung bereits einige Punkte daraus zur Aufarbeitung in Auftrag gegeben hat, kann ein umfassender Bericht dieses Ansinnen nur zusätzlich unterstützen. Die Interpellation von SVP-Seite, dass «Knaben an der Volksschule Thurgau im Abseits stehen», dürfte auch nach der ausführlichen Beantwortung der Regierung zu hitzigen Voten führen. Für einmal sollen die Knaben auf Gleichstellung pochen – das wird mit Bestimmtheit zu interessanten und abwechslungsreichen Wortmeldungen führen.

Ein ähnliches Thema wird Traktandum drei: «Die Feminisierung der PH und der Volksschule» lässt einen weiteren Schlagabtausch vermuten, den die konservative Seite des Grossen Rates mit den liberalen und linken Kräften ausfechten wird. Auch wenn die Antwort der Regierung eigentlich ausführlich genug vorliegt, werden die Wogen in der Diskussion bei solchen Fragestellungen hin und her schweben.

Als viertes Traktandum der morgigen Sitzung steht dann noch eine parteiübergreifende Interpellation «Nachhaltig investieren» zur Diskussion, welche Kurt Egger vor seiner Wahl in den Nationalrat lancierte und bei der ich ebenfalls federführend mitwirkte. Die Antwort der Exekutive war erfreulich ausführlich und trotzdem werde ich als Vertreter der Interpellanten Diskussion im Grossen Rat beantragen, da ich und die übrigen Vorstösser nicht mit allem einiggehen, was in der Antwort steht. Vor allem glauben wir, dass es dem Kanton Thurgau gut ansteht, seinen Teil für nachhaltige Investitionen auf allen Ebenen zu leisten und dafür sensibilisiert zu sein.»