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Zürich HB – Wil: 2,5 Stunden

Schon wieder lassen die SBB den Zug in Wil vorbeifahren.
Lara Wüest
Einlösbar auch im TGV-Lyria: Der Entschuldigungsgutschein, den die SBB gestern verteilten. Bild: Lara Wüest

Einlösbar auch im TGV-Lyria: Der Entschuldigungsgutschein, den die SBB gestern verteilten. Bild: Lara Wüest

Es ist schon wieder passiert: Weil am Freitag der Intercity um 7:39 von Zürich nach St. Gallen rund 20 Minuten Verspätung hatte, strichen die SBB kurzerhand den Halt in Wil. Unmittelbar vor Winterthur kam die Durchsage: Der Zug fahre nach dem nächsten Halt direkt nach St. Gallen weiter. Auch Reisende nach Uzwil, Flawil und Gossau waren gezwungen umzusteigen, wenn sie sich nicht à la James Bond aus dem rasenden Zug auf das Perron stürzen wollten.

Nicht zum ersten Mal nötigten die SBB ihre Fahrgäste zu einem solch ungewollten Zwischenhalt. Bereits im Sommer beschwerten sich Reisende über diese Praxis («Wiler Zeitung» berichtete). Viele Leute waren damals so verärgert, dass sich sogar Stadtpräsidentin Susanne Hartmann in die Sache einschaltete. In einem Brief an die SBB drückte sie ihr Befremden aus.

Die SBB-Kunden, deren Haltestellen gestrichen werden, erreichen ihr Ziel jeweils nur mit enormer Verspätung. Kein Wunder sagen manche, sie fühlten sich wie Passagiere dritter Klasse. Unangenehm ist die Praxis aber auch für das Zugpersonal, dieses muss – obwohl es keine Schuld trifft – die verärgerten Passagiere wieder beruhigen. Grosse Mühe gab sich darin die Kondukteurin im verspäteten Intercity am Freitag. Mit einem schmalen Lächeln und entschuldigendem Blick erklärte sie den Fahrgästen in Winterthur, der Zug nach Wil folge anschliessend auf demselben Gleis, auf Gleis 5. Nur: Es war nicht der nächste Zug, der nach Wil fuhr, sondern der übernächste. Der Zug gleich im Anschluss brauste ohne Halt bis nach St. Gallen durch.

Unaufmerksame Passagiere, die der Anzeigetafel auf Gleis 5 keine Beachtung schenkten, machten auf ihrem Weg von Zürich nach Wil, Uzwil, Flawil oder Gossau also nicht nur einen unwillkommenen Zwischenstopp in Winterthur, sondern auch gleich noch einen Umweg über St. Gallen. So manch ein Pendler mag sich da wohl gefühlt haben wie in einem dieser Albträume, in denen man einen dringenden Termin wahrnehmen sollte, aber nie am Ziel ankommt. Die Reise von Zürich nach Wil dauerte letztlich knapp 2,5 Stunden.

Immerhin: Als kleine Entschuldigung verteilten die SBB ihren Kunden am Freitag Verpflegungsgutscheine für sechs Franken. Diese konnten die verspäteten Passagiere dann gleich an ihre ungeduldigen Chefs in den Büros weiterreichen als Entschuldigung dafür, dass sie wichtige Sitzungen oder Kundentermine verpasst hatten.

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