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ZÜBERWANGEN: "Es war kein Schnellschuss"

Am 4. März stimmen die Zuzwiler über eine Umzonung für die Überbauung des Gebiets Neufeld ab. Nachdem Gegner mit 361 Unterschriften das Referendum erwirkt haben, äusserst sich nun der Gemeindepräsident – und weibelt für das Projekt.
Simon Dudle
So soll die Überbauung Neufeld aussehen. Visualisierung: PD

So soll die Überbauung Neufeld aussehen. Visualisierung: PD

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch

Einmal mehr ruft eine kommunale Abstimmung in Zuzwil Emotionen hervor. Drei Jahre, nachdem die Ansiedlung eines kantonalen Werkhofs in Züberwangen haushoch bachab geschickt worden war, steht nun in diesem Ortsteil die nächste Umzonung im Gegenwind. Diesmal geht es um die Wiese Neufeld, die ziemlich genau eine Hektare gross ist und sich unweit der Kirche mitten im Dorf befindet. Dort sind sieben Mehrfamilienhäuser mit rund 50 Wohnungen und ein Gewerbebau direkt an der St. Gallerstrasse geplant. Für die Wohnhäuser ist eine Umzonung von W2 in W3 nötig. Doch dagegen gibt es Widerstand. Während der Referendumsfrist sind von einem Komitee, welches vornehmlich aus Anwohnern des Neufelds besteht, 361 gültige Unterschriften gesammelt worden, womit das Quorum von 238 Stimmen deutlich übertroffen wurde.

Am 4. März kommt es zu einer Urnenabstimmung, bei welcher es formal um die Genehmigung des Teilzonenplans Neufeld geht. Faktisch ist die Frage zu klären, ob die Überbauung wie geplant errichtet werden kann. Die Gegner kritisieren diverse Punkte: Die neuen Gebäude würden nicht ins Ortsbild passen. Zudem seien die Pläne nicht abschliessend durchdacht worden. An einer Medienkonferenz zu dieser Abstimmung wehrte sich Gemeindepräsident Roland Hardegger gestern gegen diese Vorwürfe. Er sagte: "Das Projekt ist kein Schnellschuss. Es ist vom Kanton, von der Denkmalpflege, vom Ortsplaner und den Grundeigentümern für gut befunden worden."

Seit 2012 am Planen

Dann holte der Gemeindepräsident zum Gegenschlag aus und sagte, dass seitens der Unterschriftensammler "viele Unwahrheiten" gesagt worden seien. Dazu gehöre das Argument, dass die Häuser nicht ins Dorfzentrum von Züberwangen passten. "Das entsprechende Gebiet liegt gar nicht in der Kernzone des Dorfes", sagte Hardegger. Der Vorwurf, es fehle ein Verkehrskonzept, ist aus seiner Sicht ebenfalls nicht gerechtfertigt, da man ab der St. Gallerstrasse direkt in eine Tiefgarage fahren könne. Die Gegner führten zudem ins Feld, das Thema Grundwasser sei noch nicht geregelt. Dem entgegnete Hardegger, dass dieser Punkt erst im Baubewilligungsverfahren angeschaut werden müsse und auch angeschaut werde. Und zum Vorwurf, das Projekt sei konzeptlos, sagte Hardegger: "Wir sind seit dem Jahr 2012 mit den Planungen beschäftigt und mit Herzblut dabei."

Das Gemeindeoberhaupt geht davon aus, dass die Gegner eine Verzögerungstaktik anwenden und ihnen die Höhe der Gebäude ein Dorn im Auge ist. Hardegger gibt an, dass die maximale Höhe der Zone W3 nicht erreicht werde und die neuen Häuser "nur" um etwa einen halben Meter höher seien als jene in der unmittelbaren Nachbarschaft. "Es ist ein hübsches Projekt und die Umzonung macht Sinn", sagte Hardegger zusammenfassend.

Der ebenfalls anwesende Ortsplaner Armin Meier ergänzte: "Wenn die Umzonung nicht Tatsache wird, gilt weiterhin die Regelbauweise des Kantons. Diese ist offener gehalten als der Überbauungsplan. Somit ist überhaupt nicht gesagt, dass ein anderes Projekt dann besser wäre."

Die Frage aber stellt sich: Warum setzt sich die Gemeinde mit Herzblut für dieses Projekt ein? "In Züberwangen wurde in den vergangenen 15 Jahren nichts mehr überbaut. Das Dorf stagniert und hat seither keinen Bevölkerungszuwachs", sagte Hardegger. Es ist aber auch so, dass in den neuen Wohnungen neue Steuerzahler wohnen werden. Angedacht sind Zweieinhalb- bis Viereinhalb-Zimmerwohnungen.

Am 5. Februar treffen sich Befürworter und Gegner

Es darf ein facettenreicher Wahlkampf erwartet werden. Sollten die Stimmbürger an der Urne mehrheitlich ein Ja einwerfen, dürfte das letzte Wort noch nicht gesprochen sein. Denn ein Weiterzug an denn Kanton ist möglich. Ein Klingenkreuzen von Befürwortern und Gegnern wird es am 5. Februar geben. Dann findet ab 19 Uhr in der Aula des Schulhauses Züberwangen ein öffentlicher Infoanlass zur Abstimmungsvorlage statt.

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