ZÜBERWANGEN: Ein nächstes Veto

Die geplante Überbauung Neufeld mit sieben Mehrfamilienhäusern und einem Gewerbebau im Dorfzentrum steht im Gegenwind. 361 Personen wehren sich dagegen. Nun gibt es eine Urnenabstimmung.

Simon Dudle
Merken
Drucken
Teilen
Auf dem «Neufeld»: Diese Gegner finden die geplante Überbauung nicht ortsbildverträglich. (Bild: Simon Dudle (6. September 2017))

Auf dem «Neufeld»: Diese Gegner finden die geplante Überbauung nicht ortsbildverträglich. (Bild: Simon Dudle (6. September 2017))

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch

«Es war relativ einfach, an die Unterschriften zu kommen. Zwar gab es vereinzelt auch kritische Stimmen, aber wir hatten in kurzer Zeit 350 beisammen», sagt Patrick Brühwiler. Er ist einer jener Personen, die neben dem «Neufeld» in Züberwangen wohnen und die Unterschriftensammlung angestossen haben. Auf jenem Stück Wiese nahe der Kirche sollen sieben Mehrfamilienhäuser gebaut werden, die bis zu zwölf Meter hoch sind. Auch ein Gewerbebau gehört zu den Plänen. Die Gegner finden, das Projekt sei ein Schnellschuss, überrissen und nicht ortsbild­verträglich. Gemeindepräsident Roland Hardegger dementiert.

Voraussetzung ist ein Überbauungsplan und eine Umzonung von der Wohnzone W2 in W3. Die Gegner haben beim Baudepartement des Kantons St. Gallen Rekurs eingereicht und auf Stufe Gemeinde mit Unterschriften eine Urnenabstimmung erzwungen.

Schon vor drei Jahren das Referendum ergriffen

Dies steht bereits fest, obwohl die Frist für das Referendum erst heute endet. Das Quorum von 238 Personen wurde laut Angaben der Unterschriftensammler bereits Ende September überschritten. Am Mittwochvormittag sind nun 367 Unterschriften bei der Gemeindeverwaltung ­Zuzwil übergeben worden. Nach der Prüfung der Signaturen steht fest: 361 sind gültig, womit das Quorum mehr als deutlich übertroffen worden ist. Wann die Urnenabstimmung stattfindet, ist noch offen und wird vom Zuzwiler Gemeinderat an der nächsten Sitzung bestimmt. Wenig überraschend wäre, wenn die Stimmbürger im März 2018 zur Urne gebeten würden.

Und wie sehen die Gegner ihre Siegeschancen bei der Abstimmung? «Das ist schwierig abzuschätzen. Das Referendum ist eine Sache, die Abstimmung eine andere. Wir werden als Nächstes die Parteien kontaktieren», sagt Patrick Brühwiler.

Bereits 2014 hatten sich Bewohner Züberwangens gegen ein Bauprojekt gewehrt. Vor drei Jahren ging es um Pläne im Gebiet «Schulwesen», wo ein kantonaler Werkhof gebaut werden sollte. Bei einem Quorum von 228 Stimmen waren 341 Unterschriften zusammengekommen. Das Volk schickte das Bauvorhaben an der Urne mit 85 Prozent Nein-Stimmen bachab. «Ich will die beiden Projekte nicht miteinander vergleichen. Beim Werkhof ging es um Verhinderung. Für uns ist die Gestaltung des Dorfes zentral, damit der Charakter erhalten bleibt», sagt Brühwiler.