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ZÜBERWANGEN: Der Frust sitzt tief

Überraschend gehört Anja Stiefel nicht zum Aufgebot der Schweizer Frauen-Nationalmannschaft am olympischen Eishockeyturnier. Den Grund kennt sie bis heute nicht. Nun zieht sie Konsequenzen.
Simon Dudle
Da war die Welt noch in Ordnung: Anja Stiefel an den Olympischen Spielen in Sotschi im Spiel gegen Russland. (Bild: Martin Rose/Getty)

Da war die Welt noch in Ordnung: Anja Stiefel an den Olympischen Spielen in Sotschi im Spiel gegen Russland. (Bild: Martin Rose/Getty)

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch

Anja Stiefel gehört zu den europaweit besten Eishockeyspielerinnen der Gegenwart. Mit Lugano wurde sie 2014 und 2015 zweimal Meister und dann vom schwedischen Spitzenteam Lulea verpflichtet. Seit 2016 ist ihr Lebensmittelpunkt deshalb am Polarkreis. «Lulea ist eines der besten Teams in Europa. Sieben unserer Spielerinnen sind derzeit an den Olympischen Spielen», sagt die gebürtige Wilerin.

Umso grösser ist die Enttäuschung, dass sie selber nicht zum Aufgebot der Schweizer Nationalmannschaft gehört. Zehn Jahre hatte sie für diese gespielt, 180 Spiele bestritten, je eine Bronzemedaille an der WM 2012 und den Olympischen Spielen 2014 geholt. In dieser langen Zeit avancierte sie zu einer Stütze in der Mannschaft. Auch bei der Qualifikation für die Spiele in Südkorea war sie dabei.

Den Entscheid von den Spielerinnen erfahren

Warum die in Züberwangen aufgewachsene Stürmerin kein Aufgebot bekommen hat, weiss sie nicht. «Die Trainerin hat mich bis zum heutigen Tag nie angerufen. Ich habe den Entscheid, dass ich nicht dabei bin, von den Spielerkolleginnen erfahren», sagt die 27-Jährige. Sie könne das akzeptieren. «Dass die Trainerin mir den Entscheid nicht persönlich sagen kann, finde ich aber enttäuschend und auch unprofessionell», sagt Stiefel. Dass das Verhältnis zur Nationaltrainerin nicht das beste ist, bezeichnet sie als «offenes Geheimnis». Pikant: Stiefel ist offiziell als «Reserve» gelistet. Dass sie sich die Zeit während der Olympischen Spiele frei halten soll, hat ihr niemand mitgeteilt. Stiefel ergänzt: «Unter Daniela Diaz spiele ich nicht mehr in der Schweizer Nati. Ausser, es ergibt sich ein klärendes und aufschlussreiches Gespräch.»

Und was sagt man beim Schweizerischen Eishockeyverband zur Personalie Stiefel? Wenig, dafür bemerkenswertes. «Gründe zu Nichtnominierungen werden zwischen Coach und Spielerin kommuniziert. Diese sind jedoch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt», sagt Janos Kick von Swiss Ice Hockey.

Trotzdem ein «Hopp Schwiiz»

Auch wenn die aktuelle Situation für Anja Stiefel unbefriedigend ist, beobachtet sie aufmerksam, was sich am olympischen Hockeyturnier der Frauen tut. Den morgigen Viertelfinal der Schweizerinnen gegen Russland wird sie live im Fernsehen verfolgen, obschon die Partie bereits um 4.10 Uhr morgens beginnt. «Es wäre wichtig, wenn die Mannschaft Erfolge feiern könnte. Nach dem Hype um die Bronzemedaille in Sotschi hat man einiges gemacht. Der Unterschied zu den anderen Top-Ländern ist aber immer noch sehr gross», sagt Stiefel. Sie traut dem Schweizer Team eine nächste Medaille zu und tippt auf die bronzene. Die USA und Kanada stuft sie allerdings als deutlich stärker ein.

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