ZUCKENRIET: Eine Prise des Zaubers südlicher Märkte

Die Buntheit und Liebe zu Märkten mit südlichem Flair weckte in Bea Wildhaber vor 33 Jahren den Wunsch, in Zuckenriet einen «Mercato» zu organisieren. Am Samstag sollte es der letzte Herbstmarkt gewesen sein – oder doch nicht?

Zita Meienhofer
Merken
Drucken
Teilen
Verschiedenes Kunsthandwerk, Drehorgelmusik, Feines aus dem Grotto-Beizli, Spezialitäten der einheimischen Bäuerinnen und viel Sonnenschein – der Mercato war wieder Publikumsmagnet. (Bilder: Zita Meienhofer)

Verschiedenes Kunsthandwerk, Drehorgelmusik, Feines aus dem Grotto-Beizli, Spezialitäten der einheimischen Bäuerinnen und viel Sonnenschein – der Mercato war wieder Publikumsmagnet. (Bilder: Zita Meienhofer)

Zita Meienhofer

zita.meienhofer@wilerzeitung.ch

Noch zu Wochenbeginn verhiessen die Wetterprognosen nichts Gutes für den vergangenen Samstag. Regnen war angesagt. Doch die Wettermacher hatten Ein­sehen dafür, dass der angekündigte letzte Mercato auch von südlichen Temperaturen begleitet wird. Jener Markt, den Bea Wildhaber von der Galerie Fueterchrippe in Zuckenriet vor mehr als 30 Jahren ins Leben gerufen hatte und ihn wegen ihrer Vor­liebe zum Südländischen kurzum Mercato nannte. Den eine Marktkommission mit Frida Brändle, Isabelle Föllmi, Alois Beer und Bea Wildhaber nach etlicher Zeit nun ein letztes Mal organisierte.

Wie schon die Jahre zuvor gesellte sich auf der Dorfstrasse in Zuckenriet Stand an Stand. Da waren der Holzspielsachenhersteller aus Bischofszell, die Weber aus Degersheim, die Perlenherstellerin aus Sulgen, die beiden Hutmacherinnen sowie die Töpferin, die Floristin und die Fotografin aus Zuckenriet, Benito mit dem Flohmarktstand und Bea Wildhaber mit Artikeln aus der Fueterchrippe. Da waren auch die Marronibrater, der Grilleur, der Risottokoch, die Mandelröster und Einheimische mit kulinarischen Köstlichkeiten. Zur Unterhaltung spielte, wie seit Jahren, die Drehorgelfrau und – weil es das letzte Mal war – die Ferienmusik Lenggenwil. Die Bäuerinnen der Gemeinde liessen sich zudem etwas Besonderes einfallen: Eine Bäuerin schnitzte aus Äpfeln Tiere und Gegenstände – vor allem zur grossen Freude der jüngsten Mercato-Besuchenden.

Bea Wildhaber hatte alle Hände voll zu tun, nicht nur, damit alles klappte, sie widmete sich vor allem den Gästen von nah und fern, die alljährlich den Anlass in Zuckenriet besuchen. «Ich bin nun auch etwas stolz, dass wir während all den Jahren den Markt in dieser Form durchführen konnten», sagte sie. Dass er zu einem herbstlichen Treffen in der Gemeinde geworden ist, so wie es der langjährige Marktchef Markus Lehmann formuliert hatte, wurde am Samstag einmal mehr deutlich. Das Beizli war voll, die Stimmung fröhlich, das Publikum durchmischt. Und da und dort war Wehmut zu spüren, Wehmut darüber, dass es nun der letzte Mercato hat sein sollen.

Nun allerdings, noch nicht offiziell, tragen initiative Leute den Gedanken in sich, den Herbstmarkt in Zuckenriet im nächsten Jahr wieder durchführen zu wollen. Wo und in welcher Form, sei abhängig von jenen Personen, die sie für ihr Vorhaben gewinnen können. So bleibt die Hoffnung, dass es am vergangenen Samstag vielleicht der letzte Mercato, aber nicht der letzte Herbstmarkt gewesen war.