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ZUCKENRIET: Als Kind von Schlössern geträumt

Mit Herzblut und grossem finanziellem Aufwand lässt die Besitzerfamilie das Schloss restaurieren und wieder bewohnbar machen. Die Sanierungs- und Umbauarbeiten dauern sicher noch bis Ende 2019.
Ernst Inauen
Bis Mitte nächsten Jahres soll die Aussenrestaurierung abgeschlossen und das Gerüst um das Schloss entfernt sein. (Bilder: Ernst Inauen)

Bis Mitte nächsten Jahres soll die Aussenrestaurierung abgeschlossen und das Gerüst um das Schloss entfernt sein. (Bilder: Ernst Inauen)

Ernst Inauen

redaktion@wilerzeitung.ch

Mit dem Kauf des Schlosses im Jahr 2011 erfüllte sich der jetzige Besitzer, der nicht mit Namen genannt werden will, einen alten Traum. «Schon als Kind interessierten mich alte Burgen und Schlösser. Bereits damals beschäftigte ich mich auch mit dem Studium der Archäologie. Dass ich gemeinsam mit meiner Frau das lange vernachlässigte Wahrzeichen von Zuckenriet erwer-ben konnte, war ein Glücksfall», sagt er. «Damit haben wir die Gelegenheit bekommen, den Gebäudekomplex nach historisch fundierten Grundsätzen und unseren persönlichen Ideen umzubauen.»

Mit Martin Häberli von der Firma Hausschmied wurde ein Sanierungsprojekt erstellt. Weil das Schloss unter dem Kulturgüterschutz steht, hatte auch die kantonale Denkmalpflege ein gewichtiges Wort mitzureden.

Von der Denkmalpflege sei die visionäre Idee an die Projektleitung herangetragen worden, eine Unternehmung nach dem Muster der mittelalterlichen Bauhütten zu gründen, erzählt Häberli. Diese befassten sich damals mit ihren Fachspezialisten mit der Restaurierung und dem Unterhalt historischer Gebäude und Kirchen.

Aufgrund der langjährigen Erfahrung und den Erkenntnissen aus der Zuckenrieter Schlosssanierung könnte sich der Bauleiter die Realisierung solcher Gedanken gut vorstellen. «Eine entsprechende Spezialfirma könnte in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege sicher genügend Objekte für solche interessanten Aufgaben finden», ist Martin Häberli überzeugt. Er arbeitet ebenfalls mit dem Schweizerischen Verein Historischer Wohnbauten zusammen.

Offene Türen für die Bevölkerung

Der Schlossbesitzer schätzt das kooperative Verhältnis mit den Behörden der Gemeinde Nieder-helfenschwil und des Kantons. Auch die Beziehungen zu den benachbarten Landwirten seien gut. Aufgrund der langen Bauzeit sei es unumgänglich, dass in der Umgebung seines Grundstücks viel Material gelagert werden müsse. Das hat offenbar zu Fragen und Unverständnis geführt. Der Schlossherr appelliert an die Bevölkerung, noch etwas Geduld und Nachsicht zu zeigen. Die Bauzeit gehe dem Ende entgegen. Danach sei auch die Umgebung des Schlosses wieder frei. Nach der Fertigstellung will der Schlossherr sein Schmuckstück an einem Besuchstag für die Bevölkerung öffnen.

Der Projektplanung gingen intensive Recherchen bei vergleichbaren historischen Bauten voraus. Schon jetzt befassen sich Fachleute mit der Innenausstattung. So steht in der grossen Bohlenstube im ersten Geschoss bereits ein prächtiger Schrank, der in der Ostschweiz erworben wurde. Die Einrichtungen entsprechen jener der Spätgotik, in der das Schloss entstand. Weil es nach Abschluss der Restaurierung durch die Besitzerfamilie bewohnt wird, werden zeitgemässe Geräte eingebaut. Laut Häberli werden sie so diskret wie möglich in die Räume integriert.

Umgestaltung der Fassade

Martin Häberli erklärt die Gründe für die Neugestaltung der Fensterfronten an der Südfassade. Sie verändern das Bild der bisherigen Ansicht wesentlich. «Bei gotischen Profanbauten wurde die Fassade so gestaltet, dass die Funktion des dahinter liegenden Raumes sichtbar oder zu erahnen war. Erst in späteren Epochen kam die einheitliche Anordnung der Fenster.» So deutet nun die breite Fensterfront mit den Butzenscheiben auf den grössten Wohnraum, die Bohlenstube, hin. Ein Zimmer ist mit einer gewölbten gotischen Decke ausgestattet. Von einem gedeckten Aussenbereich über der Kapelle aus eröffnet sich eine herrliche Aussicht auf Dorf und Alpstein. Jedem Raum sei im Endausbau eine besondere Aufgabe zugeteilt, erklärt der Projektleiter.

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