ZUCKENRIET: 90 Jahre und noch mit Elan dabei

Ida Jung und Agnes Näf haben ihren 90. Geburtstag bereits gefeiert. Das wöchentliche Seniorenturnen darf allerdings auf keinen Fall fehlen. Die beiden Frauen erzählen, wie sie sich fit halten.

Zita Meienhofer
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Ida Jung (links) und Agnes Näf sind auch mit 90 Jahren aktive Turnerinnen. (Bild: Zita Meienhofer)

Ida Jung (links) und Agnes Näf sind auch mit 90 Jahren aktive Turnerinnen. (Bild: Zita Meienhofer)

Zita Meienhofer

zita.meienhofer@wilerzeitung.ch

«Den Mittwochnachmittag habe ich immer für das Turnen reserviert», sagt Agnes Näf bestimmt, «dann mache ich nichts anderes.» Ebenso ist es bei Ida Jung. Am Mittwochnachmittag gehe sie turnen, seit 31 Jahren. Agnes Näf und Ida Jung turnen nicht nur gemeinsam, sie sind auch im gleichen Jahr geboren worden – vor 90 Jahren. Agnes Näf am 24. April und Ida Jung am 9. Juli. Beide Frauen sind dem Alter entsprechend geistig und körperlich fit. Liz ­Koller, die mit Vroni Rüegg das Seniorenturnen in der Gemeinde Niederhelfenschwil leitet, sagt: «Es ist schon selten, dass 90-Jährige noch turnen.»

Körperliche und geistige Fitness

Sie habe immer gerne geturnt, sagt Agnes Näf. Sie habe jedoch spät angefangen, erst vor 13 Jahren. Sie hat die ersten vier Jahre im Weiler Enkhüseren in Nieder­helfenschwil verbracht und kam anschliessend nach Zuckenriet, wo sie bis heute wohnt. Mit ihrem Mann führte sie die Bäckerei und das Restaurant Kreuz. Noch immer fährt Agnes Näf Auto, hilft im Bäckereibetrieb ihres Sohnes und kocht das Mittagessen für vier Personen. «Ich bin nur etwas älter, ich bin noch nicht alt», erklärt sie ihr Lebensmotto. Dieser Aussage fügt sie wohl ihr Rezept an, weshalb sie noch so fit ist: «Wenn ich aufhöre mich zu bewegen, dann roste ich.»

Immer in Bewegung ist auch Ida Jung. «Mir tut das Turnen einfach gut», sagt sie. Sie ist in Oetwil bei Gähwil aufgewachsen, kam als Haushaltshilfe nach Niederhelfenschwil und blieb. Mit ihrem Mann führte sie einen Landwirtschaftsbetrieb. Zwar braucht Ida Jung einen Gehstock, doch der hindert sie nicht daran, an Anlässen in der Gemeinde teilzunehmen. Sie, die gerne Musik hört und macht und noch vor ­wenigen Jahren ein Instrument erlernt hat. Ihren runden Geburtstag habe sie zünftig gefeiert, erzählt sie, mit allem «Drum und Dran».

Das Bewegen und das Zusammensein

Agnes Näf wie auch Ida Jung verschweigen nicht, dass ihnen zwar das Bewegen gut tut, das Zusammensein nach dem Turnen für sie jedoch einen grösseren Stellenwert hat. «Die Gemeinschaft nach dem Turnen ist wichtig, sonst geht man irgendwann vergessen», sagt Agnes Näf. Deshalb treffen sich die Turnenden in den drei Dörfern nachher noch in den Restaurants. Und, falls jemand Geburtstag hat, wird das dann ­gefeiert.

1973 war es, als Agathe Niedermann-Wick aus Zuckenriet diese sportliche Betätigung für die älteren Leute in der Gemeinde ­Niederhelfenschwil erstmals angeboten hatte. Geturnt wird heute in allen drei Dörfern (Niederhelfenschwil, Zuckenriet, Lenggenwil), die Leitung obliegt heute Liz Koller und Vroni Rüegg. Insgesamt sind es 35 Personen, die das Pro-Senectute-Senioren­turnen am Mittwochnachmittag besuchen.

Diesmal sitzen sie aufrecht vorne auf dem Stuhl, in den Händen halten sie ein Gummiband. Sie ziehen das Band von der Mitte weg. Die Damen und Herren verschiedenen Alters machen die Übungen so, wie ihr Körper es zulassen. Im Hintergrund ist Musik zu hören, Musik vom Jodlerclub Wiesenberg. «Ohne Musik geht es nicht», sagt Agnes Näf, der Rhythmus sei wichtig. Dieser Aussage pflichtet Ida Jung bei.

Und nochmals wird am Gummiband gezogen. Dann ist die Übung beendet, die Hände werden geschüttelt. Es folgen weitere Aufgaben mit dem Gummiband. Letztlich muss es wieder aufgewickelt werden. Eine Übung, die motorisch anspruchsvoll ist, die auf eine andere Art die Bewegung fördert. Dann ist Zeit für den zweiten Teil, das gemütliche Zusammensein.

Hinweis

Jeweils am Mittwoch treffen sich die Seniorinnen und Senioren zum Turnen. In Lenggenwil von 13.40 bis 14.40 Uhr, in Zuckenriet von 13.45 bis 14.45 Uhr und in Niederhelfenschwil von 15 bis 16 Uhr.

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