Zu Fuss oder mit dem Rad ins Spital

Larissa Brühwiler, die Radrennfahrerin aus Dussnang, bestreitet in diesem Jahr die Rennen als Einzelfahrerin. Die Prioritäten liegen ganz klar bei ihrer Ausbildung zur Physiotherapeutin. Zurzeit absolviert sie ein Praktikum im Spital Wil.

Urs Nobel
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Larissa Brühwiler verfügt über zwei neue, absolut konkurrenzfähige Rennräder. (Bild: pd)

Larissa Brühwiler verfügt über zwei neue, absolut konkurrenzfähige Rennräder. (Bild: pd)

WIL. Wenn jemand auf seinem Arbeitsweg aus dem Hinterthurgau Richtung Wil eine Joggerin überholt, könnte es sich bei der besagten Sportlerin um Larissa Brühwiler handeln. Wenn aber jemand von einer Radrennfahrerin überholt wird, dürfte es sich um dieselbe Person handeln. Larissa Brühwiler arbeitet nämlich seit kurzem im Spital Wil und benutzt ihren Arbeitsweg, um zu trainieren. Je nach Wetterlage entscheidet sie sich, zu rennen oder zu biken. Auch die Strecke soll nicht auf schnellstem Weg hinter sich gelassen werden. Da können je nach Lust und Laune schon noch ein paar Zusatzschlaufen hinzukommen.

Prioritäten gesetzt

Die Radrennfahrerin aus Dussnang hat sich entschieden, nach Auflösung der Bigla-Future-Mannschaft im vergangenen Jahr, kein neues Team zu suchen, sondern die diesjährigen Rennen als Einzelfahrerin zu bestreiten. Nach dem Motto «das eine tun und das andere nicht lassen» setzt sie die Prioritäten in ihre Ausbildung zur Physiotherapeutin und absolviert zurzeit ein Praktikum im Spital Wil. Rennen bestreitet sie trotzdem, aber nicht mehr als Mitglied einer Mannschaft.

Eigenes Trikot designt

Larissa Brühwiler suchte bewusst kein neues Team, da für sie ein Unterbruch des Studiums nicht in Frage kam. «Dank der grosszügigen Unterstützung meiner Sponsoren, Calorex AG, b+p Baurealisation AG, Urs Schatt Tiefbau GmbH und Brühwiler Sanitär AG, konnte ich in Zusammenarbeit mit Ken Kübler selber Trikots designen. Ich werde diese an sämtlichen nationalen Rennen tragen. An internationalen Wettkämpfen bin ich wiederum mit der Nationalmannschaft unterwegs», erklärt die Radrennfahrerin ihre momentane Situation, mit der sie ganz gut zurecht komme.

Zwei Stevens-Räder

Auch materiell passe für die Saison 2015 alles. Vor kurzem konnte sie ihre beiden neuen Strassenfahrräder von Stevens in Empfang nehmen. Ihr persönlicher Mechaniker, Heinz Bärlocher, hat sie bereits zusammengebaut und auf die Fahrerin abgestimmt. So konnte Larissa Brühwiler bereits die ersten Kilometer auf den neuen Velos abspulen und hat dabei ein gutes Gefühl. «Materiell bin ich ganz gut ausgerüstet», sagt Brühwiler. Aber auch physisch will sie diese Saison nichts dem Zufall überlassen. Bis zu Weihnachten war sie mit dem Wintertraining voll im Plan und konnte dank der damals warmen Temperaturen viele Kilometer auf der Strasse zurücklegen. Das war aber auch nötig. Nachher präsentierte sich das Wetter nicht mehr so, dass es grossen Spass gemacht hätte, ins Freie zu gehen und die notwendigen Kilometer abzuspulen.

Im Training erholen

Spass macht es Larissa Brühwiler, im Spital Wil zu arbeiten. Das Praktikum, das sie dort absolviert, gehört zu ihrer Ausbildung. Aber sie hat festgestellt: «Körperlich zu arbeiten ist viel anstrengender, als in der Schule zu sitzen. Ich habe mich jedoch schon gut daran gewöhnt.» Die Arbeitseindrücke verarbeitet sie meist beim Training und meint, dass sie sich dabei auch von ihrer Arbeit erholen kann. «Meine Form wird im Training gefühlsmässig immer besser. Ich freue mich riesig auf mein erstes Strassenrennen als Solofahrerin in diesem Jahr.» Zum einen, weil sie sich erstmals wieder mit der Konkurrenz messen kann, dann aber auch, um ihre neuen Trikots zu präsentieren. Eine erste Gelegenheit dazu besteht in rund zehn Tagen. Dann gilt es im aargauischen Rüfenach: «Achtung, fertig, los!»

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