Zu eng für E-Bike-Fahrer? Der Knoten Industrie Haslen in Oberbüren steht in Kritik

Das Tiefbauamt überprüft die Beanstandung.

Tobias Söldi
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Die kritisierte Stelle: Die Einfahrt des neuen Rad- und Fussweges zwischen Laternenmast und Baum soll zu eng sein.

Die kritisierte Stelle: Die Einfahrt des neuen Rad- und Fussweges zwischen Laternenmast und Baum soll zu eng sein.

Bild: PD

Die neue Kreuzung ins Industriegebiet Haslen in Oberbüren ist fertiggestellt – und Peter Isenring irritiert über das Resultat. «Ist das keine Fehlplanung?», fragte der Oberbürer kürzlich provokativ in einem Leserbrief an die Wiler Zeitung.

Um was geht es? Der Knoten Industrie Haslen, wie die Einfahrt heisst, wurde im Verlauf des vergangenen Jahres neu gestaltet. Grund dafür war der erwartete Mehrverkehr durch die Eröffnung des neuen Fust-Logistikzentrums im Industriegebiet. Die bis dahin bestehende Kreuzung hätte ohne Anpassungen ihre Kapazitätsgrenzen erreicht. Im November sind die Arbeiten am 1,3 Millionen Franken teuren Projekt abgeschlossen worden (die Wiler Zeitung berichtete).

Zu eng für schnelle E-Bikes und Mofas

Stein des Anstosses ist für Isenring insbesondere der neue Rad- und Fussweg aus Richtung Sonnental. Dieser wird kurz vor der Kreuzung etwas nach hinten versetzt und führt hinter dem Bushaltestellenhäuschen hindurch. Die entsprechende Einfahrt zwischen dem neu gepflanzten Baum und dem Laternenmast scheint Isenring jedoch allzu eng, besonders deshalb, weil auf dem Rad- und Fussweg auch E-Bikes mit einer Geschwindigkeit von bis zu 45 Kilometern pro Stunde und Mofas unterwegs sind.

Beide Verkehrsteilnehmer sind gemäss der Signalisation gesetzlich verpflichtet, diesen zu benutzen – wer dem Gebot nicht nachkommt, muss mit einer Busse von 30 Franken rechnen. Wer eine solche Verengung geplant habe, sei wohl selber nicht mit dem Fahrrad unterwegs, vermutet Isenring schnippisch.

Das Tiefbauamt überprüft die Angelegenheit

Werner Lendemann, Leiter Verkehrstechnik der Kantonspolizei St.Gallen, weist die Kritik nicht direkt zurück. In seiner Antwort an Isenring, die der Wiler Zeitung ebenfalls vorliegt, schreibt er:

«In Sachen Engnis sind wir im Gespräch mit dem Tiefbauamt. Die Angelegenheit wird durch dieses überprüft.»

Peter Isenrings Kritik macht aber nicht Halt beim Rad- und Fussweg. Warum über die Industriestrasse kein Fussgängerstreifen markiert sei, fragt er sich. «Ist der Übergang für die Leute wirklich sicherer geworden?» Lendemanns Antwort:

«Da die Fussgängerfrequenzen gemäss Norm bis anhin nicht gegeben waren, wird vorderhand kein Fussgängerstreifen markiert.»

Dies könnte sich aber in Zukunft ändern: «Sollten zukünftig die Mindestwerte gemäss Norm erreicht werden, wäre eine nachträgliche Markierung eines Streifens möglich», schreibt Lendemann.