«Zu empfinden wie damals ist nicht einfach»

Gestern abend fand im Münchwiler Alfred-Sutter-Park trotz kühler Temperaturen die vierte Vorstellung von «Die Stickerin» statt. Auf der Bühne hatte auch Rolf Studerus alias Franz Keller seinen Auftritt. Er spielt beim diesjährigen Stück der Bühne Thurtal einen Fabriksticker und Gewerkschafter.

Drucken
Teilen
Rolf Studerus Spielt einen Fabriksticker und Gewerkschafter (Bild: pd)

Rolf Studerus Spielt einen Fabriksticker und Gewerkschafter (Bild: pd)

Gestern abend fand im Münchwiler Alfred-Sutter-Park trotz kühler Temperaturen die vierte Vorstellung von «Die Stickerin» statt. Auf der Bühne hatte auch Rolf Studerus alias Franz Keller seinen Auftritt. Er spielt beim diesjährigen Stück der Bühne Thurtal einen Fabriksticker und Gewerkschafter.

Wie leben Sie sich in Ihre Rolle hinein?

Das Stück spielt Anfang des 20. Jahrhunderts. So zu empfinden und zu spielen, wie damals das Leben war, ist nicht einfach. Ich versuche, die Geschichte zu fühlen und meine Rolle des Franz Keller zu leben.

Wer ist Franz Keller?

Er ist Fabriksticker und Mitglied des Zentralverbandes der Schifflistickerei. Das Wohl der Fabrikarbeiter und -arbeiterinnen liegt ihm am Herzen und er setzt sich für die Angestellten ein, als sich die Lage zunehmend verschlechtert.

Übernehmen Sie die Rolle als Franz auch in Ihr privates Verhalten?

Jein. Ich bin ein Mensch, der sich gerne für seine Mitmenschen einsetzt und für sie da ist. Aber ich kenne die Grenzen. Vielleicht hätte ich mich in jener Zeit gleich verhalten wie der Franz.

Wie kommen Sie zum Theater und wie sieht die Theaterlaufbahn aus?

Eigentlich war es schon immer mein Wunsch, Theater zu spielen. Dass es mich anfangs gleich zur Freilichtbühne gezerrt hat, habe ich einer Mitarbeiterin zu verdanken, die bereits aktiv mit dabei war. Ohne jegliche Bühnenerfahrung habe ich mich blind für eine Sprechrolle beworben. Das war vor zwei Jahren bei «Der Besuch der alten Dame». Darauf folgten verschiedene Vereinstheater wie «Bauer, ledig, sucht…», «Irrwäg im Alltag» und «Eis Unglück chunnt sälte ellai». Mittlerweile stehe ich in «Die Stickerin» bereits zum fünften Mal auf der Bühne. Danach geht es mit dem Stück «Mimis Krimi» im Wiler Liho-V-Theater weiter.

Wie gross ist der Zeitaufwand?

Enorm. Vor allem die Endproben waren sehr intensiv. Aber braucht nicht jedes Hobby seine Zeit? Beim einen mehr, beim anderen weniger. Doch wenn man mit Herzblut dabei ist, vergisst man die Zeit.

Ihre bisherigen Erfahrungen?

Monika Wild versteht es, sich in jede Rolle zu versetzen und uns Laien die Kleinigkeiten gross wirken zu lassen. Ich lerne und profitiere viel. (ws)

Die nächste Vorstellung von «Die Stickerin» findet am kommenden Freitag um 20 Uhr statt. Bereits heute Samstag um 20 Uhr spielen im Alfred-Sutter-Park die «Paldauer». Auch «Marleen» aus Oberbüren steht auf der Bühne.