Zu einem grösseren Ganzen

Am Sonntag errichtet Bischof Markus Büchel in der katholischen Kirche Niederhelfenschwil die neue Seelsorgeeinheit Mittleres Fürstenland. Die Traditionen der einzelnen Pfarreien sollen aber weiterhin bewahrt und gepflegt werden.

Ursula Ammann
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Der Zuzwiler Pfarrer Simon Niederer kennt die Nachbarspfarreien bereits sehr gut. (Bild: Ursula Ammann)

Der Zuzwiler Pfarrer Simon Niederer kennt die Nachbarspfarreien bereits sehr gut. (Bild: Ursula Ammann)

ZUZWIL. Die Menschen werden immer mobiler und die Priester immer seltener. Das sind Entwicklungen, die in den vergangenen Jahren im ganzen Bistum St. Gallen zu einer grossflächigeren Organisation der Seelsorge geführt haben. Auch der Seelsorgeverband Zuzwil/Züberwangen-Weieren und der Seelsorgeverband Niederhelfenschwil/Zuckenriet/Lenggenwil schliessen sich zu einem grösseren Ganzen zusammen – nämlich der Seelsorgeeinheit Mittleres Fürstenland – und erfüllen damit den Willen des Bischofs Markus Büchel. Dieser wird die neue Seelsorgeeinheit am Sonntag in der katholischen Kirche Niederhelfenschwil feierlich errichten (siehe Infokasten).

Mehrere Bezugspersonen

Für den Vereinigungsprozess waren einige Vorbereitungen nötig. So musste etwa die Sonntagsgottesdienst-Ordnung neu gestaltet werden. Die Gottesdienste in den jeweiligen Pfarreien finden nun zeitversetzt statt, damit mehrere vom gleichen Pfarrer bewältigt werden können.

Seit 18 Jahren ist Simon Niederer Pfarrer im Seelsorgeverband Zuzwil-Züberwangen-Weieren. Die Nachbarpfarreien Niederhelfenschwil, Lenggenwil und Zuckenriet kennt er aber bereits sehr gut, da er vor drei Jahren die Tätigkeit als Pfarradministrator ad interim im Seelsorgeverband Niederhelfenschwil/Lenggenwil/Zuckenriet übernommen hat – als Nachfolger von Reto Oberholzer. «Diesbezüglich existiert die neue Seelsorgeeinheit in der Praxis schon weitgehend», sagt Niederer. Er wird auch zum Pastoralteam gehören, das die Seelsorgeeinheit Mittleres Fürstenland betreut. Dies neben Pfarrer Erwin Keller, Pastoralassistent Primo Grelli und Katechetin Karin Jud. Dieses Team sieht Simon Niederer denn auch als eine der grossen Chancen, welche die neue Seelsorgeeinheit mit sich bringt. «Die Kirchbürgerinnen und Kirchbürger haben damit gleich mehrere Bezugspersonen und nicht nur den Pfarrer in ihrem Dorf», erklärt Simon Niederer.

Mut zu Anlässen auf Pfarreiebene

Administrativ tritt die Seelsorgeeinheit Mittleres Fürstenland am 1. Januar 2015 in Kraft. Es sei nicht die Meinung, die Pfarreien zugunsten eines grossen Ganzen zu liquidieren, sagt Simon Niederer. Dort, wo es als sinnvoll erachtet wird, soll pfarreiübergreifend gearbeitet werden. So ist beispielsweise geplant, dass alle Firmlinge der neuen Seelsorgeeinheit gemeinsam das Eröffnungsweekend und die Firmreise antreten werden. Auch die Ministranten fahren diesmal zusammen ins Herbstlager. Es sei aber auch wichtig, dass weiterhin Anlässe auf Pfarreiebene durchgeführt würden, sagt Simon Niederer. «Es gilt, die Traditionen der einzelnen Pfarreien mit Achtsamkeit zu bewahren und zu pflegen.» Etwa das Volksfest in Lenggenwil, das jeweils gekoppelt mit dem Erntedank stattfindet.

Ein Abbild aller Teile

Dass die Errichtungsfeier der neuen Seelsorgeeinheit vom nächsten Sonntag in Niederhelfenschwil stattfindet, hat praktische Gründe: Dort ist die Kirche am grössten. Pfarrer Simon Niederer rechnet damit, dass sich auch die hintersten Bänke füllen werden. Der Gottesdienst sei sehr festlich gestaltet, verrät er. «Und wir legen grossen Wert darauf, dass er ein Abbild aller Pfarreien der neuen Seelsorgeeinheit ist.»