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Zu Besuch in der alten Heimat

Der Weg des Wiler Künstlers Urban Blank führte ihn von Wil über verschiedene Stationen bis nach Chile. Er ist in der Welt herumgekommen und fand auch im Ausland Anerkennung. Drei Skulpturen befinden sich in seiner Heimatstadt.
Silvan Meile

Urban Blank schuf an verschiedenen Orten dieser Welt Skulpturen und Zeichnungen. Eine steht im Landesmuseum als Repräsentant neuer kirchlicher Kunst. Urban Blank, der auch im Ausland hohes Ansehen geniesst und seit vielen Jahren in Santiago de Chile wohnt, ist gebürtiger Wiler. Drei seiner Skulpturen sind in der Äbtestadt allgegenwärtig: Die Christophorus-Statue, «Das Mädchen und der Tod» im Friedhof Altstatt sowie die «Ringenden Knaben» auf dem Brunnen in der Allee.

Kunst wesentlicher als Krieg

Urban Blank ist 1922 in Wil geboren. Sein Vater führte an der Oberen Bahnhofstrasse Werkstätte für kirchliche Gegenstände, Altäre und Heiligenfiguren. Bereits in seiner Kindheit kam Blank im Atelier seines Vaters mit Kunst in Berührung. Mit 15 Jahren begann er, seinen Vater bei der Arbeit zu unterstützen. Später ist er als Schüler beim Bildhauer Alfons Magg in Zürich aufgenommen worden. «Er war ein sehr strenger Lehrer», erinnert sich der heute 88-Jährige noch genau.

Im Februar 1941 sei er dann aufgebrochen, um an der Kunstakademie in München zu studieren. Es war Winter, und es war Krieg. Blank hielt auch mitten im Krieg die Kunst für das Wesentlichste. «Der Stacheldraht an der Grenze in St. Margrethen ist mir aber noch in bester Erinnerung», sagt er. Immer wieder habe es Bombardierungen auf die Stadt München gegeben, wobei auch die Kunstakademie nicht verschont blieb. Und so sei er kurz vor Weihnachten 1942 mager und mit zerrissenen Kleidern nach Wil zurückgekehrt.

In der Äbtestadt schloss er sich der «Hofgesellschaft» an, einer Künstlergruppe, die sich gegen bürgerliche Gewohnheiten richtete und erteilte später dort Zeichenunterricht. Gleichzeitig arbeitete er im Atelier seines Vaters, musste dann aber auch noch in die Rekrutenschule und den Aktivdienst.

Die Skulptur des Christophorus

Nach dem Krieg schuf Blank wieder Skulpturen.

Eine davon ist die Figur des Christophorus, die er 1952 aus der Eiche der abgebrochenen Trotte des Wiler Rebberges schnitzte. Zwar hätte der zuständige Förster das Holz damals verkaufen wollen, der Bürgerpräsident schenkte es aber Blank, um daraus die geplante Skulptur zu schnitzen. «Der Förster verkaufte daraufhin die Holzspäne in Säcken zu je fünf Franken», erinnert sich Blank noch schmunzelnd. Als sie fertig war, kaufte die Stadt die Skulptur ab. Man fragte nach dem Aufwand und rechnete anhand eines Arbeiterlohns den Preis aus.

Der «Christophorus» wurde schliesslich am Weier installiert. Um die Skulptur vor der Witterung zu schützen, kam sie Jahre später ins Schnetztor, wo sie auch heute noch steht.

Die «Ringenden Knaben»

Die zweite auffallende Figur von Urban Blank, die man in der Stadt antrifft, sind die «Ringenden Knaben» aus Bronze auf dem Brunnen in der Allee.

«Die Stadt gab mir damals den Auftrag, eine Skulptur für den Brunnen vor dem Alleeschulhaus zu machen», weiss Blank, der selbst in diesem Schulhaus zur Schule ging. Inspiriert wurde er schliesslich von zwei Knaben, die er beim Spielen beobachtete. Er bot ihnen an, dass sie die Möglichkeit hätten, etwas zu verdienen, wenn sie ihm Modell stehen würden. «An zwei Morgen sind sie gekommen. Ich entwarf ein Modell aus Gips und machte einen Kostenvoranschlag», erzählt der Künstler.

Die Stadt willigte ein.

Engagiert in Bildender Kunst

Blank ging noch zwei weitere Male an die Kunstakademie in München, wo er schliesslich mit dem höchsten Titel diplomiert wurde. Er engagierte sich während zwölf Jahren als Lehrer an der Schweizerschule in Santiago de Chile und war als Professor an der Universität in derselben Stadt tätig.

Danach kehrte er in die Schweiz zurück und war ebenfalls während zwölf Jahren Lehrer im Pestalozzi-Kinderdörfli in Trogen, bevor er wieder nach Chile ging, wo er noch heute seinen Wohnsitz hat. Immer wieder fuhr er weite Strecken mit dem Velo, etwa von Wil nach München oder von dort nach Rom. Er besuchte die Rochester University in den USA, oder ging auf die Spuren der Inkas in Südamerika.

Werke zusammenführen

Viele Werke von Blank sind heute weit verstreut in der Schweiz und dem Ausland. Durch den damaligen Wegzug nach Chile hat Blank eine grosse Zahl seiner Werke an Institutionen und Bekannte geliehen. Die Ortsgemeinde Wil ist nun darum bemüht, im Rahmen einer Stiftung Werke Blanks in Wil zu hüten und an einem zentralen Ort der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Wo und wann das genau geschieht, ist noch unbestimmt.

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